Im Kader für die beiden WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft sucht man zwar vergeblich nach einem Dortmunder, einen Mangel an Nationalspielern kann man der Borussia dennoch nicht unterstellen. Ganze neun BVB-Akteure waren für ihre Auswahlteams auf Reisen.

Somit fällt eine gezielte Vorbereitung auf die schwierige Auswärtspartie bei Spitzenreiter Hertha BSC (Samstag, ab 15 Uhr im bundesliga.de-Live-Ticker!) nicht gerade leicht.

Kringe verletzt

Für Jürgen Klopp hat die kleine Trainingsgruppe der verbliebenen Dortmunder Profis aber auch sein Gutes. "Wir haben intensiv gearbeitet, konnten die Inhalte individueller gestalten und noch besser auf die einzelnen Spieler abstimmen", erklärte der Coach der "Schwarz-Gelben".

Etwas zu intensiv scheint das Training für Florian Kringe gewesen zu sein. Der Mittelfeldspieler zog sich am Dienstag (31. März) eine Verletzung im Oberschenkel zu, möglicherweise ein Faserriss, vielleicht auch nur eine Zerrung. Kringes Einsatz in Berlin ist jedenfalls fraglich, auch wenn "der Doc ihn noch nicht ganz abgeschrieben hat", so Klopp.

Somit gehen dem BVB langsam die Mittelfeldspieler aus. Mit Kevin-Prince Boateng, der nach einer Sehnenverletzung im Knie gerade erst wieder mit dem Lauftraining begonnen hat, und Tinga, der wegen der fünften Gelben Karte gesperrt ist, stehen zwei weitere Akteure definitiv nicht zur Verfügung.

Mit Selbstvertrauen zurück

Gestärkt wird hingegen Regisseur Tamas Hajnal von den Partien der ungarischen Nationalelf zurückkehren. Dank der Siege in Albanien und zuhause gegen Malta dürfen sich Hajnal und Co. durchaus Chancen auf die WM-Teilnahme 2010 machen. Als Motivationsspritze dienten die Länderspiele auch Neven Subotic, der sein Debüt im serbischen Nationaltrikot feiern durfte, und Alex Frei, der beim 2:0-Auswärtssieg der Schweizer in Moldawien das 1:0 besorgte und auch beim 2:0 gegen Moldawien ein Mal erfolgreich war.

Klopp freut sich über den Rückenwind, den seine Internationalen bis spätestens Donnerstagabend zurück nach Dortmund bringen. "Entscheidend ist aber, dass alle meine Spieler wieder gesund zurückkehren", hofft der Trainer, der sich per SMS von seinen Spielern über ihren Gesundheitsstand informieren lässt.

Ein schlagkräftiges und selbstbewusstes Team ist beim Spitzenreiter auch von Nöten, um nach dem ersten Bundesliga-Sieg 2009 am vergangenen Spieltag gegen Bremen den nächsten "Dreier" einzusammeln. Mit 37 Punkten Zählern liegt die Borussia derzeit auf Rang 9, der Abstand auf einen UEFA-Pokal-Platz beträgt sieben Punkte.

Internationales Geschäft noch nicht abgeschrieben

Zum Verhängnis wurden dem Champions-League-Sieger von 1997 die zahlreichen Unentschieden in dieser Spielzeit, mit 13 Punkteteilungen verdienten sich die Dortmunder den zweifelhaften Ruf der "Remis-Könige".

Das internationale Geschäft haben die Borussen aber noch nicht abgeschrieben. "Alle neun Gegner sind machbar. Da ist keiner dabei, der uns in der Hinrunde an die Wand gespielt hat", sagt zum Beispiel Hajnal beim Blick auf das Restprogramm. Den Anfang können er und seine Teamkollegen am Samstag in Berlin machen.

Denis Huber