Nach dem Sieg über Arminia Bielefeld ist das Thema Deutsche Meisterschaft endgültig auf der Tagesordnung des Hamburger SV präsent.

"Wir wollen Deutscher Meister werden. Und wenn der FC Bayern weiter so schwächelt, dann sowieso", sagte Nationalspieler Piotr Trochowski nach dem 2:0 gegen Arminia Bielefeld. Mit einem Freistoß hatte er die Hausherren in Führung gebracht.

Zuhause eine Macht

Torhüter Frank Rost, der den HSV mit einem gehaltenen Elfmeter in der Erfolgsspur hielt, glaubt ebenfalls an den großen Wurf. "Wenn wir alle ganz fest an unsere Stärken glauben, dann können wir in dieser Saison auch etwas erreichen. Denn die Ansprüche beim HSV sind gestiegen", so Rost.

Ein Grund für das neue Selbstbewusstsein beim HSV ist die Heimstärke. Der Sieg gegen Bielefeld war der neunte "Dreier" im zehnten Heimspiel der Hanseaten. Nur am 8. Spieltag gegen Schalke gab es ein Remis (1:1).

"Wir haben zuhause eine richtige Festung. Mit jedem Sieg, den wir dort einfahren, beeindrucken wir den Gegner ein bisschen mehr. Wenn wir alle Spiele in Hamburg gewinnen, sind wir automatisch oben mit dabei", analysiert Rost.

Trochowski fordert eine Serie

Auswärts müssen die Hamburger aber noch zulegen, um den großen Traum zu verwirklichen. Das wissen auch die Spieler. "Wenn wir oben mit dabei bleiben wollen, wäre es gut, auch mal eine Serie zu starten", fordert Trochowski.

Für Guy Demel ist schon lange klar, dass "nur die Mannschaft, die konstant gute Leistung bringt, am Ende auch Deutscher Meister wird." Demel ist aber überzeugt, dass "der HSV die Qualität im Kader hat, um dieses Ziel zu erreichen."

Demel hat Spaß gegen "große Mannschaften"

Dass der Titelkampf in dieser Saison so spannend ist, wie selten zuvor, ist für ihn keine Überraschung: "Die Bundesliga gehört einfach zu den besten Ligen. Taktisch sind alle Teams sehr gut geschult. Da muss man in jedem Spiel 90 Minuten konzentriert zu Werke gehen."

Die nächste Chance, sich auswärts in der Bundesliga zu beweisen, gibt es am 21. Spieltag beim Tabellennachbarn Bayer Leverkusen.

Demel blickt zuversichtlich auf die Partie bei den offensivstarken Leverkusenern. "Seit ich beim HSV spiele, haben wir gegen die großen Mannschaften immer gut ausgesehen. Das wird auch dieses Mal nicht anders sein", so der Defensiv-Allrounder.

Jol bringt es auf den Punkt

Die Spieler des Hamburger SV strotzen also vor Selbstbewusstsein. Und Trainer Martin Jol? Der lässt sich mit der Frage nach der Meisterschaft nicht aus der Ruhe bringen. Dass der HSV den ersten Titel seit 1983 feiern darf, hält er unter bestimmten Voraussetzungen aber schon jetzt nicht für ganz so abwegig.

"Wenn wir alle Spiele gewinnen, dann können wir Meister werden", erklärte Jol mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis