Zusammenfassung

  • Statistisch sind die Bayern fast so gut wie im Triple-Jahr 2012/13.

  • Neun Spieler waren schon beim großen Triumph vor fünf Jahren dabei.

  • In der Rückrunde wurden alle Spiele bisher gewonnen.

Köln - Der FC Bayern München marschiert. Nach 22 Spieltagen haben die Münchner in der Bundesliga bereits 18 Punkte Vorsprung auf Platz zwei. Zudem stehen die Bayern im Halbfinale des DFB-Pokals und haben auch das Achtelfinale der Champions League erreicht. Für das Team von Coach Jupp Heynckes läuft es - aber können sie auch wieder das Triple gewinnen?

Fünf Jahre ist es her, dass die Bayern das Triple mit den Triumphen als Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Gewinner der Champions League eingefahren haben - als erster und immer noch einziger Club aus Deutschland. Trainer damals: Jupp Heynckes. Nun ist der Altmeister wieder am Steuer und hat den deutschen Rekordmeister gleich wieder auf Kurs zum ganz großen Erfolg gebracht. Das Team dominiert die Bundesliga ganz ähnlich wie in der Supersaison 2012/13, die Statistiken heute sind praktisch eine Blaupause von damals.

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Vor allem in der Bundesliga sind die Roten unstoppbar. 18 Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen stehen bisher auf dem Konto. 2012/13 hatten sie zum gleichen Zeitpunkt lediglich einen Punkt mehr (18 Siege, 3 Remis, 1 Niederlage). Damals kamen am Ende 91 Punkte zusammen, ein historischer Rekord. Vor allem in der Rückrunde zog die Heynckes-Truppe allen davon und gewann 16 Spiele bei einem Unentschieden, holte 49 von 51 möglichen Zählern.

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Der ewige Punkterekord ist noch möglich

Unmöglich zu erreichen ist diese Bestmarke für das aktuelle Team nicht. Schließlich gelang der perfekte Rückrundenstart, es wurden alle fünf Bundesliga-Partien nach der Winterpause gewonnen. Sollten die übrigen zwölf Partien auch noch siegreich gestaltet werden, kämen die Bayern gar auf 92 Punkte. Damit würden sie auch gleichzeitig den historischen Siegrekord in einer Saison brechen. Der steht aktuell bei 29 Siegen aus den Saisons 2012/13 und 2013/14. Mit zwölf weiteren Dreiern wäre man in dieser Saison bei 30 Saisonsiegen.

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Jupp Heynckes hat der Mannschaft nach dem unbefriedigenden Saisonstart mit zwei Remis und einer NIederlage in den ersten sieben Saisonspielen sowie dem 0:3 bei Paris St. Germain in der Champions League wieder das Siegergen eingepflanzt. Fußballerisch spielen die Münchner einen fast identischen Stil wie vor fünf Jahren, setzen vor allem auf Ballbesitz. Tatsächlich konnten sie diesen mit 62 Prozent im Vergleich zu 2012/13 noch steigern (damals 61 Prozent). Einzig bei der Anzahl an Gegentoren ist die aktuelle Mannschaft deutlich schlechter, kassierte schon 17 Treffer in der Bundesliga (damals 7). Dafür sind sie bei den erzielten Treffern im Soll - und haben mit Robert Lewandowski einen überragenden Goalgetter, der schon 19 Treffer erzielt hat. Einen Stürmer dieser Ausnahmeklasse hatten sie vor fünf Jahren nicht im Kader.

Unter Heynckes hat der FCB 21 von 22 Pflichtspielen gewonnen

Jupp Heynckes hat die Bayern wieder voll in die Erfolgsspur zurück gebracht
Jupp Heynckes hat die Bayern wieder voll in die Erfolgsspur zurück gebracht © gettyimages / Alex Grimm

In der Bundesliga dürfte schon jetzt nur noch wenig anbrennen, dazu sind 18 Punkte Vorsprung einfach zu viel. Deshalb schielen die Fans auch besonders auf die anderen beiden großen Wettbewerbe. Im DFB-Pokal steht mit Bayer 04 Leverkusen natürlich ein echter Brocken an, vor allem auswärts. Allerdings konnte der deutsche Rekordpokalsieger in dieser Saison bereits RB Leipzig und Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb katapultieren, also zwei der ganz großen Gegner in Deutschland.

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Ähnlich gut sieht es auch in der Champions League aus. Mit fünf Siegen wurde die Gruppenphase letztlich souverän gemeistert. Vor allem der 3:1-Sieg im Rückspiel gegen PSG macht Hoffnungen. Im Achtelfinale wartet nun Besiktas Istanbul - ein vermeintlich leichterer Gegner. Insgesamt hat das Team seit Heynckes´ Rückkehr auf den Trainerstuhl 21 Pflichtspiele gewonnen und nur eins (1:2 bei Borussia Mönchengladbach) verloren. Das erneute Triple scheint da durchaus möglich. Zumal nicht nur der Altmeister selbst weiß, wie es sich anfühlt, alles zu gewinnen. Immerhin neun Spieler im aktuellen Kader waren schon 2012/13 dabei: Thomas Müller, Franck Ribéry, Rafinha, Javi Martinez, David Alaba, Manuel Neuer, Arjen Robben, Jerome Boateng und Tom Starke.

Martinez ist Heynckes' Geheimwaffe

Auf einen davon setzt Heynckes ganz besonders - und vor allem völlig anders als seine Nachfolger: Javi Martinez. Pep Guardiola und Carlo Ancelotti ließen den Spanier in der Innenverteidigung auflaufen. Bei Heynckes ist Martinez heute wie damals im defensiven Mittelfeld gesetzt, als Abfangjäger und Spielgestalter. Der Erfolg gibt dem Meistermacher aus Mönchengladbach recht. Mal abwarten, ob es am Ende wieder zum ganz großen Wurf reicht.

Von Tobias Schild und Tobias Anding (Statistiken)