Noch lange nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV tanzten die Spieler von Werder Bremen ausgelassen in der Ostkurve und feierten mit den Fans das Erreichen der Qualifikation für die Champions League.

Claudio Pizarro hatte mit seinem 133. Treffer zum 1:0 mit Giovane Elber als bestem ausländischen Torschützen in der Liga gleichgezogen. Zum 1:1 traf mit dem Niederländer Ruud van Nistelrooy ebenfalls ein ausländischer Top-Stürmer.

Elber noch eine Weile Rekordhalter

"Dann darf Giovane sich eben noch ein paar Monate als Rekordhalter fühlen", prognostitzierte der Peruaner den Rekord für sich allein in der kommenden Saison. "Aber das ist heute auch egal. Jetzt feiern wir erstmal den 3. Platz." Damit sprach Pizarro für alle Bremer.

"Ich mag gar nicht daran denken, wo wir stehen würden, wenn wir im Winter nicht die Serie mit den fünf Niederlagen gehabt hätten. Das hat uns den Anchluss nach ganz oben gekostet", hatte Klaus Allofs noch nach dem 1:0 gegen den 1. FC Köln bei bundesliga.de die verpasste Chance auf den Titel bedauert. Zum Saisonabschluss kein Thema mehr an der Weser.

"Wir können stolz sein"

"Wenn, wenn, wenn...", bringt es Clemens Fritz auf den Punkt. "Wir dürfen doch nicht vergessen, dass wir schon 16 Punkte hinter Leverkusen waren. Und die haben wir noch eingeholt. Wir können stolz auf uns sein."

"Nach der Niederlage gegen Dortmund war für mich der Zug abgefahren. Damals wären wir doch froh gewesen, überhaupt die Qualifikation für die Europa League zu schaffen", zieht auch Per Mertesacker ein positives Fazit. "Wir sind sehr zufrieden und die Fans sind es auch. Heute wird gefeiert."

"Waren eigentlich schon weg"

"Wir haben mehr erreicht, als wir gedacht hatten", stellte Kapitän Torsten Frings klar.

"Wir waren ja eigentlich schon weg. Aber die Mannschaft hat noch einmal einen Kraftakt bewältigt und verdient diese Position eingenommen. Damit haben einige sicher nicht mehr gerechnet. Umso schöner, dass die Mannschaft diesen Glauben gehabt hat", lobte Thomas Schaaf sein Team - und schickte seine Stars zurück in die Kurve, wo die Fans gar nicht genug von ihren Stars bekommen konnten.

Kampfansage an den Meister

Der Trainer ließ seine Profis von der Leine - und wusste, dass sie verantwortlich mit der Freiheit umgehen würden. Denn die Saison ist für die Bremer noch nicht beendet.

Denn da ist noch dieses "Sahnehäubchen", wie Mertesacker es ausdrückt. "Wir werden die Bayern fordern und noch einmal alles geben." "Wir freuen uns auf das Pokalfinale. Das wird noch ein heißer Tanz", so Pizarro. Vielleicht am Ende ja auch wieder vor der Fankurve.

Aus Bremen berichtet Jürgen Blöhs