Nicht Meisterschaft, nicht Champions League und auch nicht die neu geschaffene Europa League - Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat für die Saison ein höchst ehrbares Ziel ausgegeben.

"Wir wollen den besten Fußball spielen, der für uns möglich ist. Ich finde, etwas Größeres gibt es nicht. Wir wollen alles aus uns rausholen - keine Alibis, keine Entschuldigungen", sagte er im bundesliga.de-Interview.

Und "es geht darum, in unsere guten bis sehr guten Leistungen Konstanz zu bekommen", fügte "Kloppo" an. Nach zwei Spieltagen kann man allerdings noch nicht von Konstanz sprechen.

Vier Tore in zwölf Minuten

Zum Auftakt gegen den 1. FC Köln präsentierte sich Borussia Dortmund in blendender Verfassung. 24:7 Torschüsse, 16:1 Ecken - der BVB hatte den FC im Griff, auch wenn am Ende ein Eigentor den 1:0-Heimerfolg sicherstellte.

Beim Hamburger SV war von diesem spielerischen Offensivfeuerwerk fast gar nichts mehr zu sehen. Lediglich in den allerersten Minuten konnten die Westfalen mit den Norddeutschen mithalten. Nach zwölf Minuten stand es allerdings schon 1:3, am Ende traten die "Schwarz-Gelben" mit einem 1:4 im Gepäck die Heimreise an.

Harsche Kritik

"Wir sind nie richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden. Das war schon ein sehr frustrierendes Erlebnis", analysierte BVB-Spielmacher Tamas Hajnal nach der Partie im Gespräch mit bundesliga.de.

Trainer Klopp fand drastischere Worte: "Dieses Ergebnis fühlt sich genauso beschissen an, wie es sich anhört. Ich hoffe, dass das die Unterkante unserer Messlatte war. Da können wir normal nachts um drei drüber."

Mit den Spielern ging der 42-Jährige hart ins Gericht. "Das war gar nichts. Ich habe so viele Ausfälle gesehen wie ganz selten zuvor. Ich kann heute keinen erkennen bei uns in der Mannschaft, der nicht Riesenaktien an dieser Niederlage hält", schimpfte Klopp.

Blick nach vorne

Vor allem die sonst so hochgelobte Abwehr wurde von den schnellen Spielzügen der Hamburger ein ums andere Mal bloßgestellt. Doch so richtig schief hängt der Haussegen in Dortmund nach dieser bitteren Pleite nicht.

"Wir haben gesagt, dass wir uns weiterentwickeln wollen. In der Entwicklung passiert so etwas schon mal, aber es darf uns nicht noch mal passieren", sagte Mittelfeldspieler Nuri Sahin. Und auch Klopp blickte schon wieder nach vorne: "Wenn man daraus die richtigen Lehren zieht, kann es einen aber sogar weiterbringen."

Ähnlich sah es Stürmer Nelson Valdez, der in Hamburg zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf. "Auf jeden Fall nehmen wir eine Lehre heute mit. Wir müssen von Anfang an Gas geben und uns nicht wieder überraschen lassen. Aber ich denke schon, dass wir nach dieser Niederlage weiter nach vorne schauen können. Das tun wir und sind jetzt schon top motiviert für Stuttgart", erklärte Valdez.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis