Der VfL Wolfsburg bleibt in der Bundesliga-Saison 2008/2009 auf fremden Boden weiter sieglos.

Auch bei Werder Bremen gelang es den Niedersachsen nicht, den Schalter umzulegen und den ersten Auswärts-Dreier einzufahren. Die "Wölfe" mussten sich mit 1:2 geschlagen geben.

Magath zieht Bilanz

Wolfsburgs Trainer und Manager Felix Magath zieht im Interview Bilanz und verspricht, im neuen Jahr auch auswärts Punkte zu holen.

Frage: Felix Magath, Ihre Mannschaft ging schon in der dritten Spielminute mit 1:0 in Führung. Warum hat es dennoch nicht zum Sieg gereicht?

Felix Magath: Es fing vielleicht etwas zu gut für uns an. Das 1:0 hat uns leider keine Sicherheit gegeben. Wir waren nach der Führung viel zu passiv und haben Werder spielen lassen. Vielleicht haben wir geglaubt, dass wir das 1:0 über die Zeit bringen können.

Frage: Demzufolge hat nach der Führung die Einstellung nicht gestimmt...

Magath: Auffällig ist, dass wir uns erst in der letzten halben Stunde des Spiels, als wir hinten lagen, wieder hochkarätige Chancen herausgearbeitet haben. Leider konnten wir unsere Chancen nicht verwerten. Aber über die 90 Minuten gesehen, war das deutlich zu wenig.

Frage: Der VfL hat nur phasenweise sein Potenzial abgerufen. Sehen Sie das auch so?

Magath: Ja, wir haben leider eine Stunde des Spiels geschlafen. In den letzten 30 Minuten habe ich ein klasse Spiel gesehen. Wir hatten fünf gute Möglichkeiten und auch Werder hat sich Chancen erarbeitet.

Frage: Wieso konnte Ihr Team in dieser Saison auswärts noch nicht überzeugen?

Magath: Spielerisch haben wir auch auswärts überzeugt. Zu Beginn der Saison haben wir viele Punkte verschenkt. Bei Schalke 04 haben wir in der Nachspielzeit noch den Ausgleich bekommen und auch in Berlin oder in Bochum haben wir unnötig Punkte liegen gelassen.

Frage: Aber wie ist es zu erklären, dass Wolfsburg im eigenen Stadion fast eine Weiße Weste hat und auswärts bislang nicht gewinnen konnte?

Magath: Zu Hause haben wir ein tolles Publikum und werden von den Fans unterstützt, da fällt einem vieles leichter. Außerdem sind wir auswärts oft auf hochkarätige Gegner getroffen wie Hoffenheim oder zuletzt Bremen. Gegen solche Mannschaften ist es nicht ungewöhnlich auswärts zu verlieren.

Frage: Ihr erster Vorsatz für das neue Jahr dürfte demnach ein Auswärtssieg sein?

Magath: Das wollen wir in der Rückrunde natürlich besser machen, dann haben wir viele Top-Mannschaften zu Hause zu Gast. Ich hoffe, dass wir unsere gute Heimbilanz beibehalten können und auswärts zusätzlich punkten. Nach dem Winterurlaub geht es wieder los. Schon in Köln haben wir die Gelegenheit es besser zu machen.

Frage: Befürchten Sie, dass sich die Auswärtsschwäche in den Köpfen der Spieler festsetzen könnte?

Magath: Nein, im UEFA-Pokal haben wir auch schon gewonnen. Ich denke also nicht, dass sich das in den Köpfen festsetzen wird.

Frage: Können Sie trotz der Auswärtsschwäche ein positives Hinrunden-Fazit ziehen?

Magath: Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung. Gegenüber der letzten Saison haben wir uns spielerisch deutlich gesteigert. Wir haben eine junge Mannschaft und der muss man auch zugestehen, dass sie ab und an nicht die nötige Konsequenz hat.

Aufgezeichnet von Timo Strömer