Eric Djemba-Djemba hat mit einem Tor beim Benefizspiel "Goal4Africa" in München auf sich aufmerksam gemacht. "Am liebsten würde ich in der Bundesliga spielen", erklärt er im Interview mit bundesliga.de.

Eric Djemba-Djembas erste Profi-Station war der französische Erstligist FC Nantes, bei dem er 2001 den Sprung aus der Jugend- in die Lizenzspielermannschaft schaffte. Zwei Jahre später wechselte er zu Manchester United und 2005 zu Aston Villa, von wo es ihn zur Saison 2007/2008 zum Quatar Sports Club aus Doha zog. In der kamerunischen Nationalmannschaft kam er bisher auf 29 Einsätze.

Der Mittelfeldspieler spielte am Samstag (12. Juli) für Clarence Seedorfs Projekt "Goal4Africa" in der Münchner Allianz-Arena. Gemeinsam mit dem "EDU World Team" unterlag er Michael Ballacks "CATION World Team" mit 6:9 (3:5), traf dabei aber einmal ins Schwarze.

Der Torschütze zum 2:2 ist nach zwei Jahren in der Ligue1, vier Jahren in der Premier League und einem Jahr in der Quatari League vereinslos und erzählt im Gespräch mit bundesliga.de von seinem Traumziel Bundesliga.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie Clarence Seedorfs Projekt "Goal4Africa"?

Eric Djemba-Djemba: Es war ein schönes Spiel, denn es hat Spaß gemacht, mit einem großen Fußballer wie Clarence in einer Mannschaft zu spielen. Außerdem ist es ein sehr gutes Projekt, welches für Afrika eine große Hilfe ist, denn die Kinder dort brauchen unser Geld für ihre Bildung. Wenn man den Spaß und den Ernst, den Fußball und die Bildung, miteinander verbinden kann, ist das doch wunderbar.

bundesliga.de: Wie sieht ihre berufliche Gegenwart und Zukunft aus?

Djemba-Djemba: Bis 2006 habe ich für Kameruns Nationalmannschaft gespielt. Bis 2007 hatte ich einen Vertrag bei Aston Villa und im Sommer 2007 wechselte ich zum "Qatar SC". Auf meinen Wunsch hin wurde der Vertrag aber aufgelöst, weil ich mit 27 Jahren noch einmal eine andere sportliche Herausforderung suche. Am liebsten hier in Deutschland in der Bundesliga.

bundesliga.de: Was reizt Sie so an der Bundesliga?

Djemba-Djemba: Naja, in Katar sind die Spieler zwar schnell und flink, aber das Gesamtniveau ist nicht so hoch. Die Bundesliga hingegen ist eine der großen Ligen des Fußballs. Das fußballerische Gesamtniveau ist viel besser und nicht vergleichbar mit dem in Katar, eher mit dem in der Ligue 1 und in der Premier League, wo ich zuvor gespielt habe.

bundesliga.de: Wenn Sie die französische Ligue 1 mit der Bundesliga vergleichen. Wo wird der bessere Fußball gespielt?

Djemba-Djemba: In der Bundesliga spielen mehr gute Fußballer und daher ist die Leistungsdichte größer. Außerdem wird ein offensiverer Fußball gespielt. Das gefällt mir.

bundesliga.de: Haben Sie einen Lieblingsclub in Deutschland?

Djemba-Djemba: Nein, ich habe keinen Lieblingsclub. Ich möchte lediglich für einen Club mit guten Fußballern spielen. Im Prinzip ist es egal welcher: Hauptsache ein Bundesligist, wo ich meine Einsatzchancen bekomme.

bundesliga.de: Wären Sie für einen deutschen Club überhaupt zu finanzieren?

Djemba-Djemba: Das Geld ist nicht so wichtig. Ich muss nicht das verdienen, was ich in Katar verdient habe. Wichtig ist die sportliche Herausforderung, damit ich bei der WM 2010 in Südafrika wieder für die kamerunische Nationalmannschaft spiele. Ich hoffe, dass ich hier in Deutschland einen Kontakt herstellen kann, um mich bei einem Bundesliga-Club zu beweisen.

bundesliga.de: Sie würden Gehaltseinbußen in Kauf nehmen?

Djemba-Djemba: Ja, erst kommt der Club und die sportliche Herausforderung, dann das Geld. Es kommt auch immer darauf an, was der Club zu zahlen imstande ist. Außerdem bin ich nach meiner Kündigung in Katar zurzeit vertragslos und wäre dadurch ablösefrei zu haben.

bundesliga.de: Wo liegen denn Ihrer Meinung nach Ihre Stärken?

Djemba-Djemba: Ich bin physisch und technisch stark. Durch meine Beidfüßigkeit bin ich flexibel einsetzbar, kann sowohl im linken als auch im rechten Mittelfeld oder auch im zentralen defensiven Mittelfeld spielen.

Das Gespräch führte Jean-Charles Fays