Wolfsburg - In der Winterpause holte Klaus Allofs seinen Wunschspieler Kevin de Bruyne vom FC Chelsea nach Wolfsburg - als Nachfolger von Diego. Der 22-Jährige ist ein wichtiger Baustein in den Plänen des Vfl, der sich in der Tabelle dauerhaft in der Spitze etablieren will.

Beim 2:1 gegen Frankfurt begann der belgische Nationalspieler auf der linken Außenbahn. Nach der Pause stellte Dieter Hecking angesichts des 0:1-Rückstands um, zog Maximilian Arnold auch die Sechser-Position zurück, brachte Daniel Caligiuri für die Außenbahn und beorderte de Bruyne in die Mitte.

Mit Erfolg. In Minute 69 legte der Neuzugang in einer "schönen Einzelaktion" (Klaus Allofs) Ivica Olic zum 1:1 auf. Natürlich spiele er "da, wo der Trainer mich hinstellt", so de Bruyne - aber "lieber zentral". Und da dürfen sich die Fans auf einiges freuen, denn de Bruyne, der von sich sagt, er sei "sehr kritisch" mit sich selbst, verspricht: "Ich kann es viel besser."

Frage: Kevin De Bruyne, sind Sie zufrieden mit dem Spiel?

Kevin de Bruyne: Insgesamt ja. Wir haben gewonnen. Aber wir spielen noch nicht konstant genug über die vollen 90 Minuten. Und wieder einmal mussten wir einen Rückstand aufholen. Aber das zeigt andererseits ja auch, dass die Moral in der Mannschaft stimmt.

Frage: Sie haben Ivica Olic zum 1:1 aufgelegt. Haben Sie gesehen, dass er Richtung kurzen Pfosten geht oder war das ein im Training einstudierter Spielzug?

De Bruyne: Nein. Das Spiel ist manchmal so schnell, da hat man gar keine Zeit, zu schauen. Manchmal hofft man in so einer Situation nur, dass da ein Mitspieler steht. Flanken auf den kurzen Pfosten in den Raum zwischen Torwart und Angreifer sind generell gefährlich. Und Ivi hat natürlich auch einen Riecher, wo der Ball hinkommen könnte. Das hat er sehr gut gemacht.

Frage: Sie haben in der ersten Halbzeit auf der linken Seite gespielt. In der zweiten dann zentral. Was gefällt Ihnen besser?

De Bruyne: Ich spiele lieber zentral. Da habe ich mehr Optionen. Aber ich spiele natürlich da, wo der Trainer mich hinstellt und versuche, auf jeder Position alles für die Mannschaft zu geben. Und neu ist es für mich ja auch nicht. Ich habe auch bei meinen anderen Vereinen schon häufig auf der Außenbahn gespielt.

Frage: Waren Sie denn mit Ihrem Spiel zufrieden?

De Bruyne: Es war besser als letzte Woche, aber nicht gut. Ich bin sehr kritisch mit mir selbst, vielleicht sogar mein größter Kritiker. Daher bin ich eigentlich nie ganz zufrieden mit mir. Heute würde ich sagen: Ich kann es viel besser. Und daran arbeite ich.

Frage: In der ersten Hälfte hat Maximilian Arnold zentral gespielt. Wie beurteilen Sie das Zusammenspiel mit ihm?

De Bruyne: Wir sind noch in einer Findungsphase. Aber es klappt zeitweise schon richtig gut, und ich bin sicher, auch das wird noch viel besser. Maxi ist ein hervorragender Fußballspieler.

Frage: Leverkusen hat nur ein Remis geholt gegen Braunschweig. Wolfsburg ist nur noch einen Punkt von Rang 4 entfernt. Ist die Champions League jetzt das erklärte Ziel?

De Bruyne: Wir versuchen es. Fakt ist, wir wollen nach Europa. Wenn es die Champions League wird, um so besser. Dafür brauchen wir aber auch ein wenig Glück. Am besten schon nächste Woche. Da müssen wir nach Dortmund. Das wird ein ganz schweres Spiel.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs