Hannover 96 will sich mit aller Kraft gegen den Abstieg stemmen. Hier geht Salif Sane (links) in ein Kopfballduell mit Philipp Bargfrede
Hannover 96 will sich mit aller Kraft gegen den Abstieg stemmen. Hier geht Salif Sane (links) in ein Kopfballduell mit Philipp Bargfrede
Bundesliga

Bei Hannover geht das Warten auf einen Dreier weiter

Skripnik-Lob für Hannover

Hannover - "Es wäre schön, wenn ich mal vor Ihnen sitzen würde, um zu sagen, wir haben schlecht gespielt, aber die drei Punkte nehme ich gerne mit", eröffnete Michael Frontzeck sein Statement bei der Pressekonferenz nach dem 1:1 von Hannover 96 im Nord-Derby gegen den Werder Bremen.

"Aber ich weiß nicht, wie man das trainiert: schlecht spielen und gewinnen", war Michael Frontzeck nach seinem dritten Spiel auf der Bank der Niedersachsen ratlos, denn mit dem Spiel seiner Mannschaft war er "sehr zufrieden".

Die Roten, angefeuert von den Fans in der mit  49 000 Zuschauern restlos ausverkauften HDI Arena, legten los wie die berühmte Feuerwehr. "Hannover ist in die Zweikämpfe gegangen, als wären es die letzten in der Liga", lobte Werder-Trainer Skripnik den Einatzwillen des Gegners.

Aber mehr als die 1:0-Führung durch Lars Stindl nach 26 Minuten sollte trotz bester Chancen nicht herausspringen. Ein Freistoß, den Zlatko Junuzovic zwölf Minuten vor Ende der Partie zum 1:1-Endstand in den Winkel des 96er-Gehäuses zirkelte, besiegelte dann das 16. sieglose Spiel der Hannoveraner in Serie. "Den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist, dass sie nicht das 2:0 oder 3:0 nachgelegt hat", so Frontzeck. "Ich habe keine Werder-Chance gesehen, die Mannschaft ist in der Defensive gestanden", so der 96-Coach weiter.

"Geist von Marienfeld" half diesmal nicht

"Die Mannschaft versucht alles", wirkte Frontzeck schon mehr verzweifelt als ratlos. Auch der Klub hatte alles versucht. Wie vor fast genau einem Jahr zog sich die Mannschaft in die Abgeschiedenheit des Sporthotels Klosterpforte zurück. Kraft tanken, sich voll auf die anstehenden letzten Partien konzentrieren, war damals wie heute das Ziel der 96er.

"Der Trainer hat viel mit uns geredet", beschreibt Miiko Albornoz gegenüber bundesliga.de die zwei Tage in Marienfeld. "Wir spielen offensiver als zuvor." Im Wesentlichen baut Frontzeck auf dieselben Spieler wie sein Vorgänger. Lediglich Jimmy Briand verschob er von der Außenbahn in die Sturmmitte. Joselu, der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte, muss auf der Bank Platz nehmen. Dank dieser Umstellung wirkte Hannover im Angriff gefährlicher als in den Monaten zuvor. Beobachter sprachen sogar von der "besten ersten Halbzeit der Saison".  

Doch auch der "Geist von Marienfeld" half diesmal nicht, Hannovers Sieglosserie 2015 zu beenden. Im Vorjahr hatten die 96er die Partie nach dem Trainingslager in einem anderen Nord-Derbvy gegen den Hamburger SV 2:1 gewonnen und einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gemacht.

Jede Woche die gleiche Antwort

"Danach haben wir eine Serie hingelegt", erinnert sich Ron-Robert Zieler. Das hat diesmal nicht geklappt. Mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler in die Kabine. Sie mussten das 1:1, das sich anfühlt "wie eine Niederlage" (Edgar Prib) erst einmal kurz sacken lassen, bevor sie sich dann den Medien stellen konnten.
"Es ist jede Woche die gleiche Antwort", fühlte sich Zieler nach der Frage, warum es erneut mit einem Sieg nicht geklappt habe, in eine Endlosschleife versetzt, "Wir hätten zwei Punkte mehr holen müssen. Wir müssen weiter kämpfen. Die Mannschaft muss an sich glauben", appelliert der Torwart. "Wir müssen die nächsten Spiele gewinnen."