Taktikanweisung vom Coach: Unter Julian Nagelsmann blühte auch Kevin Volland (r.) wieder auf - © imago / Eibner
Taktikanweisung vom Coach: Unter Julian Nagelsmann blühte auch Kevin Volland (r.) wieder auf - © imago / Eibner
Bundesliga

Saison-Rückblick: Nagelsmann rettet die TSG

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistung aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für die TSG 1899 Hoffenheim:

Saisonverlauf: Herausragender Schlussspurt

Wer nicht von einer enttäuschenden Saison in Hoffenheim spricht, würde lügen. Angetreten mit Europapokal-Ambitionen, gelang die Rettung erst mit einer beeindruckenden Serie unter dem Trainer Julian Nagelsmann mit 23 Punkten in den letzten 14 Spielen.  Am Ende sprang dennoch nur Platz 15 heraus.

Zuvor holte die Mannschaft mit den Trainern Markus Gisdol und Huub Stevens nämlich in jeweils zehn Spielen nur je sieben Punkte. Eigentlich erst ab der kommenden Saison als Cheftrainer vorgesehen, belebte Nagelsmann, der mit 28 Jahren jüngste Cheftrainer der Bundesliga-Geschichte, die Mannschaft wieder und gewann mit seiner offensiven Spielweise die Herzen der Spieler und Fans. Leistungsträger wie Sebastian Rudy und Kevin Volland, die monatelang unter ihren Möglichkeiten spielten, steigerten unter Nagelsmann - wie fast alle Profis - im letzten Saisondrittel ihre Form.

Der im Winter verpflichtete Stürmer Andrej Kramaric war mit fünf Toren und vier Vorlagen entscheidend an der Aufholjagd beteiligt. Während die TSG am Anfang der Saison viele Punkte am Ende eines Spiels verlor, gewann sie im letzten Saisondrittel in den Schlussphasen wichtige Zähler. Gerade noch zum richtigen Zeitpunkt gelang mit Nagelsmann die Wende, um auch im neunten Jahr in Serie erstklassig zu bleiben.

Der Top-Spieler

Spruch der Saison: Julian Nagelsmann

Top-Fakten

    Hoffenheim traf acht Mal in der Anfangsviertelstunde – Ligaspitze.

    Kein Team kassierte weniger Weitschuss-Gegentore als Hoffenheim (zwei).

    Nur zwei Teams waren noch laufstärker als die TSG (durchschnittlich 117 Kilometer pro Spiel).

Das Topspiel der TSG-Saison

20. Februar 2016: Es war das erste Heimspiel unter Julian Nagelsmann und der erste Sieg mit dem neuen Trainer. Die drei Punkte beim 3:2 gegen Mainz und das gute Spiel waren das Signal für die Aufholjagd und gaben den Fans wieder Hoffnung.

>>> Die drei TSG-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Spektakulär unspektakulär

So geht's weiter

Leistungsträger Kevin Volland hat zwar schon bei Bayer Leverkusen unterschrieben, doch wenn es der TSG gelingt, weitere umworbene Spitzenkräfte zu halten und den Schwung aus dem Ende der abgelaufenen Saison mitzunehmen, dann könnte eine erfolgreichere Saison mit dem neuen Hoffnungsträger Julian Nagelsmann bevorstehen. Gelingt das nicht, müsste Nagelsmann neu aufbauen - und wie dann die Perspektiven sind, wäre davon abhängig, wie groß der Umbruch im Kader tatsächlich ausfallen sollte.

Tobias Schächter

>>> Alle 18 Saison-Rückblicke im Überblick

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