Vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gibt Hannovers Sportdirektor Christian Hochstätter, selbst langjähriger Spieler bei den "Fohlen", eine kurze Einschätzung über die Partie und die derzeitige Situation der 96er.

Frage: Herr Hochstätter, mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Partie gegen Mönchengladbach und welche Erinnerungen kommen hoch?

Christian Hochstätter: Mit der Mannschaft, die am Sonntag hier in die AWD-Arena kommt, habe ich nicht mehr viel zu tun. Sicherlich habe ich lange dort gespielt und auch gearbeitet. Ich habe meine Frau in Mönchengladbach kennen gelernt und meine Kinder sind dort geboren. Deshalb wird die Stadt und auch Borussia immer einen besonderen Platz in meinem Leben einnehmen. Aber wir gucken jetzt nach vorn und nicht mehr zurück.

Frage: Gladbach ist einer der Aufsteiger. Wo steht die Mannschaft Ihrer Meinung nach in dieser Saison?

Hochstätter: Die Mannschaft hat ihren eigenen Charakter, ihre eigene Art Fußball zu spielen. Ich glaube, dass die Borussen letztes Jahr souverän durch die 2. Liga gegangen sind und der Aufstieg verdient war. Jetzt müssen sie beweisen, dass sie konkurrenzfähig sind. Ich persönlich glaube aber, dass sie der Bundesliga erhalten bleiben.

Frage: Es gibt Kritiker, die nach drei verloren Spielen bereits die komplette Saison abschreiben. 96 hat sich Platz 7 bis 11 als Saisonziel gesetzt. Ist das noch realistisch?

Hochstätter: Ja, ich wüsste nicht, warum wir nach drei Spieltagen alles umwerfen sollten. Nach meiner Rechnung sind wir lediglich zwei Punkte hinter dem, was wir uns als Ziel nach drei Spielen gesteckt haben. Das ist kein Beinbruch. Wir haben gerade erst zehn Prozent der Bundesligasaison hinter uns. Es wäre ja fatal, jetzt alles in Frage zu stellen. Fakt ist aber, dass wir Ergebnisse brauchen. Daran werden wir gemessen. Unsere Spieler wissen Bescheid und sind erfahren genug. Sie werden die Punkte holen, die sie brauchen.

Frage: Worauf muss die Mannschaft gegen Gladbach besonders achten?

Hochstätter: Ich habe sie gegen Bremen gesehen. Da haben sie aus meiner Sicht ein sehr gutes Spiel gemacht. Sie haben sehr kompakt gestanden und mit Marin und Matmour zwei Spieler auf den Außenbahnen, die sehr gut und sehr schnell sind. Es ist aber keine Übermannschaft und wenn ich unsere Jungs ansehe, dann ist die Qualität von 96 deutlich besser. Ich weiß aber auch, dass an einem Sonntag wie diesem, wo der Druck natürlich deutlich bei uns liegt, das Spiel im Kopf entschieden wird. Wenn die Mannschaft diesen frei hat, dann sind wir das bessere Team und werden gewinnen.