Als B-Jugendlicher wäre der Traum vom Profifußball für Patrick Ebert beinahe ausgeträumt gewesen.

"Die laden mich nicht mehr ein, weil ich zu klein bin", sagt Ebert selbst nach der Rückkehr von einem Lehrgang einer Jugend-Nationalmannschaft.

"Will immer gewinnen"

Aber der ehrgeizige Ebert gewinnt auch diesem Dämpfer etwas Positives ab und arbeitet weiter für sein großes Ziel: "Ich versuche immer Gas zu geben, will immer gewinnen. Ich habe ein großes Herz, vielleicht hat mich das immer den kleinen Tick besser gemacht."

Heute, im Alter von 21 Jahren fällt Ebert dieser Rückblick wahrscheinlich leicht. Denn der Mittelfeldspieler ist angekommen in der Bundesliga. Seit der Saison 2006/07 gehört er zum Profikader von Hertha BSC Berlin. Inzwischen ist er Stammspieler bei den Berlinern.

Seit 1998 bei Hertha

Sein Berliner Kapitel begann 1998. Das "Nordlicht", aufgewachsen in Schleswig-Holstein, wechselte von seinem Heimatverein TuS Gaarden über den TSV Russee in die Haupstadt.

Entdeckt wurde der 12-jährige Patrick aber nicht. Sein Einzug ins Jugendinternat von Hertha geht auf Eberts Eigeninitiative zurück - er meldete sich zu einem Sichtungstraining an - und natürlich auf sein fußballerisches Können.

Lob von Favre

Mit 1,76 Metern hat Ebert zwar immer noch kein Gardemaß erreicht, sein Platz im Hertha-Mittelfeld ist ihm dennoch sicher.

"Selbst wenn einmal nicht sein Tag ist: Dann kämpft er für die Mannschaft und läuft unglaublich viel", lobt ihn sein Trainer Lucien Favre. Und wenn es sein Tag sei, "dann schießt er Tore".

Sein Tag war es demnach zuletzt gleich zwei Mal. So zum Auftakt der Bundesliga beim 2:0 in Frankfurt. In der 60. Minute war Ebert mit seinem vierten Bundesliga-Treffer maßgeblich am Auswärtssieg und perfekten Start seiner Hertha beteiligt. Auch eine Woche zuvor im DFB-Pokal hieß der Torschütze Patrick Ebert. Gegen Eintracht Trier setzte er den Schlusspunkt zum 3:1.

Konzentriert und kämpferisch

"Ebert ist zurück", ist auch Hertha-Manager Dieter Hoeneß erleichtert über die starken Auftritte. In der Rückrunde der vergangenen Spielzeit war Ebert in ein Leistungsloch gefallen, in den letzten drei Partien berücksichtigte Favre ihn gar nicht mehr. In der Sommerpause und der Saisonvorbereitung konzentrierte sich Ebert wieder voll auf den Sport und kämpfte um die Fortsetzung seines Traumes. Mit Erfolg, denn auch Favre sieht ihn wieder "auf einem guten Weg".

Auf die Frage nach einem Tipp für Nachwuchsspieler sagt Patrick Ebert: "Ich kann ihnen nur raten, so viel wie möglich zu trainieren, immer etwas mehr zu machen als alle anderen und im Spiel immer Vollgas zu geben."

So ist er übrigens auch seinen Weg durch die weiteren Jugend-Nationalmannschaften gegangen und kommt aktuell auf acht U-21-Länderspiele.

Tim Tonner