München - Lewandowski, Mandzukic - oder doch einer der fünf Verfolger? In diesem Jahr ist der Kampf um die Krone spannend wie selten. Denn die Entscheidung über den damit verbundenen Eintrag in die Geschichtsbücher fällt am allerletzten Spieltag. bundesliga.de erklärt, wer von den ersten Sieben der Torschützenliste die besten Trümpfe hält. 

Robert Lewandowski

Vor dem Saisonfinale (Spielplan) teilt sich die gewohnt treffsichere Nummer 9 von Borussia Dortmund die Pole Position gemeinsam mit Mario Mandzukic vom FC Bayern München. Beide haben 18 Buden gemacht. Der Pole hat sich in den letzten Jahren allerdings stetig nach vorne gearbeitet und wäre nach Platz 3 in der Saison 2011/12 und Rang 2 in 2012/13 nun auch logisch gesehen mal an der Reihe, die Torjägerkanone zu holen. In den vergangenen beiden Spielzeiten war er am 34. Spieltag außerdem immer erfolgreich. Das Problem: In den jüngsten sieben Partien hat der 25-Jährige bloß zwei Mal getroffen, zudem erwartet ihn bei Hertha BSC erheblicher Widerstand  - denn die Hauptstädter haben die zweitwenigsten Schüsse durch Stürmer zugelassen.

Mario Mandzukic

Der Kroate hat an den letzten acht Spieltagen nur ein einziges Tor geschossen, was aber auch daran lag, dass er zuletzt zwei Mal gar nicht mitspielen durfte. Vor dem Duell mit dem mittlerweile geretteten VfB Stuttgart weiß der Mittelstürmer trotzdem die torhungrigste Mannschaft der Liga hinter sich (93 Saisontreffer). An der nötigen Unterstützung im Angriff sollte es ihm ergo nicht mangeln. Und der Gegner kommt ihm ebenfalls entgegen: Auch wenn die in dieser Spielzeit lange Zeit löchrige Abwehr der Schwaben inzwischen keine Schießbude mehr ist (nur noch zehn Gegentore in den vergangenen neun Spielen), ist die Innenverteidigung mit dem Gespann Georg Niedermeier und Antonio Rüdiger nach wie vor die zweikampfschwächste der Liga.

Josip Drmic 

Mit 16 Toren liegt der Stürmer des 1. FC Nürnberg vor dem letzten Spieltag in der Torjägerliste auf Platz 3. Der Schweizer hat aber eigentlich andere Sorgen, denn im Falle einer Niederlage auf Schalke wäre der FCN abgestiegen (Tabellenrechner). Dass für sein Team insgesamt erst 36 Treffer zu Buche stehen und der "Club" zuletzt sechs Partien nacheinander verloren hat, ist auch darauf zurückzuführen, dass der einstige Torschütze vom Dienst schon seit fünf Begegnungen auf einen Torerfolg wartet. Ausgerechnet bei den defensivstarken Königsblauen, die sich in den vergangenen elf Auftritten in der heimischen Arena maximal ein Gegentor pro Spiel eingefangen haben, muss der Knoten nun platzen - denn der 21-Jährige braucht mindestens einen Doppelpack, um seine Außenseiterchance noch zu nutzen.

Adrian Ramos

Der Kolumbianer in Diensten von Hertha BSC hat vor dem letzten Spieltag ebenfalls 16 Saisontore auf dem Konto - und leidet wie auch Drmic an einer längeren Durststrecke. Trotz zuletzt vier Begegnungen ohne Torerfolg dürfte der Angreifer dennoch ziemlich motiviert ins Duell mit dem BVB und damit seinem neuen Arbeitgeber gehen. Schließlich will er sich dort für einen Stammplatz empfehlen. Der Weg zum Doppelpack, den der 28-Jährige mindestens schnüren muss, um sich die Torjägerkrone aufzusetzen, wird allerdings steinig. Steht ihm am Samstag mit Mats Hummels und Sokratis doch das beste Innenverteidigerduo der Liga gegenüber, das bislang die zweitwenigsten Gegentore zugelassen hat.

Marco Reus

Der Nationalspieler ist der dritte Verfolger mit 16 Treffern auf der Habenseite. Für ihn spricht im Gegensatz zu den schon Genannten allerdings seine seit Wochen überragende Form: Der Topscorer der Liga hat in den vergangenen sechs Begegnungen stolze sieben Tore geschossen und dadurch mit dafür gesorgt, dass sein BVB nun schon seit acht Partien ungeschlagen ist (Ergebnisse). Hinzu kommt, dass die Hertha ihm durchaus liegt. In fünf Duellen mit der Alten Dame hat der 24-Jährige immerhin drei Mal genetzt. Davon abgesehen hat er als einziger der Kandidaten auf den Titel des Torschützenkönigs in dieser Saison auswärts drei Mal in einem Spiel getroffen - er weiß also, wie es geht. 

Raffael

Während Reus derzeit groß aufspielt, geht Borussia Mönchengladbachs Brasilianer gerade ein wenig auf dem Zahnfleisch und wartet schon seit fünf Begegnungen auf einen Torerfolg. Die Nummer 10 der Fohlen hat in dieser Spielzeit in 33 Spielen 15 Mal getroffen und müsste damit im Saisonfinale beim VfL Wolfsburg bereits mindestens drei Hütten machen, um mit den beiden Führenden gleichzuziehen. Da es für die Wölfe am Samstag aber noch um einiges geht (Tabelle), dürfte eine große Show des 29-Jährigen mit drei Toren eher einem Wunder gleichkommen.

Roberto Firmino

Auch Raffaels Landsmann in Reihen von 1899 Hoffenheim hat schon 15 Tore geschossen und zum Abschluss noch das Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Eintracht Braunschweig vor der Brust. Vermeintlich gute Voraussetzungen also, denn die Löwen sind auch noch die auswärtsschwächste Mannschaft der Liga. Das Problem ist allerdings, dass der 22-Jährige selbst auf fremden Plätzen viel gefährlicher ist als zuhause, wo er nur fünf seiner 15 Treffer erzielt hat. Obendrein hat der Offensivmann in der Bundesliga noch nie dreifach getroffen - und genau das wäre nun nötig, um mit Lewandowski und Mandzukic mindestens gleichzuziehen. 

Stefan Missy