München - Drei Torschüsse, drei Treffer: Manchmal braucht Mario Gomez nur eine richtig gute Halbzeit, um den FC Bayern München zu einem deutlichen Sieg zu schießen.

Mit seinem bereits dritten "Dreierpack" in dieser Saison half der Nationalstürmer maßgeblich beim 5:1-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern mit. Mit nunmehr 15 Treffern zieht Gomez zudem mit Freiburgs Papiss Demba Cisse gleich und geht an die Spitze der Torjägerliste.

Im Interview spricht Gomez über den schweren Start gegen die Lauterer, die Torjägerkanone und das Pokalspiel in Aachen.

Frage: Herr Gomez, 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern klingt deutlich. Aber es hat doch recht lange gedauert bis das erste Tor fiel...

Mario Gomez: Die Lauterer haben die Räume gut zugemacht, wir hatten in der Anfangsphase gerade mal zwei Chancen, bei denen wir gefährlich vors Tor kamen. Aber dann hat Arjen Robben doch noch das Tor in der Kontersituation gemacht. Da hatten wir mal den Platz, den wir vorher nicht hatten.

Frage: Die Halbzeitführung und das schnelle 2:0 kamen zur richtigen Zeit, oder?

Gomez: In der zweiten Halbzeit musste Lautern mehr nach vorne machen. Dass wir die Qualität haben, die Lauterer dann auszuspielen, wussten wir. In der Vergangenheit haben wir öfter mal das Spiel nicht nach Hause gefahren, Chancen ausgelassen, diesmal haben wir es gut zu Ende gespielt.

Frage: Sie haben vorne Kaltschnäuzigkeit bewiesen und die Dinger reingemacht. Spiegelt das auch das Selbstvertrauen wieder, das Sie sich in den letzten Wochen erarbeitet haben?

Gomez: Das ist mein Job. Ich weiß, was von mir verlangt wird. Und ich weiß, dass es auch mal so laufen kann, wie in der ersten Halbzeit, in der ich ein bisschen in der Luft hing. Dann aber ruhig weiterzumachen, das kann man nur, wenn man eine erfolgreiche Phase hat, und die hab' ich.

Frage: Was nimmt die Mannschaft aus dem Spiel mit?

Gomez: Es wird wohl wie in den letzten Jahren sein, dass die Mannschaften, die nach München kommen, die Räume sehr eng machen. Darauf müssen wir uns einstellen und umso früher das 1:0 fällt, desto einfacher wird es für uns. Die Gegner haben sich auf uns sehr gut eingestellt, und wir müssen ein Rezept dagegen finden, damit wir weiter erfolgreich spielen.

Frage: Was sagt das 5:1 der Konkurrenz?

Gomez: Ich glaube nicht so viel. Für uns ist es wichtig, Platz 2 zu erklimmen und da sind wir auf einem guten Weg. Auch wenn Leverkusen noch spielt, die für mich der stärkste Konkurrent um Platz 2 sind.

Frage: Kurz vor Schluss brandete der Jubel der Fans sehr laut auf, als das 1:1-Zwischenergebnis aus Dortmund kam. Ist das noch mal eine besondere Motivation?

Gomez: Auf jeden Fall war es lauter, als wenn Dortmund noch getroffen hätte. Aber wir wissen, dass es ein weiter Weg ist und wir es nicht beeinflussen können. Wir müssen eigentlich noch zehn Spieltage abwarten, um sagen zu können: Da ist noch was drin.

Frage: Mit dem dritten "Dreierpack" sind Sie jetzt auch im Rennen um die Torjägerkanone ganz oben. Schauen Sie nun häufiger auf die Torjägerliste?

Gomez: Ich schaue, wer in Spanien die Tore schießt, wer in Italien oder England die Tore schießt. Ich schaue immer auf die Torjägerlisten - auch auf die deutsche. Es ist klar, dass ich dieses Ziel habe, aber es wäre kein Beinbruch, wenn ich nicht Torschützenkönig werde. Für mich ist es wichtig, erfolgreich zu sein, und noch wichtiger, Teil der Mannschaft zu sein, um zum Erfolg beitragen zu können.

Frage: Auswärts geht es jetzt im DFB-Pokal zu Alemannia Aachen. Keine leichte Aufgabe gegen eine kämpferische Mannschaft, oder?

Gomez: Wir wollen eine Runde weiterkommen. Und mit allem Respekt vor Aachen, wenn wir ausscheiden sollten, wäre es eine große Blamage. Das dürfen wir nicht, denn wir wollen ins Finale.

Aufgezeichnet von Jessica Pulter