Ob es passiert, ist nicht mehr die Frage. Es stellt sich nur noch die Frage, wann die Spielsimulation FIFA von EA SPORTS so realistisch sein wird, dass kein Unterschied mehr zwischen Fußball im TV und dem Spiel auf einer PlayStation zu sehen ist.

David Rutter, leitender Produzent, Kopf und "Guru" der FIFA-Reihe, schaut in die Zukunft und stellt die neue Version FIFA 11 vor.

Frage: Was sind die wichtigsten Neuerungen in FIFA 11 im Vergleich zu FIFA 10?

David Rutter: Dieses Jahr haben wir unser preisgekröntes Gameplay weiter verbessert sowie einige wirklich coole Neuerungen hinzugefügt. Eine der großen Neuerungen dieses Jahr ist die Spielerpersönlichkeit – auf dem ganzen Platz und auf jeder Position. Von den Schuhen bis zu den Haarspitzen der Spieler versuchen wir alles anzupassen: neue Körperdesigns, neue Laufanimationen und Bewegungsabläufe.

Die Spieler werden sich daher, wenn sie den Ball führen, anders bewegen als ohne Ball. Wir versuchen auch die verschiedenen Typen von Fußballspielern so originalgetreu wie möglich darzustellen. Ihr Angriffs- und Abwehrverhalten, ihre Art zu passen und zu schießen und auch ihr Charakter sorgen dafür, dass sie als Messi oder Ronaldo zu erkennen sind.

Frage: Will man das Spiel personalisieren, muss man die Leute treffen, die das Spiel spielen. Also wurde die Community für einige Tage eingeladen. Wie wichtig ist die Community für Sie als Producer und für die Entwicklung und Verbesserung der FIFA-Serie?

Rutter: Sie ist aus mehreren Gründen wichtig für uns. Erstens: Wir haben die Community noch nie so früh eingeladen, um eine Version von FIFA zu spielen, die sich noch in der Entwicklung befindet. Und das ist großartig. Wir haben ungefähr 30 Leute aus der ganzen Welt hierher eingeladen und haben einige Zeit mit ihnen verbracht. Die deutschen Community-Mitglieder haben mir sogar einen Bericht mit kleinen Skizzen der Punkte gemailt, die ihnen an FIFA 10 und 11 gefallen und nicht gefallen haben. Wir wollten sichergehen, dass wir die Spieler einbeziehen und das Spiel nicht nur so machen, wie wir es für richtig halten.

Frage: Können Sie ein Beispiel nennen?

Rutter: Wir haben unser neues Passsystem getestet, mit dem so genannte "Ping-Pong-Pässe" unterbunden werden. Das haben wir diese Woche zusammen mit den Community-Leuten ausprobiert. Und das war sehr erfolgreich - es ist wirklich gut zu sehen, dass wir etwas geändert haben, das die Community gestört hat. Wir haben versucht, das Problem zu beheben, wir haben sie es testen lassen und es scheint gut zu funktionieren. Insgesamt ist es gut für uns, unsere Änderungen einer Realitätsprüfung durch die Fans zu unterziehen, was wir auch jedes Jahr versuchen.

Frage: Schon bald wird FIFA 11 wieder der Vergangenheit angehören. Wenn Sie einen Blick in die EA-Kristallkugel wirfst, was sehen Sie dann in der FIFA-Zukunft?

Rutter: Dieses Jahr wollten wir auf jeden Fall Persönlichkeit in das Spiel integrieren. Wir sorgen daher dafür, dass sich die Spieler und Teams auf dem Platz individuell verhalten und bewegen. Das ist uns sehr, sehr wichtig. Und daran werden wir auch in Zukunft arbeiten. Wir haben natürlich auch sehr am Gameplay allgemein gefeilt. Letztes Jahr haben uns auf mehrere Sachen konzentriert.

Frage: Welche genau?

Rutter: Wir haben den Managermodus eingeführt und auch die Online-Teamwork-Modi. Wir möchten in dieselbe Richtung weiterarbeiten, um auch in Zukunft ein einmaliges und herausragendes Gameplay sowie alle möglichen Spielmodi und -erfahrungen zu bieten, die sich die Spieler wünschen: sei es auf einen Spieler festgelegt zu sein oder im Team mit anderen Menschen oder CPU-gesteuerten Spielern zu spielen. Und natürlich wollen wir das authentischste Sportspiel überhaupt schaffen.

Frage: Ist es ein Ziel, dass FIFA eines Tages so realistisch wird, dass man keinen Unterschied mehr zwischen Fußball im TV und dem Spiel auf einer PlayStation sieht?

Rutter: Das ist das ultimative Ziel. Vor kurzem wurde eine Kritik über FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2010 Südafrika veröffentlicht, die ich lustig fand. In der abschließenden Zusammenfassung, in der sie schreiben, was ihnen gefällt und was nicht, war das Negativste, dass das Spiel nicht so gut ist wie echter Fußball. Ich denke, das ist eine Art indirektes Kompliment. Das Spiel nähert sich in vielerlei Hinsicht der Realität immer mehr an. Und natürlich ist das etwas, was wir erreichen wollen. Gleichzeitig bin ich mir aber nicht sicher, ob eine 90-minütige Sportsimulation auf einem Fernseher wirklich eine gute Idee wäre. Man sollte genauso viel rausgehen und Fußball spielen, wie man es als Videospiel spielt. Aber unser ultimatives Ziel ist, weiterhin das beste Gameplay bei Sportspielen und das authentischste Fußballspiel zu bieten.