Das Spiel in der Hinrunde gewann der VfL Wolfsburg mit 3:1 gegen den 1. FC Köln
Das Spiel in der Hinrunde gewann der VfL Wolfsburg mit 3:1 gegen den 1. FC Köln
Bundesliga

Den Erwartungen hinterher

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt - so oder so ähnlich könnte die Schlagzeile über dem Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Köln (So., ab 15 Uhr im LIVE-Ticker/Liga-Radio) lauten.

Beide Mannschaften sehen sich mit dem gleichen Problem konfrontiert: Die momentane sportliche Entwicklung hinkt den Erwartungen hinter, die es vor Saisonbeginn auf beiden Seiten gab.

Die "Wölfe" gingen als Deutscher Meister in die Saison, spielten zum ersten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte in der Champions League. Im vergangenen Jahr wussten sie auf dem Weg zum Titel durch erfolgreichen Angriffsfußball zu überzeugen.

Letzteres ist immer noch der Fall, erzielten Dzeko, Grafite, Martins und Co. bisher doch schon 33 Tore; das ist der viertbeste Wert in der Bundesliga. Der Grund für den mittelmäßigen Tabellenplatz 9 ist die Abwehr. Der Meister kassierte in 18 Partien bereits 35 Gegentreffer. Vergangene Saison gab es in 34 Spielen nur 41 Gegentore.

Die Wende soll her

"Es ist völlig klar, dass, wenn man so steht wie wir momentan und dann auch noch mit einer Niederlage startet, entsprechende Kritik und Spekulationen aufkommen. Das ist völlig normal in diesem Geschäft", erklärt Armin Veh die Situation nach der 1:3-Niederlage in Stuttgart zum Rückrundenstart.

Da die internationalen Plätze mit neun Punkten Rückstand bereits in ziemlich weiter Ferne liegen, weiß der Trainer der Niedersachsen, was nun zählt: "Wir kämpfen darum, die Kurve zu kriegen. Und dafür brauchen wir jetzt Ergebnisse." Bedeutet: Ein Sieg muss her.

Bollwerk zu Besuch

Doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt kommt mit dem 1. FC Köln eines der defensivstärksten Teams in die Volkswagen Arena. Die "Geißböcke" stellen mit nur 18 Gegentreffern die viertbeste Abwehrreihe der Liga.

Besonders auswärts ist die "Betonabwehr" schwer zu knacken, weiß Veh: "Sie haben nicht umsonst in den letzten sechs Auswärtsspielen kein Gegentor kassiert. Das ändert aber nichts daran, dass wir siegen müssen. Wir haben zu wenig Punkte und müssen daran schleunigst etwas ändern."

Offensiv-Probleme beim FC

Den Gästen geht es jedoch ähnlich. Die vergangene Saison lief für den damaligen Aufsteiger mit 39 Punkten beinahe optimal. Der FC war nie ernsthaft in den Abstiegskampf verwickelt und schaffte es sogar, den verlorenen Sohn Lukas Podolski zurück zu holen. Die Weichen für eine weitere Spielzeit ohne Sorgen schienen gestellt.

Doch ähnlich wie in Wolfsburg erfüllten sich auch in der Domstadt die Erwartungen nicht. Der guten Abwehr gegenüber steht ein Angriff, der in bislang 18 Spielen nur zwölf Mal in des Gegners Tor traf. Die letzten beiden Treffer wurden zu allem Überfluss durch Kevin Großkreutz' Last-Minute-Treffer zum 3:2-Sieg für Dortmund vergangenen Sonntag im Prinzip bedeutungslos, was den Kölnern einen harten Schlag versetzt hat. "Wir haben in dieser Woche viel zu tun gehabt und mussten die Mannschaft nach der unglücklichen Niederlage aufbauen. Aber die Moral stimmt", so Trainer Zvonimir Soldo.

Vielversprechender Ersatz

Die wird im Spiel beim Deutschen Meister noch einmal besonders getestet werden. Mit Milivoje Novakovic (grippaler Infekt) und Lukas Podolski (Rückenbeschwerden) fällt der komplette Stammangriff aus und Ersatzmann Manasseh Ishiaku ist wegen Adduktorenproblemen fraglich.

Immerhin kehren Sebastian Freis und Fabrice Ehret in die Mannschaft zurück und die haben in dieser Saison bereits je ein Mal gegen Wolfsburg getroffen...

Gregor Nentwig