Zurück im deutschen Fußball-Himmel, internationales Flair durch einen portugiesischen EURO-Teilnehmer, über 40.000 Mitglieder und ein neuer Geißbock: Beim 1. FC Köln kennt die Euphorie seit dem Aufstieg in die Bundesliga keine Grenzen mehr.

Schon das erste Pflichtspiel bringt die Karnevalshochburg am Rhein in Wallung. Gegner ist aber nicht etwa Real Madrid oder Juventus Turin, am Donnerstag (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de) muss der erste Bundesliga-Meister der Geschichte vielmehr die erste Hürde im DFB-Pokal nehmen - beim fünftklassigen Oberliga-Aufsteiger SV Niederauerbach.

Den Gegner unter die Lupe genommen

FC-Trainer Christoph Daum weiß aber, wie wichtig der Erfolg bei diesem scheinbaren Selbstgänger ist. Deswegen haute "Cassius" Daum auch voll auf die Pauke. "Der DFB-Pokal ist unser Europacup, unsere Champions League. In keinem anderen Wettbewerb kannst du so schnell viel erreichen", sagte der Motivationskünstler der Bild-Zeitung.

Wer so spricht, überlässt selbstverständlich nichts dem Zufall. Zusammen mit seinem Co-Trainer Roland Koch hat Daum den Gegner aus Zweibrücken in Rheinland-Pfalz vor Ort beobachtet und studierte dann das Video zusammen mit seinen Spielern.

Niederauerbach schon 2007 im Pokal dabei

9.000 Zuschauer werden erwartet, einen Tag vor dem Spiel informierte Niederauerbach auf der Club-Internetseite, dass Eintrittskarten zum "Pokalhit noch in ausreichender Menge" an den Kassen zu erhalten sind.

Das Stadion Husterhöhe erlebte bereits eine Pokalsensation, 2006 schaltete der benachbarte FK Pirmasens Werder Bremen im Elfmeterschießen aus. Man ist beim FC also gewarnt - aber nicht nur deswegen, sondern weil man schon 2007 in der 1. Runde trotz 2:0-Führung bei Werder Bremen II gescheitert war.

Aufbruchstimmung soll nicht zerstört werden

Die Aufbruchstimmung beim dreimaligen Deutschen Meister und viermaligen DFB-Pokalsieger Köln soll nicht ausgerechnet durch eine Erstrundenpleite bei einem David zerstört werden.

Schließlich hat es Daum zusammen mit den weiteren Verantwortlichen geschafft, in dem defensiven Mittelfeldspieler Petit einen portugiesischen EURO-Teilnehmer in die Domstadt zu locken. FC-Präsident Wolfgang Overath gibt dies die Hoffnung, dass sein Club in "zwei, drei Jahren viel mehr andere gute Spieler" bekommen kann.