Zusammenfassung

  • Der Mainzer Neuzugang Nigel de Jong ist nach über neun Jahren zurück in der Bundesliga

  • Bei den Nullfünfern unterschreibt der niederländische Routinier einen Vertrag bis Saisonende

  • De Jong: "Ich gebe immer 100 Prozent, ich will immer gewinnen"

Mainz – Über neun Jahre ist es her, als Nigel de Jong zuletzt in der Bundesliga auf den Platz ging. Anfang Oktober 2008 thronte der Niederländer mit dem Hamburger SV nach dem 2:1 in Cottbus an der Tabellenspitze – es folgte für ihn eine Knieverletzung und im Winter dann der Wechsel zu Manchester City. Fast ein Jahrzehnt später ist de Jong zurück in Deutschland: Der 1. FSV Mainz 05 nimmt ihn für die Rückrunde unter Vertrag und setzt im Abstiegskampf auf die kampfstarken Dienste des mittlerweile 33-jährigen Mittelfeldroutiniers.

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"Ich freue mich über meine Rückkehr in die Bundesliga, eine der europäischen Top-Ligen", sagte de Jong anlässlich der Vertragsunterzeichnung. „Ich habe ein genaues Bild von der Mannschaft, sie steht für eine sehr gute Organisation und den Willen, offensiven Fußball zu zeigen. Mir gefällt auch die Geschichte von Mainz 05, der Verein hat sich aus eigener Kraft in der Bundesliga etabliert. Ich möchte Mannschaft und Verein helfen, in dieser Saison ihre Ziele zu erreichen", erklärt der Mittelfeldspieler, der seine illustre Karriere nun bei den Nullfünfern fortsetzt.

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Auch in Mainz sind die Verantwortlichen überzeugt, mit de Jong ein wichtiges Puzzlestück im Abstiegskampf gefunden zu haben. "Nigel ist ein Anführer, eine Kämpfernatur, aber auch ein klarer Kopf und top-professioneller Spieler“, weiß 05-Sportvorstand Rouven Schröder um die Qualitäten des defensiven Mittelfeldspielers. „Er soll der Mannschaft mit seiner ungeheuren fußballerischen Erfahrung und seinem Charakter wichtige Impulse in der Rückrunde geben“, setzt Schröder auf die Routine des 81-fachen niederländischen Nationalspielers, der zuletzt für Galatasaray Istanbul die Fußballschuhe schnürte.

"Nigel ist ein Anführer, eine Kämpfernatur, aber auch ein klarer Kopf und top-professioneller Spieler" Rouven Schröder

Erfahrung hat de Jong en masse gesammelt: Nach seinem Abgang beim HSV spielte der "Rasenmäher", wie er aufgrund seiner Zweikampfstärke und vor allem –härte auch genannt wird, dreieinhalb Jahre für Manchester City. In diese Zeit fällt auch sein größter Erfolg: Mit dem Nationalteam zog de Jong bei der WM 2010 in Südafrika ins Endspiel ein, wo sich die "Elftal" letztlich nach großem Kampf den Spaniern geschlagen geben musste. Mit den "Citizens" schnappte sich der Niederländer danach noch zwei Titel: 2011 holte City den FA-Cup, ein Jahr später den Meistertitel in der Premier League.

© imago / Bernd Koenig

De Jong: "Ich gebe immer 100 Prozent"

Danach zog es Weltenbummler de Jong weiter nach Italien: Vier Jahre lang warf sich der 1,74 Meter große Mittelfeldstar in der Serie A beim AC Mailand in jeden Zweikampf. "Ich bin kein einfacher Gegenspieler für meine Gegner, ich bin ein bissiger Konkurrent und will alle Spiele gewinnen. Ich gebe immer 100 Prozent", umschreibt der in Amsterdam geborene Routinier seine Maxime. Das tat de Jong auch weiterhin im Dress der Nationalmannschaft: 2014 präsentierte sich Oranje abermals bei der WM in Bestform, auch dank des starken Mittelfeldmanns schnappte sich die Niederlande am Ende des Turniers in Brasilien Platz drei. Anderthalb Jahre später sollte es de Jong wieder nach Amerika ziehen – diesmal allerdings etwas nördlicher: Im Januar 2016 schließt er sich dem MLS-Schwergewicht Los Angeles Galaxy an.

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Das Abenteuer in den USA dauert jedoch nur ein halbes Jahr – de Jongs Sehnsucht nach Europa ist zu groß. Bei Galatasaray sucht er eine neue Herausforderung, für den türkischen Renommierklub soll er vor der Abwehr aufräumen. Doch auch in Istanbul findet der "Rasenmäher" nicht sein Glück, löst nach nur 18 Monaten seinen Vertrag auf. Der Neuanfang führt den 33-Jährigen dorthin, wo sein Stern als zentraler Mittelfeldspieler letztlich aufging. Die Bundesliga – es könnte nach über neun Jahren für den bei Ajax Amsterdam ausgebildeten de Jong nicht nur eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, sondern auch eine Rückkehr zu alter Form werden.