Vorhang auf zum Finale Grande in der Ewigen Stadt: Wenn am Mittwoch in Rom die beiden weltbesten Clubs im 17. Champions-League-Finale um die europäische Fußball-Krone kämpfen, fiebern 67.000 Zuschauer im Olympiastadion und Hunderte Millionen Fans in 200 Ländern mit. FC Barcelona gegen Manchester United, Lionel Messi gegen Cristiano Ronaldo (Mi., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

Selbst die Beteiligten können ihre Begeisterung nur schwer zügeln. "Das ist ein Traumfinale", schwärmt ManUtd-Teammanager Sir Alex Ferguson. Messi, der sich zum jüngsten Torschützenkönig der Champions-League-Geschichte krönen könnte (bislang acht Tore), meint: "Dieses Endspiel wird anders als andere Endspiele. Das ist das wichtigste Spiel meines Lebens."

Beide Teams frühzeitig nationaler Meister

Ein Titel in Rom hätte für ManUtd und Ferguson, seit 25 Champions-League-Spielen unbesiegt, historischen Charakter. Dem englischen Meister würde als erster Mannschaft seit Gründung der "Königsklasse" 1993 die erfolgreiche Titelverteidigung gelingen. Ferguson will mit dem alleinigen Rekordhalter Bob Paisley (FC Liverpool) gleichziehen und als zweiter Trainer zum dritten Mal die bedeutendste Trophäe im europäischen Club-Fußball holen - exakt zehn Jahre und ein Tag nach dem legendären 2:1-Triumph 1999 im Endspiel gegen Bayern München.

Damals dabei war der Waliser Ryan Giggs, der vom Finale am Mittwoch ähnlich viel erwartet, schließlich träfen "zwei gewaltige Clubs mit einer gewaltigen Geschichte" aufeinander. Beide Teams holten in dieser Saison frühzeitig die nationalen Titel, Barca zum 19., ManUtd zum 18. Mal. Während die Red Devils auf den vierten Sieg im vierten Endspiel um Europas Club-Krone nach 1968, 1999 und 2008 hoffen, wollen die Katalanen nach 1992 und 2006 den dritten Titel im sechsten Finale.

"Es spielen zwei Mannschaften um die Krone, nicht zwei Spieler"

Im Fokus stehen natürlich Messi und Ronaldo, was beiden Superstars gar nicht gefällt. "Ich könnte das Finale nicht ohne meine Mannschaft gewinnen", sagt Ronaldo und Messi ergänzt: "In Rom spielen zwei Mannschaften um die Krone, nicht zwei Spieler." Messi wird es am Mittwoch wohl mit ManUtds französischem Linksverteidiger Patrice Evra zu tun bekommen. Um Ronaldo soll sich Gerard Pique kümmern, der selber schon bei ManUtd spielte.

"Ein Vorteil", sagt Barca-Coach Josep "Pep" Guardiola, den allerdings Personalsorgen in der Abwehr plagen. Daniel Alves und Eric Abidal sind gesperrt, Rafa Marquez und Gabriel Milito sind verletzt. Kapitän Carles Puyol muss wohl auf der rechten Abwehrseite einspringen, Mittelfeld-Abräumer Yaya Toure könnte in die Innenverteidigung rücken.

Immerhin gaben die zuletzt angeschlagenen Stars Thierry Henry und Andres Iniesta, Torschütze zum erlösenden 1:1 in der Nachspielzeit des Halbfinal-Rückspiels beim FC Chelsea, Entwarnung. Bei ManUtd ist Darren Fletcher gesperrt, Paul Scholes könnte für ihn im Mittelfeld spielen.

Guardiola schwärmt von Ferguson

Wenn die Erfahrung der Trainer ausschlaggebend wäre, hätte Barca, das im vergangenen Jahr im Halbfinale an ManUtd gescheitert war (0:0, 0:1), nicht den Hauch einer Chance.

Als Ferguson, seit 1986 im Amt, 1991 im Endspiel des Pokalsieger-Cups gegen den FC Barcelona seinen ersten internationalen Titel als Teammanager von United holte (2:1), war Guardiola gerade 20 Jahre alt und kämpfte bei Barca um einen Platz in der ersten Mannschaft. "Ich bewundere ihn und seine Karriere sehr. Es ist eine große Ehre für mich, gegen ihn anzutreten", sagt Guardiola mit Blick auf den 67-jährigen Sir Alex.

Auf jeden Fall erhält das "Finalissima" in Rom einen würdigen Rahmen. Einer der zahlreichen Ehrengäste wird Spaniens König Juan Carlos sein.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

FC Barcelona: Valdes - Puyol, Yaya Toure, Pique, Sylvinho - Xavi, Busquets, Iniesta - Messi, Eto'o, Henry

Manchester United: Van der Sar - O'Shea, Ferdinand, Vidic, Evra - Anderson, Carrick, Scholes - Park - Ronaldo, Rooney

Schiedsrichter: Massimo Busacca (Schweiz)