Am Sonntag wurde Bruno Labbadia im Zuge einer Pressekonferenz in der HSH Nordbank Arena offiziell als neuer Trainer vorgestellt. Im Interview auf der Website des Vereins spricht der 43-Jährige über die Zukunft beim Hamburger SV, seine Spielphilosophie und seine ganz besondere Bindung zur Hansestadt.

Frage: Bruno Labbadia, seit Freitag sind Sie in Hamburg. Wie sind Ihre ersten Eindrücke als neuer HSV-Trainer?

Bruno Labbadia: Sehr gut. Bereits bei meiner Ankunft wurde ich am Flughafen angesprochen, mir wurde Glück gewünscht. Genau so wie Sonntagmorgen beim Joggen um die Alster. Die Menschen sind sehr positiv. Ich freue mich sehr, dass ich in Hamburg sein darf.

Frage: Bayer Leverkusen hat sehr um Sie gekämpft, dennoch haben Sie sich für den HSV entschieden. Warum?

Labbadia: Dass Bayer sich zum Schluss so sehr um mich bemühte, hat mir den Abschied nicht erleichtert. Doch für mich stand nach den letzten Ereignissen fest, dass der HSV für mich der richtige Weg ist. Er gehört zu den Topvereinen in Deutschland und verfügt über ein wunderschönes Stadion, in dem die Fans Sensationelles veranstalten. Hinzu kommt natürlich, dass Hamburg die schönste Stadt Deutschlands ist und die ganze Stadt diesen Verein lebt. Das bewegt mich. Deshalb habe ich riesige Lust mitzuhelfen, dass der HSV seinen Weg nach oben fortsetzt.

Frage: Bernd Hoffmann spricht zudem im Bezug auf Sie immer von dem entscheidenden Maß an Identifikation.

Labbadia: Dass ich für den HSV bereits selber gespielt habe, dass in Hamburg meine Tochter geboren wurde und auch heute hier lebt und studiert, das intensiviert natürlich meinen Bezug zur Stadt und dem Verein. Ich bin wirklich froh, wieder hier zu sein.

Frage: Von Hamburg werden Sie aber bestimmt zunächst nicht viel zu sehen bekommen, denn Sie haben angekündigt, sich sofort in die Arbeit zu stürzen. Wie sehen die nächsten Tage aus?

Labbadia: Oberste Priorität genießt jetzt die Kaderplanung. Wir haben eine sehr gute Mannschaft mit hervorragenden Spielern, eine gute Achse. Die gilt es nun gezielt zu verstärken. Wir werden auf Hochtouren arbeiten, um die richtigen Spieler zu verpflichten, damit wir in der nächsten Saison eine gute Rolle spielen können.

Frage: Gibt es denn schon eine Zielvorgabe für die neue Saison?

Labbadia: Ohne ins Detail zu gehen, kann man verraten, dass für den HSV und die Stadt Hamburg natürlich immer hohe Ansprüche gelten. Das bedeutet, dass der HSV international spielen muss. Deshalb werden wir darauf hin arbeiten, dass wir es unter die ersten Fünf schaffen können. Doch darum kämpfen Jahr für Jahr mindestens zehn Mannschaften, das wissen wir. Aber wir haben echte Typen im Team. Spieler, die erfolgshungrig sind. Spieler, die verinnerlicht haben, dass Hamburg und der HSV nach vorne gehören. Und genau dafür werden wir gemeinsam intensiv arbeiten, das können wir versprechen.

Frage: Mit welcher Art Fußball soll dies gelingen?

Labbadia: Ich habe einen eigenen Stil, den ich einbringen möchte, das ist ganz klar. Die Verantwortlichen kennen diesen Stil und haben entschieden, dass er zum HSV passt. Ich würde hierbei allerdings lieber über eine allgemeine Ausrichtung als über eine genaue Taktik oder ein spezielles System sprechen. Die sind nämlich immer auch von den Spielern abhängig, die einem zur Verfügung stehen, doch eine generelle Ausrichtung kann ich vorgeben und jedem Spieler vorleben. Und die sieht so aus, dass wir mit dem HSV einen agressiven und offensiven Fußball spielen wollen. Einen Fußball, der Spaß macht. Und diesen Spaß wollen wir auch unseren Fans und unserem Publikum vermitteln.