München - Der Tabellenführer gibt sich die Ehre: Am Samstag gastiert Borussia Dortmund auf dem Betzenberg. Bei Flutlicht-Atmosphäre und ausverkauftem Haus will der 1. FC Kaiserslautern dem souveränen Spitzenreiter einen heißen Tanz bieten (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Doch FCK-Cheftrainer Marco Kurz weiß natürlich um die Qualität der Borussen: "Dass Dortmund die Mannschaft der Stunde in der Liga ist, muss ich ja niemandem erzählen. Der BVB hat ein junges, hungriges Team und wir wissen, wie sie auftreten werden. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die Begegnung - es ist toll, sich mit dem Tabellenführer messen zu können."

Jessen kennt den Schlüssel zum Erfolg

Dass sein Team sich aufgrund fehlender Ergebnisse in letzter Zeit in einer nicht gerade einfachen Situation befindet, ist für den gebürtigen Schwaben ebenfalls kein Neuland. "Wir treten gut auf, haben auch beim Spiel in Hoffenheim nochmal eine Steigerung gezeigt und trotzdem keine Punkte mitgenommen. Das ist zweifelsohne eine schwierige Situation für die Mannschaft - aber sie wird ihren Weg gehen, weiter nach vorne schauen und keinesfalls resignieren", so Kurz.

Abwehrspieler Leon Jessen zeigt vor dem BVB zwar Respekt, jedoch keine Angst. "Dortmund ist sehr stark im Passspiel und schaltet sehr schnell um. Wir müssen den Gegner eng markieren und ihnen wenige Räume bieten - dann können wir erfolgreich sein."

Personell muss Trainer Kurz die Mannschaft wieder etwas verändern, da mit Florian Dick und Oliver Kirch zwei Akteure definitiv nicht zur Verfügung stehen. Dick kassierte am vergangenen Spieltag seine fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt, Kirch fällt mit einem Bänderriss im Sprunggelenk für einige Wochen aus. Dafür konnte Kapitän Martin Amedick nach seinem Muskelfaserriss die Trainingsbelastung zuletzt kontinuierlich erhöhen. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass der Abwehrchef in der Partie gegen seinen Ex-Verein wieder mitwirken kann.

Gewaltige Unterstüzung der Fans

Über 8.000 Fans begleiten Borussia Dortmund zum zwölften Auswärtsspiel in dieser Spielzeit. Sie wollen mit ihrer Mannschaft den elften Saisonsieg in einem fremden Stadion feiern - und damit die Einstellung des historischen Bundesliga-Rekords. Doch das wird nicht einfach. Flutlichtspiele auf Deutschlands berüchtigstem Fußballberg entwickeln häufig eine besondere Dynamik.

Die Erfahrungen der Borussen auf dem Betzenberg sind ohnehin nicht allzu positiver Natur. Von den letzten 18 Gastspielen in Kaiserslautern konnte nur eins gewonnen werden. Zuletzt - im Oktober 2005 - gab man eine 3:1-Führung aus der Hand und musste sich mit einem 3:3 begnügen.

"Wir haben in dieser Saison schon einige heiße Spiele erlebt", sagt Jürgen Klopp und erinnert an die geradezu feindselige Atmosphäre beim Europa-League-Spiel in Lwiw (4:3), "und wir werden uns auch am Samstag nicht im negativen Sinne von einer hitzigen Atmosphäre anstecken lassen. Wir fahren da hoch, um Fußball zu spielen."

"Spiel mit aller Macht durchdrücken"

Hans-Joachim Watzkes Vorfreude auf das Spiel ist übergroß. "Für solche Spiele lebt man als Fußball-Romantiker", schwärmt der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung: "1. FC Kaiserslautern gegen Borussia Dortmund - das ist ein Traditionsduell, solche Spiele finden wir klasse!"

"Wir haben das ambitionierte Ziel, unser Spiel mit aller Macht durchzudrücken", kündigt Jürgen Klopp an. Er wird seine Mannschaft "auf leidenschaftlich kämpfende Lauterer einstellen" und fordert, "von der ersten Sekunde an dagegenzuhalten".

Dabei muss Klopp ohne Shinji Kagawa (Mittelfußbruch), Sebastian Kehl (Trainingsrückstand), Florian Kringe und Patrick Owomoyela (beide Aufbautraining) auskommen.