Er kam im August kurz vor Ende der Transferperiode von Tottenham Hotspur zu Borussia Dortmund: Young-Pyo Lee.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich der 31-Jährige, der am 23. April 1977 in Hongcheon geboren wurde, bei der Borussia durchgesetzt.

Dabei kommt Lee seine Flexibilität zu Gute: der südkoreanische Nationalspieler kann sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr und sowohl links als auch rechts eingesetzt werden.

bundesliga.de hat die Karriere des Südkoreaners genauer unter die Lupe genommen.

Heimatclub

Lee unterschrieb seinen ersten Profivertrag beim K-League-Klub Anyang LG Cheetahs, wo er bis zum Sommer 2002 unter Vertrag stand. Dabei feierte der Südkoreaner auch gleich seinen ersten Titel: 2000 wurde er mit dem Verein Koreanischer Meister.

Debüt

Seine Berufung in die koreanische Nationalmannschaft ließ nicht lange auf sich warten: am 6. Juni 1999 feierte er in Seoul beim 1:1 gegen Mexiko sein Debüt. Der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere im südkoreanischen Auswahlteam!

Höhepunkt

Die WM 2002 in Japan und Südkorea war für Lee (l., gegen den Türken und jetzigen Stuttgarter Yildiray Bastürk) ein Heimspiel. Und die Gastgeber wussten das zu nutzen: u.a. wurden Portugal, Italien und Spanien besiegt, bevor im Halbfinale das Aus gegen Deutschland kam. Am Ende wurde Südkorea Vierter.

Nachbarland

Nach der WM 2002 folgte Lee Nationaltrainer Guus Hiddink in die Niederlande zum PSV Eindhoven und verbrachte dort eine sehr erfolgreiche Zeit. 2003 wurde er Meister, 2005 holte der PSV sogar das Double und schied in der Champions League erst im Halbfinale und denkbar knapp gegen den AC Mailand um Gennaro Gattuso aus.

London

Anschließend verließ Lee den PSV und wechselte in die englische Hauptstadt zu Tottenham Hotspur. Auch bei den Londonern setzte sich der Südkoreaner durch und feierte im Februar 2008 den Sieg im Liga-Pokal, auch wenn er beim Finalsieg über Michael Ballack's FC Chelsea nicht zum Einsatz kam.

Pechvogel

Des einen Freud ist des anderen Leid: ohne die Verletzung von Dede wäre Lee wohl nicht bei Borussia Dortmund gelandet. Durch den Kreuzbandriss, den sich der Brasilianer am 16. August 2008 während des 3:2-Siegs bei Bayer Leverkusen zuzog, war der BVB gezwungen, noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden.

Bewunderer

In der Bundesliga ist Lee nun auch wieder mit seinem Ex-Trainer Martin Jol (jetzt Hamburger SV) vereint. Der Niederländer hatte Lee 2005 zu Tottenham geholt und ihn damals als den "besten Linksverteidiger in der holländischen Liga und einen der besten in Europa" bezeichnet.

Jubiläum

Auch in der Nationalmannschaft läuft es für Lee weiterhin bestens. Am 19. November 2008 wurde ihm eine besondere Ehre zuteil: beim 2:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Saudi-Arabien bestritt er sein 100. Länderspiel. In diesen 100 Partien erzielte Lee fünf Treffer für sein Land.

Dauerbrenner

Zum Dauerbrenner scheint er nun auch in Dortmund zu werden. Sein Debüt feierte er zwar "erst" am 4. Spieltag beim 3:3 gegen Schalke, doch seit dem 6. Spieltag stand er in zwölf aufeinanderfolgenden Spielen in der Startelf und spielte die gesamten 90 Minuten (insgesamt 1080 Minuten in Folge) durch.

Unterschrift

Somit hat Lee seinen Teil dazu beigetragen, dass die Hinrunde der Borussia deutlich positiver ausfiel als in der Vorsaison. Die Belohnung folgte im Dezember: sein Vertrag wurde bis 2010 verlängert, mit der Option auf ein weiteres Jahr. Somit können die langgezogenen "Lee"-Rufe auch in der nächsten Saison durch den Signal Iduna Park schallen.


Christof Greiner