Bremen - Nach der Verletzung von Torjäger Franco Di Santo bekam der erst 19 Jahre junge Davie Selke bei Werder Bremen erstmals unter Trainer Viktor Skripnik eine Chance in der Startelf. Beim 4:0 gegen den SC Paderborn traf Selke zum zwischenzeitlichen 2:0 und empfahl sich durch einen insgesamt starken Auftritt für weitere Aufgaben.

Im bundesliga.de-Interview nach dem Spiel freute sich der Mittelstürmer, der die deutsche U19-Nationalmannschaft im Sommer fast im Alleingang zur Europameisterschaft geschossen hatte, über den zweiten grün-weißen Heimsieg in Folge, die jungen Wilden bei Werder und blickte voraus auf die nächste Partie bei Eintracht Frankfurt.

"Die Fans sind eine Macht"

bundesliga.de: Herr Selke, Werder Bremen hat mit dem Erfolg gegen Paderborn erstmals seit dem 5. Spieltag wieder die Abstiegsränge verlassen. Wie fühlt sich das an?

Selke: Wir sind alle überglücklich. Nach der Niederlage im Derby beim HSV wollten wir eine Reaktion zeigen. Dass es gegen Paderborn so gut geklappt hat, freut uns alle sehr.

bundesliga.de: Das war der zweite Heimsieg in Folge. Ist das Weser-Stadion wieder eine Macht?

Selke: Die Fans sind eine Macht. Sie geben uns die nötige Power. Und es gibt einfach nichts Schöneres, als für sie zu gewinnen.

bundesliga.de: Ist Ihnen beim 2:0 ein Stein vom Herzen gefallen?

Selke: Ja, denn ich hatte davor schon ein, zwei Möglichkeiten, die ich hätte verwandeln können, wenn nicht sogar müssen. Umso erleichterter war ich, als mir der Ball dann vor den Kopf geflogen ist und ich das 2:0 erzielen konnte.

bundesliga.de: Die Werder-Startelf war die jüngste seit Mai 2013. Sie sind auch erst 19 Jahre alt und bekamen das Vertrauen des Trainers geschenkt. Was bedeutet Ihnen das?
 
Selke: Es ist ein schönes Gefühl für uns junge Spieler. Viktor Skripnik gibt jedem eine reelle Chance. Auch Janek Sternberg ist das erste Mal überhaupt im Kader und liefert dann so eine Leistung in der Startelf ab. Das freut glaube ich nicht nur mich, sondern auch den gesamten Verein. Denn das zeigt ja, dass Werder eine tolle Jugendarbeit macht. Aber wir wissen alle, dass es nur ein Spiel war und wir uns jeden Tag so präsentieren müssen.

"Wir gucken nur auf uns"

bundesliga.de: Mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Pflichtspielen scheint an der Weser sportlich wieder die Sonne. Erleichtert das die Arbeit unter der Woche?

Selke: So ist der Fußball. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Wir haben das Tief gerade durchlebt und haben jetzt ein paar schöne Momente, die uns richtig gut tun. Daraus ziehen wir unsere Energie für die kommenden Aufgaben.

bundesliga.de: Und die nächste Aufgabe heißt Eintracht Frankfurt. So einfach, wie es gegen den SC Paderborn phasenweise aussah, wird es bei den Hessen wohl nicht werden, oder?

Selke: Wir gucken nur auf uns. Wir waren gegen Paderborn von der ersten Sekunde an sehr fokussiert und wollten unbedingt gewinnen. Das haben wir hinbekommen. Wir dürfen jetzt zwar feiern, aber schon morgen ist der Sieg abgehakt. Und dann gilt die volle Konzentration der Eintracht.

Das Gespräch führte Michael Reis