Stuttgart - Zu gerne hätte Bruno Labbadia am Donnerstagabend im Rückspiel des Sechzehntelfinales der UEFA Europa League gegen Benfica Lissabon (ab 20:50 Uhr im Live-Ticker) dieselbe Mannschaft aufgeboten, die bereits im Hinspiel vor einer Woche und am Sonntag bei Bayer Leverkusen aufgelaufen war.

Doch aus verschiedenen Gründen ist dies nicht möglich. Cacau fällt mit einer Adduktorenzerrung aus, ob Serdar Tasci einsatzbereit ist, stehe derzeit noch auf der Kippe. Den Innenverteidiger plagen Leistenprobleme. "Wir hatten gestern im Training 13 Feldspieler, heute standen uns 16 Mann zur Verfügung. Die Personaldecke ist extrem dünn", so der VfB-Cheftrainer.

Ziegler im Tor

Sicher ist auch der Wechsel im Tor von Sven Ulreich zu Marc Ziegler. "Nach reiflicher Überlegung haben wir uns zu diesem Schritt entschieden und es den beiden Torhütern gestern nach dem Training mitgeteilt. Damit wollen wir einen Akzent setzen, auch wenn Sven definitiv nicht alleine an den vielen Gegentoren schuld ist. Wir haben großen Respekt vor ihm und werden Sven gemeinsam helfen, mit dieser Situation umzugehen. Wir glauben nach wie vor an sein Potenzial, deshalb haben wir auch so lange an ihm festgehalten. Wir müssen jetzt aber das Optimum rausholen. Zuletzt hat die Mannschaft nicht so funktioniert, wie es sein sollte. Marc verfügt über mehr Erfahrung, er hat im Trainingslager und in den Einheiten zuletzt sehr gut gearbeitet, sich als Nummer zwei immer fair verhalten, und wir hoffen, dass er der Mannschaft helfen und ihr mehr Stabilität verleihen kann", begründete Bruno Labbadia diesen Schritt.

VfB-Stürmer Martin Harnik sagte zum Torwartwechsel: "Sven geht sehr professionell mit der Entscheidung um. Er hat sich heute im Training wieder voll reingehauen und lässt sich nicht hängen. Wir sind als Mannschaft natürlich für ihn da, genauso wie für Marc, auf dem jetzt auch ein großer Druck lastet. Aber insgesamt müssen wir uns keine Sorgen um die beiden machen. Das sind beides super Typen, die sich auch gegenseitig unterstützen. Und in erster Linie zählt der Mannschaftserfolg, das ist allen Beteiligten klar."

Top besetzter Gegner

Erfolgreich soll auch das Rückspiel gegen Benfica für den VfB enden, der nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel unbedingt gewinnen muss. "Wir rechnen uns durchaus Chancen aus gegen Benfica. In der ersten Halbzeit im Hinspiel haben wir gezeigt, dass die Lissabonner verwundbar sind. Uns reicht ein Tor fürs Weiterkommen. Dafür müssen wir hinten gut stehen und geduldig sein", so Bruno Labbadia.

Gleichzeitig warnt er vor dem amtierenden portugiesischen Meister: "Das ist ein sehr starker Gegner, der in den letzten Wochen in einem absoluten Hoch ist. Sie haben eine Vielzahl gefährlicher Spieler in ihren Reihen, wie beispielsweise Oscar Cardozo, Javier Saviola, Pablo Aimar, Luisao oder Nicolas Gaitan. Sie sind top besetzt und durch ihre vielen Argentinier und Brasilianer haben sie eine südamerikanische Spielkultur. Wir freuen uns sehr auf das Spiel, auch wenn Lissabon eine harte Nuss ist. Das macht die Partie umso reizvoller."

Auch Martin Harnik ist optimistisch: "Wir haben schon im Hinspiel gesehen, wie spielstark Benfica ist, aber wir konzentrieren uns nur auf uns und wollen an die erste Halbzeit aus dem Hinspiel und die 90 Minuten gegen Leverkusen anknüpfen. Wir wollen unbedingt weiterkommen."