Braunschweig - Der FC Bayern München hat sein erstes Pflichtspiel der Saison bei Eintracht Braunschweig mit 3:0 gewonnen. In der ersten Runde des DFB-Pokals ließ der Deutsche Rekordmeister beim Titelträger von 1967 nie Zweifel am Erfolg aufkommen.

"Wir haben das Spiel von Beginn an kontrolliert", sagte Toni Kroos. Er sei schon kurz nach dem Anpfiff überzeugt gewesen, dass es an diesem Abend in Braunschweig keine weitere Überraschung im Pokal geben würde.

Warnung an die Konkurrenz

Das erkannte auch der Gegner an. "Der Sieg war hochverdient", gratulierte Braunschweig-Coach Torsten Lieberknecht dem in allen Belangen überlegenen Gegner. Der FC Bayern ist bereit für die Saison, in der unbedingt der Titel her soll. Das stellten die Münchner in Braunschweig unter Beweis - und dabei fehlten noch die Superstars Arjen Robben und Franck Ribery.

bundesliga.de: Herr Kroos, 3:0 gewonnen, kaum Torchancen zugelassen. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Toni Kroos: Wir haben von Anfang an so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind sehr souverän aufgetreten und haben, wie Sie ja auch sagen, kaum Chancen zugelassen.

bundesliga.de: Wann wussten Sie, dass das heute wohl kaum schiefgehen wird?

Kroos: Den Eindruck hatte ich schon kurz nach dem Anpfiff. Wir haben das Spiel von Beginn an kontrolliert. Das frühe Tor hat uns dann noch zusätzlich Sicherheit gegeben.

bundesliga.de: War es leichter als erwartet?

Kroos: Es war genau so wie erwartet. Wenn wir konzentriert spielen und unsere Qualität ausspielen, hat das so auszusehen, auch wenn es im Pokal natürlich immer wieder Überraschungen gibt.

bundesliga.de: Hat Jupp Heynckes, vielleicht mit Blick auf das Aus seines Ex-Klubs Bayer 04 Leverkusen in Dresden nach einer 3:0-Führung, noch einmal explizit davor gewarnt, den Gegner zu unterschätzen?

Kroos: Das musste er gar nicht. Wir sind als Favorit hierher gekommen und wollten das Spiel gewinnen. Außerdem hatten wir von allen Bundesligisten wohl das schwerste Los. Das war bestimmt hilfreich. So bestand gar nicht erst die Gefahr, dass wir die Braunschweiger unterschätzen.

bundesliga.de: War das heute ein weiterer Schritt nach vorn im Vergleich zu den Spielen gegen den AC Mailand und den FC Barcelona beim Audi-Cup?

Kroos: Natürlich. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Angriff hat schon sehr viel besser funktioniert. Wir haben sehr sicher gestanden, hinten kaum Chancen zugelassen. Insofern war es ein weiterer Schritt nach vorn, aber es werden natürlich noch andere Kaliber kommen, die besser nach vorne spielen können. Da müssen wir dann zeigen, dass wir es können. Und vorne werden wir sicher mehr Raum bekommen als heute gegen Braunschweig, die ja hinten sehr kompakt gestanden haben.

bundesliga.de: Sie haben heute hinter den Spitzen gespielt, in der Vorbereitung auch auf der "Sechser"-Position. Sie gelten auch als Alternative für Franck Ribery auf der linken Seite. Welche Position sagt Ihnen am meisten zu?

Kroos: Hinter den Spitzen fühle ich mich am wohlsten. Ich denke, das merkt man auch. Da weiß ich, wie gut ich bin. Auf der "Sechser"-Position gibt es doch mehr taktische Zwänge, da muss man positionsgetreuer spielen. Natürlich muss ich auch hinter den Spitzen Defensivarbeit verrichten und habe wie alle klare Aufgaben, aber wenn wir in Ballbesitz sind, kann ich mich freier bewegen, meiner Intuition folgen und kreativ spielen. Ich glaube, das kommt meinem Spiel zugute. Aber ich bin auf vielen Positionen einsetzbar. Und Jupp Heynckes kennt mich ja schon einige Zeit und weiß genau, wann er mich wo einsetzen kann.

bundesliga.de: Thomas Müller musste als Robben-Ersatz auf der rechten Seite ran. Er hat beide Elfmeter rausgeholt, ein Tor selbst gemacht. Wie schätzen Sie seine Leistung ein?

Kroos: Er hat sehr stark gespielt. Thomas ist sehr flexibel und auf vielen Positionen einsetzbar. Natürlich spielt er jede Position ein wenig anders als ich es tun würde. Ich bin wie er auf verschiedenen Positionen einsetzbar.

bundesliga.de: Der FC Bayern ist also bereit für den Bundesligastart?

Kroos: Bereit und heiß. Nach einem Jahr ohne Titel wollen wir natürlich etwas reißen. Und da haben wir im Pokal den ersten Schritt getan. Natürlich ist noch Luft nach oben, aber wenn man bedenkt, dass mit Robben und Ribery zwei ganz wichtige Spieler nicht dabei waren, dann war das ein gutes Spiel von uns.

Aus Braunschweig berichtet Jürgen Blöhs