Zusammenfassung

  • Als erstes Team feiern die Bayern vier Meisterschaften in Serie

  • Zehn Siege zum Saisonstart legten den Grundstein zum Titel

  • Robert Lewandowski trug sich mit einem Fünferpack innerhalb von neun Minuten in die Geschichtsbücher ein

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistungen aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für den FC Bayern München:

Saisonverlauf: Startrekord als Basis des Erfolgs

Die Aussicht, etwas Historisches schaffen zu können, war eine besondere Motivation für die Bayern. "Vier Mal hintereinander hat noch nie jemand die Bundesliga gewonnen. Das heißt: Es wird sehr schwer", stellte Pep Guardiola vor Saisonbeginn klar. Mit einem Startrekord von zehn Siegen legten die Bayern an den ersten zehn Spieltagen bereits den Grundstein für den vierten Titel in Serie. Nach dem deutlichen 5:1 gegen Vizemeister VfL Wolfsburg verdrängten die Münchner am 6. Spieltag Borussia Dortmund von Platz eins und gaben diesen bis Saisonende nicht mehr ab.

Weil sich aber der BVB im Laufe der Saison als hartnäckiger Verfolger erwies, fiel die Titel-Entscheidung erst am vorletzten Spieltag. "Die Dortmunder haben, glaube ich, selber gar nicht gewusst, wie nervig sie für uns waren", sagte Thomas Müller. "Deswegen können wir schon stolz sein. Dieses Jahr haben wir wirklich viel investieren müssen." Am 25. Spieltag wehrten die Bayern mit dem 0:0 in Dortmund den Angriff des Verfolgers ab und verteidigten damit den Fünf-Punkte-Vorsprung. Am Ende sicherte sich der Rekordmeister mit zehn Zählern Abstand auf den BVB seinen 26. Titel, den 25. seit Bestehen der Bundesliga.

So funktioniert die Spinnennetz-Grafik

Der Top-Spieler

© imago / Ulmer

  • Robert Lewandowski wurde zum zweiten Mal nach 2014 (20 Tore für Dortmund) Torschützenkönig in der Bundesliga. Für zwei verschiedene Vereine Torschützenkönig der Bundesliga zu werden, schafften davor nur Stefan Kuntz (Bochum & Kaiserslautern) und Klaus Allofs (Düsseldorf & Köln); er ist also der erste ausländische Spieler, dem das gelang.

  • Lewandowski stellte mit 30 Saisontoren einen neuen Ausländerrekord auf (bisher 29 Saisontore von Klaas-Jan Huntelaar aus der Spielzeit 2011/12).

  • Auf mindestens 30 Tore in einer Bundesliga-Saison kam für Bayern davor nur Gerd Müller (fünf Mal). Mindestens 30 Saisontore gelangen in der Bundesliga zuletzt Dieter Müller vor 39 Jahren (1976/77).

Spruch der Saison: Thomas Müller

Der Aufsteiger der Saison

Zu Saisonbeginn wurde Neuzugang Joshua Kimmich wegen des Überangebots im Mittelfeld ein schwerer Stand prophezeit, doch der 21-Jährige hat sich im Starensemble des Rekordmeisters zu einer festen Größe entwickelt. Dabei glänzte er nach den Ausfällen von Jerome Boateng und Javier Martinez in der für ihn ungewohnten Rolle als Innenverteidiger.

Am Ende brachte es der frühere Leipziger in seiner Debütsaison auf 23 Bundesliga-Einsätze. Für Pep Guardiola ist Kimmich wie ein Sohn. "Ich liebe Joshua Kimmich, er bringt alles mit, um alles zu erreichen", sagte der Bayern-Coach.

Top-Fakten

  • Bayern kassierte die wenigsten Gegentore (17).

  • Teuflisch gut: Die Münchner hatten den größten Ballbesitz ligaweit (66,6 Prozent).

  • Der FCB traf von allen Teams am häufigsten in den letzten 30 Minuten des Spiels (35 Mal).

Das Topspiel der Bayern-Saison

In einem temporeichen und hochklassigen Topspiel baute der FC Bayern gegen Verfolger Borussia Dortmund mit einem 5:1-Sieg seinen Startrekord aus und festigte zugleich seine Tabellenführung. Und auch der 5:1-Erfolg inklusive Lewandowski-Fünferpack sorgte für Schlagzeilen! Doch nicht nur der Gewinn des vierten Meistertitels in Folge ist ein Rekord, auch auf dem Weg dorthin gelang den Bayern ein historischer Meilenstein. Der 4:0-Sieg gegen den 1. FC Köln war der 1000. Bundesliga-Sieg der Bayern - das hat noch kein anderer Verein geschafft.

>>> Die drei Bayern-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Lewandowskis Fünferpack

Für Robert Lewandowski ist die Geschichte noch immer unglaublich. "Erklären kann man das bis heute nicht wirklich", sagte der Pole im bundesliga.de-Interview. Eingewechselt zur Pause beim Stand von 0:1 ballerte sich Lewandowski gegen den VfL Wolfsburg in einen Rausch, sodass die Rekorde im Minutentakt purzelten: Schnellster Hattrick in der Bundesliga in vier Minuten, schnellster Viererpack in sechs Minuten und schnellster Fünferpack in neun Minuten. "Er hatte noch zwei Riesenchancen, und dass er nicht mit sieben nach Hause geht, ist wirklich enttäuschend", kommentierte Philipp Lahm Lewandowskis Rekordnacht augenzwinkernd.

So geht's weiter

Die Planungen für die kommende Saison haben bereits frühzeitig begonnen. Als die Bayern kurz vor Weihnachten bekannt gaben, dass Trainer Pep Guardiola seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird, regelten sie zugleich dessen Nachfolge. Carlo Ancelotti übernimmt ab Juli das Ruder beim Rekordmeister. Mit Weltmeister Mats Hummels und dem portugiesischen Top-Talent Renato Sanches stehen zudem bereits die ersten namhaften Neuzugänge fest. Am 11. Juli nimmt der FCB die Vorbereitung auf, anschließend geht es vom 25. Juli bis zum 4. August in die USA, dabei steigt u.a. ein Testspiel in New York gegen Real Madrid.

Maximilian Lotz

>>> Alle 18 Saison-Rückblicke im Überblick

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