Nach dem 1:0 (1:0)-Pflichtsieg gegen den NEC Nijmegen im 100. UEFA-Cup-Spiel der Vereinsgeschichte tanzt der Hamburger SV weiter auf drei Hochzeiten. Der HSV hat weiterhin in drei Wettbewerben die Chance auf einen lang ersehnten Titelgewinn.

Bereits am Sonntag geht die Hetzjagd nach dem ersten großen Titel seit 22 Jahren weiter. Dann soll die Tabellenführung in der Liga gegen den VfL Wolfsburg erfolgreich verteidigt werden. "Natürlich wollen wir auch gegen den VfL gewinnen", meinte Sportchef Dietmar Beiersdorfer: "Gegen Nijmegen waren wir in der ersten Halbzeit sehr engagiert und haben die Partie dann sicher nach Hause gespielt."

Nach dem 3:0-Sieg aus dem ersten Vergleich mit dem Tabellenneunten der niederländischen Ehrendivision war den Hamburgern die Teilnahme in der Runde der letzten 16, wo nun der türkische Meister Galatasary Istanbul wartet (12. und 18./19. März), ohnehin nur noch theoretisch zu nehmen gewesen.

"Dafür ist der HSV viel zu stark"

Dennoch zeigte sich der HSV zumindest vor dem Seitenwechsel gewillt, den 31.537 Fans in der heimischen Arena ein wenig Spektakel zu bieten. Ivica Olic hatte schon nach neun Minuten die Führung erzielt und NEC-Trainer Mario Been und seiner Mannschaft die letzte Hoffnung auf ein holländisches "Wunder von der Elbe" genommen. "Für uns war es utopisch, hier weiterzukommen", meinte Nijmegens Coach: "Dafür ist der HSV einfach viel zu stark."

Die Hamburger sind sich dieser Qualität inzwischen ebenfalls absolut bewusst. "Wenn wir so hohes Tempo wie in den ersten 30 Minuten gehen, ist es schwierig dagegenzuhalten", sagte Nationalspieler Marcell Jansen, aus dessen Poren nicht nur Schweiß sondern auch jede Menge Selbstvertrauen tropfte: "Wir haben nicht einfach einen Höhenflug. Das ist das Ergebnis harter Arbeit. Gegen Wolfsburg geht es jetzt volle Pulle weiter. Das wird genauso schwierig wie gegen Bayern oder Leverkusen."

Wolfsburg war schon im Hinterkopf

Doch auch der deutsche Rekordmeister aus München und die Bayer-Werkself hatten gegen den HSV in den vergangenen Wochen am Ende den Kürzeren gezogen. In Wolfsburg kommt nun aber die mit zehn Punkten beste Mannschaft der Rückrunde. "Das ist ein mehr als ernstzunehmender Gegner", sagte Jansen, und Dennis Aogo ergänzte: "Wir hatten das Spiel gegen Wolfsburg schon gegen Nijmegen im Hinterkopf und haben ein paar Kräfte gespart."

Jol kann gegen die Niedersachsen fast wieder aus dem Vollen schöpfen. Piotr Trochowski (Darmgrippe) und Guy Demel (Oberschenkelprobleme), die gegen Nijmegen pausierten, stehen dem Coach wohl wieder zur Verfügung. Neben den Langzeitverletzten fehlen einzig die gesperrten Jerome Boateng und Collin Benjamin.