Köln - Der FC Bayern München hat Fans auf der ganzen Welt. Das wurde der Öffentlichkeit am 21. August auf dramatische Art und Weise bewusst, als ein Mitglied der US-Nationalgarde auf Europa-Urlaub außergewöhnliche Courage bewies. Alek Skarlatos stellte sich mit zwei Freunden im Thalys-Zug einem bewaffneten Mann entgegen. Dabei trug der 22-Jährige ein Bayern-Trikot von Thomas Müller. Ein großer Zufall, aber nicht unglaublich, denn: Der FC Bayern erfreut sich in der USA mittlerweile sehr großer Beliebtheit.

Acht offizielle Fanclubs waren in den Vereinigten Staaten bis zur USA-Reise der Bayern im vergangenen Jahr registriert. Ein Jahr später sind es fast 90. Eine unfassbare Beliebtheitsexplosion. Nach Deutschland und Österreich ist die USA damit das Land mit den drittmeisten Fanclubs. Und die Fans aus Übersee haben in den sozialen Medien ein großes Netzwerk aufgebaut. Kaum ein Anhänger in den USA muss die Spiele des Rekordmeisters allein vor dem Fernseher verfolgen, sondern kann gemeinsam mit Gleichgesinnten die Bundesliga verfolgen.

Symbiose aus San Francisco und dem FC Bayern

Der Fanclub mit dem schönsten Namen in den USA ist sicherlich "Mia San Francisco" aus - natürlich - San Francisco. Mit ihrem Logo beweisen die Bayern-Fans aus Kalifornien, dass der Name ihrer Stadt optimal zum Motto des Rekordmeisters passt. Auch Clupwappen und Golden Gate Bridge harmonieren prächtig. Fast schon ein Wink des Schicksals.

Auch diesem Boom in den USA hat es der FC Bayern zu verdanken, dass am 17. August eine historische Marke geknackt wurde: Der Rekordmeister registrierte den 4000. offiziellen Fanclub. Der Jubiläumsclub „#rotwienie Oberopfingen“ kommt aus Kirchdorf an der Iller (Baden-Württemberg) und zählt aktuell 95 Mitglieder. Rund um den Globus sind derzeit fast 310.000 Anhänger der Bayern in Fanclubs organisiert, darunter knapp 35.000 in den 538 internationalen Fanclubs.

Bayrische Erfolgsgeschichte in Mexiko

Der größte ausländische Fanclub kommt allerdings nicht aus Nord- sondern aus Mittelamerika. Der "FC Bayern Mexico" zählt über 4.000 Mitglieder. Etwa 95 Prozent davon sind Mexikaner. Gegründet wurde der Club von Ur-Bayer Gerald Fiedler, den sein beruflicher Weg 2009 nach Mexiko führte. "Die Mexikaner sind sehr begeisterungsfähig. Wir konnten sie von der Bundesliga und dem FC Bayern überzeugen", erklärt Fiedler den großen Erfolg. Der Club besitzt ein eigenes Büro in Guadalajara, wo sich ehrenamtliche Mitarbeiter um neue Mitglieder, die Homepage, den Facebook-Auftritt sowie den Twitter-Feed kümmern.

Der "FC Bayern Mexico" ist das beste Beispiel dafür, dass Karl-Heinz Rummenigge richtig lag, als er zur Ehrung des 4.000.-Fanclubs erklärte: "Der FC Bayern München ist ein Club mit Münchner und bayerischen Wurzeln, der aber in der ganzen Welt Begeisterung schürt." Dank dem beherzten Einsatz von Alek Skarlatos sind in dieser Wocher sicherlich noch einige Begeisterte hinzugekommen.

Florian Reinecke