Mönchengladbach - Igor de Camargo bleibt für Borussia Mönchengladbach der Mann der wichtigen Tore. In den vergangenen 18 Monaten sind dem Belgier entscheidende Treffer zu wegweisenden Siegen unter anderem in der Relegation gegen Bochum und bei den Auswärtserfolgen in München und Leverkusen, wo die "Fohlen" in der vergangenen Saison die Qualifikation für den Europa-Cup besiegelten, gelungen.

Am Donnerstag erzielte der 29-jährige gebürtige Brasilianer nach seiner Einwechslung die beiden Tore zum 2:0-Sieg in der Europa League gegen AEL Limassol, der der Borussia aufgrund der Heimniederlage Olympique Marseilles gegen Fenerbahce Istanbul im Parallelspiel der Gruppe C den vorzeitigen Einzug in die K.-o.-Runde sicherte.

Frage: Herr de Camargo. Sie kommen von der Bank, werden eingewechselt und schießen die beiden Tore zum Gladbacher Sieg. Wie glücklich sind Sie?

Igor de Camargo: Es ist schön, dass ich mit den Toren wieder der Mannschaft helfen konnte. Das will ich immer, entweder mit Vorlagen oder Toren. Das macht mich dann natürlich sehr glücklich. Von mir war das heute ein Signal, dass ich da bin. Was zählt, sind die drei Punkte und dass wir qualifiziert sind für die nächste Runde. Das Kollektiv zählt. Wenn die Mannschaft gut ist, geht es von alleine nach oben. Natürlich will ich immer spielen, weil ich auf der Bank nicht so viel machen kann.

Frage: Es schien so, als hätten Sie sich über Ihre Tore gar nicht richtig gefreut. Waren Sie sauer?

de Camargo: Nein, warum sollte ich sauer sein? Ich habe zwei Tore gemacht und mich zusammen mit den Jungs gefreut. Der Jubel war abgesprochen.

Frage: Stimmt es, dass Sie vor dem Spiel zum Physiotherapeuten gesagt hatten, dass Sie zwei Tore machen würden?

de Camargo: Das kann sein. Viele Leute in der Kabine haben mich gerne. Das finde ich schön. Vor dem Spiel haben mir viele gesagt, dass ich sie nicht enttäuschen soll, wenn ich ins Spiel komme. Das hat geklappt.

Frage: Haben Sie auf der Bank gespürt, dass die Mannschaft Angst hatte?

de Camargo: In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gut gespielt. Die Einwechslungen haben uns gut getan. Es ist ein gutes Zeichen, wenn in der Mannschaft viel Konkurrenz ist.

Frage: Sie haben in den letzten zwei Jahren viele wichtige Tore gemacht, unter anderem in der Relegation gegen Bochum. Was geht in einem vor, wenn man weiß, dass man für den Verein schon viel bewegt hat?

de Camargo: Ich bin hier, um meine Arbeit zu machen. Das habe ich wieder getan. Ich habe Glück bei den wichtigen Toren. Ich will immer die Tore schießen, auch in der Bundesliga. Der Trainer hat uns in der Kabine gesagt, dass die Bundesliga unsere Lebensversicherung ist. Diesmal hatte ich in der Europa League das Glück, zwei Tore zu schießen, fast wären es sogar drei geworden.

Frage: Haben Sie mit dem Trainer über Ihre Situation gesprochen?

de Camargo: Ja, aber das sind interne Sachen, die ich mit dem Trainer in der Kabine bespreche.

Frage: Wie wohl fühlen Sie sich in Mönchengladbach?

de Camargo: Ich habe schon viel von Ihren Kollegen gehört, dass ich angeblich weg will. Das stimmt nicht. Ich will hier bleiben und, wie gesagt, meine Arbeit machen. Heute habe ich gezeigt, dass ich da bin.

Frage: Haben Sie einen Wunschgegner in der nächsten Runde?

de Camargo: Nein, ich will nur im nächsten Spiel wieder ein Tor machen und danach feiern.

Frage: Hoffen Sie nun, dass Sie in Augsburg wieder von Anfang an spielen können?

de Camargo: Das hoffe ich in jedem Spiel. Aber das entscheidet der Trainer. Ich muss seine Entscheidung respektieren. Der Trainer weiß, was ich kann.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski