Bremen - Fast ganz Fußball-Europa lag im Sommer einem Mann zu Füßen: Davie Selke. Mit sechs Treffern schoss der baumlange Mittelstürmer die deutsche U19-Nationalmannschaft fast im Alleingang zur Europameisterschaft. Das Telefon seines Beraters stand danach nicht mehr still.

 

Doch Selke gab namhaften Top-Clubs wie zum Beispiel Benfica Lissabon schnell und unmissverständlich zu verstehen, dass er seine Zukunft zu "100 Prozent" beim SV Werder Bremen sehe. Gesagt, getan: Nur wenig später verlängerte der 19-Jährige seinen Vertrag mit den Grün-Weißen vorzeitig bis 2018.

Große Hoffnungen bei den Verantwortlichen

"Vereine kamen mit utopischen Summen an. Aber für mich war es nie ein Thema, Werder zu verlassen. Ich habe Angebote von Anfang an abgeblockt, weil ich hier bleiben wollte", erklärte Selke nach seiner Unterschrift.

Bei den Bremer Verantwortlichen war die Freude groß, einen der wohl talentiertesten Stürmer Deutschlands binden zu können. "Wir freuen uns, dass sich Davie langfristig für den SV Werder entschieden hat. Er hat sein Potential gezeigt und großen Einsatzwillen bewiesen. Wir sind uns sicher, dass er in den nächsten Jahren einen weiteren wichtigen Schritt machen wird und wir alle viel Freude an ihm haben werden", meinte Manager Thomas Eichin.

Selke beflügelt

Mit dem neuen Kontrakt in der Tasche schien Selke dann auch gleich wie beflügelt und ließ den Worten seines Managers Taten folgen. Nur zwei Tage später erzielte er beim 2:4 gegen den FC Augsburg seinen ersten Bundesliga-Treffer. Seinen neuen Stellenwert im Team dokumentiert auch die Tatsache, dass der Youngster bislang in allen Pflichtspielen in dieser Saison zum Einsatz kam.

Dabei hat Selke sogar die Nase vor Nils Petersen. Petersen, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils mit die meisten Tore für Werder geschossen hat, ist hinter Franco di Santo und Selke nur mehr Stürmer Nummer drei.

Und glaubt man den Worten des Trainers Robin Dutt, dann ist in Zukunft noch einiges von Selke zu erwarten. "Im Abschluss muss er sich noch an die Bundesliga-Luft gewöhnen. Aber er bringt Schnelligkeit und körperliche Präsenz mit. Einige glauben ja, dass dieser Stürmertyp ausstirbt. Aber ich finde es gut, so einen Spieler im Kader zu haben", so Dutt.

Michael Reis

Der SV Werder Bremen im Startcheck