Stuttgart - Er war der herausragende Spieler des VfB Stuttgart. Mit glänzenden Paraden trieb er die Wolfsburger und deren neuen Trainer Felix Magath schier zur Verzweiflung. Im Interview mit bundesliga.de sprach Sven Ulreich über den spannenden "Abstiegs-Thriller" gegen den VfL Wolfsburg.

bundesliga.de: Herr Ulreich, wie bewerten Sie das am Ende doch glückliche Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg?

Sven Ulreich: Das Tor in letzter Sekunde durch Georg Niedermeier kann für uns noch sehr wichtig werden. Mit dem Unentschieden ist es uns immerhin gelungen, die Wolfsburger im Abstiegskampf etwas auf Distanz zu halten.

bundesliga.de: Nach dem Ausgleich gab es in allerletzter Sekunde noch einmal eine Szene, als Sie in allerhöchster Not gegen den Wolfsburger Grafite retten mussten. Wie genau war das aus Ihrer Sicht?

Ulreich: Die Situation hat gezeigt, dass man bis zum Abpfiff nie abschalten darf. Natürlich haben wir uns sehr über den Ausgleich gefreut, aber das hätte ins Auge gehen können. Zum Glück ist noch einmal alles gut gegangen und dafür bin ich als Torwart ja auch da.

bundesliga.de: In der ersten Halbzeit kamen die Stuttgarter nicht ins Spiel und hatte einige Probleme im Aufbau. Woran lag das Ihrer Meinung nach?

Ulreich: In der Tat haben wir da zeitweise keinen guten Fußball gezeigt, es war aber auch schwierig, da wir mit vielen Wechseln wegen Verletzungen zu kämpfen hatten. Vor allem der Ausfall von Zdravko Kuzmanovic hat uns nicht gut getan. Und der Gegentreffer war ebenfalls absolut unnötig und hat uns doch deutlich aus dem Konzept gebracht.

bundesliga.de: Welche Rolle hat denn der Trainerwechsel bei den Wolfsburgern gespielt?

Ulreich: Natürlich ist es immer so, dass man als Spieler unter einem neuen Trainer frisch motiviert zur Sache geht. Die Wolfsburger sind auch deshalb sehr viel gerannt und haben sehr viel Gas gegeben. Zudem standen sie defensiv sicher, dass hat es für uns zusätzlich noch schwer gemacht. Aber letztendlich war Felix Magath ja gerade einmal zwei Tage im Amt, von daher haben wir uns ganz normal auf die Partie vorbereitet.

bundesliga.de: Nach drei Siegen in Serie hat es für den VfB nur zu einem Punkt gereicht. Ein Rückschlag?

Ulreich: Nein. Es war der zehnte Punkt aus den letzten vier Spielen. Man darf nicht vergessen, dass Wolfsburg nicht irgendeine Mannschaft ist. Sie haben Diego, Grafite und andere individuelle Könner, das ist natürlich nicht einfach, sie zu schlagen. Und nach diesem Spielverlauf darf man mit dem Punkt mehr als zufrieden sein.

bundesliga.de: Jetzt ist erst einmal Pause wegen der bevorstehenden Länderspiele. Gut oder schlecht für den VfB?

Ulreich: Um einmal durchzuatmen ist das sicherlich in Ordnung, auch wegen unserer verletzten und angeschlagenen Spieler. Allerdings befinden sich viele Spieler auf Reisen, so dass geordnetes Arbeiten nur schwer möglich sein wird. Die Spieler allerdings, die da sind, müssen im Training natürlich Vollgas geben.

bundesliga.de: Die nächste Partie findet in Bremen statt. Die waren zuletzt wieder gut in Fahrt...

Ulreich: Ja, das stimmt. Das wird wieder eine schwere Aufgabe, aber leichte Spiele wird es in dieser restlichen Spielzeit sowieso nicht mehr geben.

Das Gespräch führte Jens Fischer