Das Stadion wurde zur Fußball-Oper, das Pokal-Aus unter der Woche beim Drittligisten VfL Osnabrück war vergessen, und der Mann des Tages formulierte forsche Ziele.

"Ich will Meister werden. Dieses Spiel war ein Signal, das auch eine andere Mannschaft als Bayern München den Titel holen kann. Wir haben eine Chance", sagte Ze Roberto, nachdem der Hamburger SV den deutschen Rekordmeister Bayern München im Bundesliga-Gipfeltreffen mit 1:0 (0:0) besiegt hatte.

Auch Trainer Bruno Labbadia war entzückt über den Sieg gegen den FC Bayern. Hier spricht er im Interview…

Frage: Herr Labbadia, nach dem peinlichen Pokal-Aus unter der Woche beim VfL Osnabrück hat der Hamburger SV im Spitzenspiel gegen Bayern München in die Erfolgsspur zurückgefunden. Wie bewerten Sie die Leistung Ihrer Mannschaft?

Bruno Labbadia: Die Vorstellung gegen Bayern war eine Super-Antwort. Insgesamt ist der Sieg hoch einzuordnen. Wir hatten die stärkere Moral und den stärkeren Kopf. Das war ein verdienter Sieg, den wir uns mit einer tollen Mannschaftsleistung erspielt haben. Das muss man gegen die Bayern erstmal hinbekommen. Es war ein wirkliches Spitzenspiel.

Frage: Nach zuvor drei Pflichtspielen ohne Sieg und der Pokal-Pleite wurde zuletzt trotz der Tabellenführung bereits erste Kritik laut. Wie bewerten Sie dies?

Labbadia: Wenn man an der ersten Stelle steht und nur noch von Krise die Rede ist, muss man sehen, dass man sein eigenes Tempo geht. Die Mannschaft weiß, dass Sie im Pokal einen Fehler gemacht hat und ihrer Verantwortung gegenüber Fans und Verein nicht gerecht geworden ist. Daher bin ich froh, dass sie gegen Bayern über den Kopf gegangen ist und ein Gefühl dafür bekommen hat, was im Körper alles drinsteckt.

Frage: In Ze Roberto und Jerome Boateng hatten Sie gegen die Bayern zwei überragende Spieler in Ihren Reihen. Wie beurteilen Sie die Leistung der Beiden?

Labbadia: Ze war ja vorher leicht angeschlagen. Man hat gesehen, wie gut es war, dass er dabei sein konnte. Wir sind froh, dass wir ihn bekommen haben. Bei Jerome freut mich, dass er vom Kopf her bereit ist, verschiedene Positionen anzunehmen. Wir wollten die Außen der Bayern aus dem Spiel nehmen und Gegendruck erzeugen. Das ist uns besonders in der zweiten Halbzeit gut gelungen. Selbst nach dem 1:0 sind wir nicht zurückgewichen.