München - Die Big Points sind im Sack. Mit dem 4:2-Erfolg gegen Hamburg griffen die Braunschweiger fast schon nach dem letzten Strohhalm im Abstiegskampf. Vor der Begegnung spracht Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht schon von einem Krimi und der wurde es auch. 

Nach dem Rückstand trumpfte Joker Domi Kumbela mit drei Treffern auf und ebnete somit den Weg zum ersten Rückrundensieg. "Er hat uns alle mitgerissen", sagte Jan Hochscheidt über die Leistung des Deutsch-Kongolesen. Die Formkurve zeigt nach oben. Eine Entwicklung ist unbestritten, trotz der vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Das Potenzial ist da, allerdings rufen es die Löwen zu selten ab.

Braunschweig belohnt sich nicht ausreichend für außergewöhnlich gute Spiele wie beim 0:0 in Bremen oder beim 1:2 gegen Dortmund. Neuzugang Havard Nielsen ist zwar vorne eine Verstärkung. Dennoch stellen die Niedersachsen - trotz der vier Tore gegen Hamburg - mit 15 Treffern mit Abstand die schlechteste Offensive in der Liga, dafür steht die Defensive mit 39 Gegentoren relativ stabiel. Zum entscheidenden Faktor im Abstiegskampf könnte allerdings die Ruhe im Umfeld werden. Während für Großclubs wie Hamburg, Stuttgart oder Bremen ein Abstieg einem GAU gleichkäme, wäre selbiger in Braunschweig keine böse Überraschung. Demzufolge kann auch Lieberknecht seine Arbeit ohne Sorgen fortsetzen - im schlimmsten Fall auch in Liga 2.

Das macht Hoffnung:

  • Gegen den HSV ist endlich der Knoten von Aufstiegstorjäger Domi Kumbela geplatzt.

  • Braunschweig hat 15 Punkte - so viele wie der FC Augsburg vor einem Jahr nach 21 Spieltagen. Die Schwaben hatten damals sogar neun Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Rang und schafften noch den Klassenerhalt, bei der Eintracht sind es aktuell nur vier Punkte Rückstand.

  • Die Eintracht ist mittlerweile in der Bundesliga angekommen und holte aus den vier Rückrundenspielen vier Punkte - in der Hinrunde wurden gegen die gleichen Gegner alle vier Spiele verloren.

  • Braunschweig kassierte nur zwei Gegentore nach Freistößen (nur Bayern weniger) und nur eines nach einer Ecke (nur Mönchengladbach weniger).

Das macht Sorgen:

  • Braunschweig hat die schwächste Trefferquote der Liga, brauchte im Schnitt 17 Torschüsse für einen Treffer.

  • Die Eintracht hat ein schweres Restprogramm und spielt nur noch drei Mal gegen Teams ab Platz 12 - und das jeweils auswärts (in Nürnberg, Stuttgart und Freiburg).

  • Die Löwen verloren zwei Drittel der Spiele (14 von 21) - mit so vielen Niederlagen nach 21 Runden schaffte nur einmal ein Team noch den Klassenerhalt (Hannover 1971/72).

  • Braunschweig ließ die meisten Torschüsse im eigenen Strafraum zu (212).

  • Die Eintracht erzielte nur ein Kopfball- und ein Weitschusstor - beides ist Ligaminus.

Ausblick:

Normalerweise funktioniert erfolgreicher Abstiegskampf über eine gute Defensive und Siege gegen direkte Konkurrenten. Im nächsten Spiel trifft die Eintracht auf den Tabellen-14. Nürnberg. Gelingt den Braunschweigern nun ein Lauf, ist die Relegation ein durchaus realistisches Ziel. 

Der große Abstiegscheck - hier geht's zur Übersicht aller Clubs...