Frankfurt - Der FC St. Pauli verliert beim 1:2 in Frankfurt unglücklich und zum fünften Mal hintereinander. Dennoch gab es auch positive Ansätze, die Hoffnung im Abstiegskampf machen. "Die Tendenz zeigt nach den Spielen gegen Stuttgart und in Frankfurt wieder klar in die richtige Richtung", sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski.

Es war eine bittere, weil vermeidbare Niederlage bei den Hessen. Bitter deshalb, weil beim Frankfurter Siegtor durch Theofanis Gekas St. Paulis Abwehrspieler Markus Thorandt ausrutschte und dadurch der Grieche im Eintracht-Trikot so frei zum Abschuss kommen konnte (77.). "Es sind Kleinigkeiten, die in der Bundesliga entscheiden über Sieg oder Niederlage. In den letzten Wochen kommt es knüppeldick", haderte St. Paulis Innenverteidiger Ralph Gunesch.

Nur Gekas trotzt St. Paulis starker Defensive

Mut machte das Auftreten der Hamburger in den ersten 30 Minuten, als die Spieler all das umsetzten, "was wir uns vorgenommen hatten", wie Gunesch erzählte. Die Mannschaft von Trainer Stanislawski störte die Frankfurter früh am Spielaufbau, Dennis Daube "nervte" immer wieder erfolgreich Eintrachts Mittelfeldlenker Pirmin Schwegler und die kompakte Defensive im 4-1-4-1-System ließ bis dahin den Frankfurtern keine Torchance zu.

Erst ein Foulelfmeter - Daube hatte Gekas zu Fall gebracht - brachte die Eintracht besser ins Spiel; Gekas verwandelte zur Frankfurter Führung (34.). Doch der Aufsteiger zeigte Moral und kam durch einen Freistoß von Charles Takyi noch vor der Pause verdient zum Ausgleich (42.); Eintracht-Verteidiger Georgios Tzavellas hatte den Ball noch abgefälscht.

Doch die Hamburger ließen nach der Pause besonders im Vorwärtsgang stark nach und Gekas genügte das Unglück von Thorandt, um die Niederlage von St. Pauli mit seinem 16. Saisontreffer perfekt zu machen. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht konsequent nach vorne gespielt", ärgerte sich Trainer Stanislawski, "und schenken hinten die Tore zu leicht weg." Er forderte mehr "Konsequenz" und weniger "Fahrlässigkeit" von seinen Profis.

Hartes Restprogramm

"Wir haben immer noch den Glauben", versicherte Mittelfeldspieler Matthias Lehmann: "Wir dürfen jetzt nicht zusammenbrechen." Doch das Restprogramm ist hart: St. Pauli hat nur noch drei Heimspiele und muss noch vier Mal auswärts antreten. Und die drei Heimspielgegner haben es in sich: erst Schalke, dann Bremen und schließlich Bayern München. Und das Auswärtsprogramm ist nicht leichter: Leverkusen, Wolfsburg, Kaiserslautern und Mainz stehen auf dem Reiseplan. Doch Trainer Stanislawski sagte trotzig: "Wie die Gegner heißen, ist egal. Wir müssen jetzt in jedes Spiel Pokal-Charakter reinbringen und unsere Heimspiele gewinnen."

Stanislawski versicherte, dass seine Spieler "weiter den Kopf oben behalten" werden. Der Trainer setzt auf die mannschaftliche Geschlossenheit des Kaders. Auch Gunesch vertraut auf das gute Klima im Team: "Unser Plus beim Aufstieg war, dass wir als Mannschaft immer zusammengestanden haben. Das brauchen wir auch jetzt. Ich bin sicher, daran wird es nicht scheitern."

Tobias Schächter