Kiev - Trotz des Aus in der Champions-League-Qualifikation blickt Borussia Mönchengladbach positiv in die Zukunft. "Wir freuen uns auch auf die Europa League. Dort können wir als Mannschaft weiter wachsen", sagte Kapitän Filip Daems nach dem beachtlichen, letztlich aber wertlosen 2:1 (0:0)-Erfolg im Playoff-Rückspiel der "Königsklasse" bei Dynamo Kiew (Hinspiel: 1:3).

Auch wenn bei der Rückkehr der Rheinländer auf die europäische Bühne nach 16 Jahren der Wunsch nach Duellen mit den ganz Großen wie FC Barcelona, Real Madrid, Juventus Turin oder Manchester United unerfüllt blieb, hofft man im Borussen-Lager doch weiter auf große Namen. "Inter Mailand als Gruppengegner - das wäre doch ein Hammer", sagte Stürmer Mike Hanke zur Gruppen-Auslosung im "kleinen Europacup" am Freitag (ab 12:45 Uhr im Live-Ticker) in Monte Carlo. Auch ein Wiedersehen mit dem englischen Ex-Rekordmeister und alten Widersacher FC Liverpool (Europapokal-Finale 1977 und -Halbfinale 1978) liegt im Bereich des Möglichen.

"Haben Vieles richtig gemacht"



Das "Wunder von Kiev" war nach einem Eigentor von Yevgen Khacheridi (70.) und einem Treffer durch Juan Arango (78.) zum Greifen nahe. Erst Dynamos Anschlusstreffer durch Brown Ideye (88.) bedeutete die Entscheidung.

Zwar verbuchte Sportdirektor Max Eberl das Gesamtergebnis zunächst auch als Lehrgeld: "Wir sind jetzt etwas bedröppelt, das Hinspiel steckt uns in den Kleidern." Zugleich allerdings verband der Ex-Profi die Umkehrung des Negativtrends aus dem deprimierenden Hinspiel mit viel Optimismus: "Wir haben Vieles richtig gemacht und den deutschen Fußball gut vertreten."

De Jong noch mit Schwierigkeiten



Auch Routinier Martin Stranzl verdeutlichte die bereits erkennbaren Fortschritte gegenüber der unglücklichen Hinspiel-Niederlage: "Wir haben viel ruhiger gespielt als vorige Woche. Wenn unsere vielen jungen Spieler aus solchen Erfahrungen lernen und sich weiterentwickeln, sind unsere Aussichten nicht schlecht."

Schlecht dürfte sich in Kiev allerdings Borussias Rekordeinkauf Luuk de Jong gefühlt haben. Nach seinem letztlich entscheidenden Eigentor im Hinspiel wirkte der Stürmer im EM-Finalstadion noch immer nicht integriert in Gladbachs dominierender Elf. Er war 18 Minuten vor dem Abpfiff ausgewechselt worden.

Trainer Lucien Favre sah denn auch nach dem Schlusspfiff mit Blick auf den niederländischen Torjäger seine aufsehenerregende Analyse aus dem Hinspiel bestätigt: "Ich wollte das Rückspiel noch einmal sehen, aber jetzt bin ich sicher: Uns fehlt im Angriff noch die Durchschlagskraft."

Fokus auf die Bundesliga



Favre plädierte nach dem ersten herben Rückschlag in seiner rund 18-monatigen Amtszeit und vor dem rheinischen Bundesliga-Derby am Samstag (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf allerdings auch für Ruhe: "Wir müssen sehen, wo wir herkommen. Vor nur etwas mehr als einem Jahr standen wir mit einem Bein in der 2. Liga. Wir haben wichtige Spieler verloren und müssen eine neue Mannschaft aufbauen."

Die Europa League soll dabei nur eine Nebenrolle spielen: "Unsere Lebensversicherung ist die Bundesliga."