Leverkusen - Nach dem 2:3 im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Villarreal droht Bayer Leverkusen das Aus in der Europa League. Während die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes praktisch über die gesamte Spielzeit die Partie bestimmte, nutzte der Vierte der Primera Division seine wenigen Chancen in der BayArena eiskalt aus.

Nach der ersten Heimniederlage im laufenden Wettbewerb erklärt Bayers Abwehspieler Stefan Reinartz im Gespräch mit bundesliga.de, warum er trotzdem noch an den Einzug ins Viertelfinale glaubt.

bundesliga.de: Herr Reinartz, trotz guter Leistung hat Bayer Leverkusen 2:3 gegen den FC Villareal verloren. Stellt das Ergebnis den Spielverlauf auf den Kopf?

Stefan Reinartz: Absolut. Die Spanier schießen drei Mal aufs Tor und machen drei Tore. Das ist wirklich eiskalt. 2:3 zuhause zu verlieren ist natürlich ein richtiges Schweine-Ergebnis. Da wird es nächste Woche ganz schwer für uns.

bundesliga.de: Was ist bei den Gegentoren schief gelaufen?

Reinartz: Beim ersten kläre ich an der Außenlinie und komme dann leider nicht schnell genug zurück auf die linke Innenverteidiger-Position, weil wir relativ schnell den Ball verlieren. Dann macht es Rossi natürlich stark im Eins gegen Eins gegen Rene Adler. Vor dem zweiten Tor klärt Michal Kadlec, der Ball kommt vom Gegenspieler zurück, prallt unglücklich von meinem Knie ab und Nilmar macht ihn mit Glück rein. Das dritte Tor in der Nachspielzeit nach einem langen Pass ist natürlich bitter. Da waren wir nicht energisch genug.

bundesliga.de: Im Gegensatz zum letzten Bundesligaspiel gegen Wolfsburg waren die Leverkusener Aktionen insgesamt vielleicht nicht ganz so zwingend. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Reinartz: Villarreal stand teilweise mit zehn Mann hinten drin. Dann kann man nicht besonders schnell spielen und es ist schwer die Lücke zu finden. Wir hatten allerdings sehr viel Ballbesitz und haben versucht den entscheidenden Pass zu spielen. Wir hätten es vielleicht auch etwas mehr über außen mit Flanken probieren können, weil Villarreal nicht die größten Abwehrspieler hat. Vielleicht ist das eine Option fürs Rückspiel.

bundesliga.de: Was macht die Spanier so gefährlich?

Reinartz: Sie haben als Auswärtsmannschaft gut gekontert. Dann sind sie noch abgezockt vor dem Tor. Das haben sie eindrucksvoll bewiesen.

bundesliga.de: Jupp Heynckes hat gesagt, dass er als Trainer schon einige Europapokalduelle trotz Heimspielniederlage noch gedreht hat. Kein Grund also das Viertelfinale schon abzuschreiben?

Reinartz: Wir haben uns leider ein sehr schweres Ergebnis aufgelastet. Trotzdem haben wir gezeigt, dass wir eigentlich die bessere Mannschaft sind. Das Ganze kann im Rückspiel ganz schnell kippen, wenn wir auswärts 1:0 in Führung gehen sollten und Villarreal etwas nervös wird. So etwas hat es schon gegeben. Das macht uns Hoffnung.

bundesliga.de: Welche positiven Dinge nehmen Sie aus der Niederlage mit?

Reinartz: Ich denke, wir haben insgesamt als Mannschaft ein gutes Spiel gemacht. Wenn wir im Rückspiel auch wieder zwei Tore machen und hinten sicherer stehen und kein Gegentor bekommen, dann ist alles möglich.

bundesliga.de: Zuvor steht am Sonntag das Spitzenspiel beim 1. FSV Mainz 05 auf dem Programm. Gegen Mainz gibt es noch eine offene Rechnung begleichen.

Reinartz: Genau, wir haben das Hinspiel zuhause 0:1 verloren. Für uns ist es ein sehr wichtiges Spiel. Wir wollen dort unbedingt Platz 2 festigen.

bundesliga.de: Mainz hat zuletzt 4:2 beim Hamburger SV gewonnen. Wie schwer wird die Aufgabe für Bayer Leverkusen?

Reinartz: Mainz hat eine sehr spielstarke Mannschaft. Sie versuchen mitzuspielen und setzen auf frühes Pressing. Ich denke, dass uns das sogar entgegen kommt. Der Trainer wird uns mit Sicherheit gut darauf einstellen. Von daher erwarte ich ein sehr offensives und attraktives Spiel.

bundesliga.de: Inwieweit beschäftigten sich die Spieler von Bayer 04 eigentlich mit der momentanen öffentlichen Diskussion um Trainer Jupp Heynckes und Michael Ballack?

Reinartz: Gar nicht. Wir Spieler konzentrieren uns nur auf die Spiele.

bundesliga.de: Können Sie das alles einfach so ausblenden?

Reinartz: Ja, für uns ist das alles kein Thema.

Das Gespräch führte Markus Hoffmann