Köln - Die TSG 1899 Hoffenheim hat den ersten kleinen Schritt raus aus der sportlichen Misere getan. Beim etwas schmeichelhaften 0:0 in Köln boten die Kraichgauer im ersten Spiel unter ihrem neuen Trainer Huub Stevens eine kämpferisch starke Vorstellung. Vor allem die Defensive zeigte sich stark verbessert.

Nein, so versichern die Spieler der TSG, Huub Stevens' erste Worte an die Mannschaft seien nicht "Die Null muss stehen" gewesen. Doch wo der neue Trainer in der Kürze der Zeit ansetzte, war auch kein großes Geheimnis. "Ich habe über Organisation gesprochen", verriet der erfahrene Coach. "Du fängst bei einer Mannschaft an, von hinten raus aufzubauen. Wir brauchten eine bestimmte Geschlossenheit. Wenn du weißt, dass die Mannschaft nicht das Vertrauen hat, musst du versuchen, nicht ins offene Messer zu laufen."

Das gelang Hoffenheim einigermaßen gut. Der Spektakel-Fußball der vergangenen zweieinhalb Jahre unter Markus Gisdol gehört erst einmal der Vergangenheit an. Nach 19 Gegentoren in den ersten zehn Spielen verordnete Stevens seiner Truppe eine defensivere Ausrichtung, was auch der Tatsache geschuldet war, dass gegen Köln der herausragende Konterspieler Kevin Volland eine Gelbsperre absitzen musste.

Stevens regt zum Nachdenken an

Die Mannschaft vertraut den Maßnahmen des Coaches. "Huub Stevens ist ein erfahrener Trainer, der sehr viel erlebt hat und sich bei Kleinigkeiten sehr gut auskennt. Die Ansprachen sind gut, die Mannschaft nimmt sie auch an", beschreibt Kevin Kuranyi im Gespräch mit bundesliga.de den neuen Trainer. "Er bringt Sachen, die die Mannschaft zum Nachdenken bringen. Das ist bei einer jungen Mannschaft gut so."

Stevens ist eine Respektsperson, ein Trainer, der in seiner Karriere schon viele Titel gewonnen hat und noch nie abgestiegen ist. "Er ist ein erfahrener Mann, der schon vieles miterlebt hat und weiß, um was es geht. Das spürt man auch", lobt Mannschaftskapitän Pirmin Schwegler den neuen Coach. Stevens selbst weiß nach der Nullnummer , dass "wir noch viele Schritte zu gehen haben". Aber der Anfang ist gemacht.

Kölns Marcel Risse und Hoffenheims Vargas duellieren sich in der Luft.

In der Mannschaft war die Erleichterung groß, nach vielen späten Nackenschlägen in Form von unnötigen Gegentoren und Punktverlusten gerade in den letzten Spielminuten wieder einmal etwas Zählbares mitgenommen zu haben. "Das Glück ist wieder zurück", glaubt Schwegler. "Wir haben hart gearbeitet. In den letzten Wochen war es extrem bitter, Spiele noch aus den Händen zu geben. Deswegen war das Ergebnis heute gut. Unterm Strich steht ein Punkt, den wir in unserer Situation gerne mitnehmen."

"Kleiner Schritt in die richtige Richtung"

Tabellarisch bleibt die Lage der TSG Hoffenheim weiterhin angespannt. Entwarnung kann im Abstiegskampf noch lange nicht gegeben werden. Mit sieben Punkten und nur einem Sieg aus den ersten elf Spielen hinken die Kraichgauer ihren eigenen Ansprüchen noch weit hinterher.

In den noch ausstehenden sechs Partien bis zur Winterpause warten mit dem kommenden Gegner Frankfurt, Ingolstadt und Hannover noch drei direkte Konkurrenten auf die Stevens-Elf, allerdings auch mit Hertha, Gladbach und Schalke drei Teams des oberen Tabellendrittels. "Der Punkt in Köln war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", meint Keeper Oliver Baumann. Dem müssen noch viele weitere folgen.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski