München - Am Samstag steigt im Signal Iduna Park von Dortmund das 81. Revier-Derby zwischen dem BVB und dem FC Schalke in der Bundesliga (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Meister Dortmund liegt auf Rang 4, zwei Punkte hinter den "Königsblauen", die aktuell Dritter sind.

Doch in einem Derby zählt bekanntermaßen keine Tabellenkonstellation, sondern eher die jeweilige Tagesform. Bislang gewannen die "Königsblauen" 27 Derbys, Dortmund zwei mehr bei 24 Unentschieden. bundesliga.de verrät, was nach Ansicht von Daten und Statistiken für die jeweiligen Clubs im 81. Aufeianndertreffen spricht, wo die Stärken und Schwächen der Kontrahenten liegen.

Borussia Dortmunds Offensive: Eiskalt bei Großchancen, treffsicher vor der Pause

Der BVB erspielte sich 13 Großchancen in der Liga, beim Verwerten dieser ist die Meister-Elf schon wieder Spitze - 69 Prozent führten zu einem Treffer. Der Liga-Durchschnitt liegt bei 42 Prozent, Schalkes Quote sogar darunter (40 Prozent). Im Borussen-Kader stehen zudem die effektivsten Mittelfeldspieler der Liga. Nicht einmal sechs Torschüsse benötigten Mario Götze (Bild) und Co. im Schnitt für einen Treffer. Vor der Pause hat der BVB in dieser Saison seine beste Phase, aus der neun Treffer resultieren - ligaweiter Topwert.

In der Schlussviertelstunde legt die Elf von Trainer Jürgen Klopp regelmäßig nach, traf schon vier Mal - auch das ist Ligatopwert! Die 17 Saisontreffer verteilen sich auf neun Spieler, besonders gerne erzielt die Borussia ihre Treffer durch das Zentrum (elf Tore). Trotz kleinerer Kreativpausen hat Dortmund spielübergreifend 54 Prozent Ballbesitz. Nur zwei Teams lassen das Leder noch besser in den eigenen Reihen zirkulieren. Mit einer Fehlpassquote von 17 Prozent liegt der Doublegewinner der Vorsaison in dieser Statistik ebenfalls im Spitzenfeld.

Schalkes Offensive: Stark über rechts, im Kollektiv und im Konter

Die "Knappen" bevorzugen das Spiel über die Außen - mit durchschlagendem Erfolg. Sechs der 15 Treffer fielen über die rechte Angriffsseite, wo sich Jefferson Farfan in toller Verfassung präsentiert (vier über links). Doch die Schalker sind dadurch keineswegs einfach auszurechnen. Mit zehn verschiedenen Torschützen teilt sich die Torgefahr auf so viele Spieler auf, wie in keinem anderen Bundesligateam. Besonders beeindruckend ist die Lufhoheit der Stevens-Elf, die schon sechs Kopfballtreffer verzeichnen konnte. Aus der zweiten Reihe (drei Tore) und im Konter (fünf Tore) sind die Gelsenkirchner rund um Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (Bild) ebenfalls brandgefährlich.

Im Angriff hat Stevens Personal, das nachweislich für hohe Abschlusseffizienz steht. Nicht verwunderlich also, dass nur Hannover 96 weniger Torschüsse für einen Treffer benötigte als Schalke. Die Kombinationssicherheit ist ein weiteres Plus der "Königsblauen". Mit einer Fehlpassquote von lediglich 17 Prozent sind nur Bayern und der BVB bessere Passgeber.

Borussia Dortmunds Defensive: Anfällig nach der Pause, Probleme bei Flanken

So stark und konzentriert die Dortmunder in der ersten Halbzeit agieren, so sehr baut der Meister nach Wiederbeginn ab. Sieben der neun Gegentore kassierte der BVB in den zweiten 45 Minuten. Besonders anfällig ist die Defensive bei Kopfbällen, woraus schon fünf Gegentreffer resultierten, obwohl im Zentrum mit Mats Hummels (Bild) und Neven Subotic zwei Hünen verteidigen. Nur Wolfsburg ist in der Luft noch öfter bezwungen worden.

Nach Flanken schlug es im Dortmunder Tor schon vier Mal ein. Über die linke Defensivseite fielen mehr als die Hälfte aller Gegentore (fünf von neun). Bas ist besonders brisant, da S04 über diese Seite extrem offensivstark ist. Insgesamt hat der Meister defensiv allerdings wenig Probleme, nur 67 gegnerische Torschüsse ließ Klopps Team zu - Platz 2 hinter den Bayern (53 Schüsse des Gegners). Besonders für die gegnerischen Angreifer ist in der BVB-Abwehr reihenweise Endstation. Bislang trafen nur zwei Stürmer gegen Keeper Roman Weidenfeller.

Schalkes Defensive: Zweikampfstark, lammfromm und mit Topstart

Defensivverfechter Huub Stevens hat mal wieder ganze Arbeit geleistet: Mit sieben Gegentoren haben nur zwei Teams weniger Gegentore kassiert als S04. Der Schalker Coach verfügt zudem mit einer Erfolgsquote von 64 Prozent die zweikampfstärkste Defensive der Liga, die auch noch lammfromm ist, nur 84 Fouls beging. So fair agiert keine andere Bundesliga-Mannschaft. Benedikt Höwedes (Bild) und seine Abwehrkollegen haben die gegnerischen Angreifer auch mit legalen Mitteln im Griff. Nur 14 Mal kam ein Stürmer gegen Schalke zum Torabschluss.

In der ersten halben Stunde ist die Defensive ohnehin unantastbar, kassierte noch keinen Gegentreffer, genau wie bei Fernschüssen. Wie gut das Defensivkonzept insgesamt funktioniert, belegt die geringe Anfälligkeit bei Kontern. Aus schnellen Gegenangriffen resultieren nur vier Torschüsse. So wenige ließ keine andere Mannschaft zu. In der Luft ist gegen Stevens' Abwehrhünen auch nichts zu machen. Nur die Mainzer (77 Prozent gewonnene Duelle) haben eine noch bessere Erfolgsquote in Luftduellen als die Schalker mit 69 Prozent.


Christoph Gailer