Felix Magath hat im Vorfeld der Partie gegen 1899 Hoffenheim erstmals von der Meisterschaft gesprochen.

Und Dank des glanzvollen 4:0 (0:0) gegen den Herbstmeister kann sich der Tabellenführer nun voll und ganz auf das Titelrennen der Bundesliga konzentrieren und die Wechselgerüchte um seinen Trainer fürs Erste hinter sich lassen.

Magath spricht erstmals Tacheles

"Unser Ziel ist jetzt, den 1. Tabellenplatz zu verteidigen und die Meisterschaft nach Wolfsburg zu holen", erklärte der Coach ungewohnt freimütig und brach damit bereits vor dem Anstoß das lang gehegte Tabu des Wolfsburger Titelanspruchs.

Die Gründe für diesen Schritt waren für Magath folgende: "Wir haben kurz vor dem Ende der Saison eine neue Situation. Wir sind immer noch Tabellenführer und haben drei Punkte Vorsprung. Erst wenn wir ausrutschen, könnten die anderen Mannschaften vorbeiziehen. Jetzt wollen wir natürlich auch die letzten vier Spiele oben bleiben."

Und dies gelingt am besten mit Toren und klaren Siegen, wie am Samstag gegen Hoffenheim. Doch für das Restprogramm mit dem VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Hannover 96 und Werder Bremen wird sich der VfL steigern müssen. Denn das 4:0 über den Aufsteiger aus dem Kraichgau spiegelte nicht zwingend den Spielverlauf - vor allem in der ersten Hälfte - wider.

Gut fürs Torverhältnis

"Der Beginn war etwas unruhig", bestätigt Magath. "Dank Diego Benaglio sind wir nicht in Rückstand geraten. Wir hätten bereits in der ersten Hälfte führen können, mit dem 1:0 nach gut einer Stunde für uns war das Spiel dann aber fast entschieden, denn Hoffenheim hat dann doch ein wenig nachgelassen. Dass wir dann sogar noch etwas für das Torverhältnis tun konnten, freut uns natürlich."

Mit vier Toren hatten die "Wölfe" Magaths spontane Meisterschaftsansprüche untermauert. Und der Coach des VfL forderte nach Spielende umgehend, dieser neuen Linie konzentriert bis zum 34. Spieltag zu folgen: "Für uns ist im Moment nur wichtig, im nächsten Spiel beim VfB Stuttgart die Spitze zu behaupten und den nächsten Schritt Richtung Meisterschaft zu machen", sagte Magath.

Dzeko schnürt seinen ersten "Dreierpack"

Doch ein guter Timo Hildebrand im Hoffenheimer Tor sowie einmal der Pfosten retteten den Gästen das 0:0 zur Pause. Nach dem Seitenwechsel wurde die Dominanz der "Wölfe" dann immer stärker, sodass die Tore nur eine Frage der Zeit schienen.

Der erste Bundesliga-Hattrick von VfL-Torjäger Edin Dzeko (66./74./78.) sowie das 23. Saisontor des Brasilianers Grafite per Foulelfmeter (89.) machten den 13. Wolfsburger Heimsieg in Folge perfekt.

Rangnick fordert Reaktion

Hoffenheim, das weiter das schlechteste Team der Rückrunde stellt, musste neben der Niederlage auch noch die Gelb-Rote Karte für Andreas Beck (88.) verkraften.

"Das wirft uns zusätzlich zurück", sagte Trainer Ralf Rangnick, der von seiner Mannschaft trotz der jüngsten Talfahrt ein Aufbäumen in der Endphase der Saison erwartet: "Wir müssen den Hebel umlegen und die letzten vier Spiele noch mit Anstand hinter uns bringen."