Immer wieder wurde Hamburgs Trainer Bruno Labbadia vor dem Spiel gegen den SC Freiburg auf die Rückrunde der vergangenen Saison mit Bayer Leverkusen angesprochen. 2008/09 stürzten die Rheinländer nach einer tollen Hinserie mit 32 Punkten in der zweiten Saisonhälfte ab, holten nur noch 17 Zähler und verpassten die Teilnahme am europäischen Geschäft.

Dass sich diese Entwicklung mit dem HSV nicht wiederholt, dafür hat seine Mannschaft zum Rückrunden-Start mit einem souveränen 2:0-Erfolg schlagkräftige Argumente geliefert. "Wir wussten, was für uns auf dem Spiel steht. Denn wir wollen von Anfang an weiter oben dran bleiben. Und deshalb mussten wir dieses Spiel gewinnen", erklärte Piotr Trochowski gegenüber bundesliga.de.

Ähnlich sah es Abwehrchef Joris Mathijsen nach dem Schlusspfiff. "Wir haben heute absolut verdient gewonnen. Wir hatten uns viel für die Partie vorgenommen, wollten unbedingt mit einem Sieg ins neue Jahr starten, um gleich ein Zeichen zu setzen", sagte der Niederländer.

Personalnot gut kompensiert

Dieser Erfolg ist besonders hoch einzuschätzen, da den Hanseaten gleich zehn Profis verletzungsbedingt und gesperrt nicht zur Verfügung standen. Darunter unter anderem die Stammspieler Zé Roberto, Eljero Elia, Jerome Boateng oder Paolo Guerrero.

Auch Trainer Labbadia zeigte sich sehr zufrieden mit dem Einsatz seiner Spieler. "Das Positivste aus meiner Sich war, wie meine Mannschaft die Platzverhältnisse angenommen hat und wie die Jungs immer wieder unsere Ausfälle kompensieren. Dafür möchte ich dem Team mein Kompliment aussprechen", erklärte er auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Jansen spielt groß auf

Ein Sonderlob verdiente sich gegen Freiburg Marcell Jansen, der auf der linken Seite ein enormes Laufpensum absolvierte, extrem spielfreudig war und mit einem gewaltigen Linksschuss das 1:0 für die "Rothosen" besorgte.

Jansen gab sich aber wie gewohnt zurückhaltend und stellte die Leistung der Mannschaft in den Vordergrund. "Dass ich mit meinem Treffer schon nach wenigen Minuten zum Erfolg direkt beitragen konnte, ist umso schöner. Wichtig war aber nur, dass wir gegen eine Mannschaft, die in der Hinrunde auswärts immer stark aufgetreten ist, kaum etwas zugelassen und vorne zwei Tore erzielt haben", so Jansen.

Jarolim gibt klares Ziel aus

In dieser Form ist der Linksfuß ein Kandidat für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. So weit wollte der 24-Jährige aber noch nicht in die Zukunft blicken, er sieht sich selbst aber noch lange nicht an seinem Leistungszenit angelangt. "Ich bin körperlich auf einem sehr guten Weg. Wenn ich jetzt gesund bleibe, werde ich bis zum Sommer voll im Saft stehen." Nicht ganz so gut klappte es bei Jansen nach dem Spiel bei der Dopingprobe. Fast zwei Stunden musste er Flüssigkeit zu sich nehmen. Dann lief es auch endlich bei Jansen.

Für den weiteren Saisonverlauf der Hamburger schickte Kapitän David Jarolim eine Warnung an die Konkurrenz: "Wir können mit der Hinrunde nicht zufrieden sein. Wir hatten eine längere Phase, in der wir Punkte verschenkt haben. Wir sind zwar Tabellenvierter, aber wir hätten deutlich weiter oben stehen müssen. Und das ist für uns Antrieb, Motivation und Ziel zugleich. Wir wollen weiter nach oben, wenn es geht, ganz nach oben."

Aus Hamburg berichtet Michael Reis