Köln - Die Freude war riesig, der Jubel groß. Nach einer herausragenden Saison steigt der FC Ingolstadt erstmals in die Bundesliga auf – und geht dort als 54. Bundesligist in die Geschichte ein.

Die Schanzer haben einen beeindruckenden Lauf hingelegt. Ganze 19 Monate ist es her, da lag der Club aus der mit 132.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Oberbayerns abgeschlagen auf dem letzten Platz in der 2. Bundesliga. Mit der Verpflichtung von Coach Ralph Hasenhüttl kam der Aufschwung, die Ingolstädter holten noch 37 Punkte in 24 Spielen und sicherten problemlos die Klasse – um dann in der abgelaufenen Saison 2014/15 auf Platz eins und souverän in die Bundesliga zu marschieren. Dabei war der FCI seit dem achten Spieltag durchgehend Erster, hatte am Ende acht Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz.

In vielen Statistiken top

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Die meisten Punkte, die meisten Siege, die wenigsten Niederlagen, die meisten Tore erzielt, die beste Tordifferenz – Ingolstadt war in praktisch allen Bereichen die Nummer eins der 2. Bundesliga. Mit 554 Torschüssen waren die Ingolstädter die Ballermänner der Liga, vor allem die Stürmer kommen mit zusammen 32 Toren bei 248 Schüssen (jeweils Ligahöchstwert) auf eine tolle Quote. Zudem waren die Oberbayern das überragende Team bei Standardsituationen: 23 Standards führten zu Toren, davon zwölf Freistöße und neun Ecken. Insgesamt erzielte der FCI 43 Prozent seiner Tore nach Standards.

Und auch defensiv legte Ingolstadt bei nur 32 Gegentoren eine sensationelle Saison hin. Ganze 270 Torschüsse für ihre Gegner ließ die Hasenhüttl-Elf zu (Ligaschnitt 439), kassierten nur zwei Tore nach Ballverlusten und eins nach einem Fehler. Keeper Ramazan Özcan musste nur zweimal nach Freistößen hinter sich greifen. Und schließlich war der FCI auch noch das zweikampfstärkste Team der Liga mit 54 Prozent gewonnenen Defensiv-Duellen.

22 Neulinge schafften den Klassenerhalt

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Durch den Aufstieg wird der FCI nun zum 54. Bundesligisten und zum 38. Neuling seit 1963/64, als die Bundesliga mit 16 Clubs in ihre Premierensaison ging. Immerhin 22 dieser Neulinge schafften im ersten Jahr auch gleich den Klassenerhalt. Ganze acht Clubs in der Ligageschichte blieben Eintagsfliegen, spielten also nur ein Jahr in der Bundesliga (Preußen Münster 1963/64, Tasmania Berlin 1965/66, Fortuna Köln 1973/74, BW 90 Berlin 1986/87, VfB Leipzig 1993/94, SSV Ulm 1999/2000, SpVgg. Greuther Fürth 2012/13 und SC Paderborn 2014/15).

Der erfolgreichste Neuling war der FC Bayern München. Nach ihrem Aufstieg 1965 wurden die Bayern gleich Dritter und gewannen den DFB-Pokal. Bester Aufsteiger aller Zeiten war jedoch der 1. FC Kaiserslautern. Die Roten Teufel wurden nach ihrer Bundesliga-Rückkehr 1998 auf Anhieb Deutscher Meister. Ein Kunststück, das keinem anderen Club davor und danach gelang. Der Wuppertaler SV landete als zweitbester Neuling 1972/73 auf Platz vier, Hannover 96 kam 1964/65 auf Rang fünf. Und die TSG 1899 Hoffenheim wurde 2008/09 in ihrer ersten Bundesliga-Saison als erster Neuling Herbstmeister. Der FCI ist übrigens der vierte Neuling in den vergangenen vier Jahren, folgt dem FC Augsburg (2010/11), Fürth und Paderborn.

Von Tobias Schild und Tobias Anding