Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf hat nach einem etwas glücklichen 1:0-Erfolg in der Verlängerung gegen Borussia Mönchengladbach das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. In einem intensiven Spiel mussten die Düsseldorfer viele kritische Situationen überstehen, ehe dem eingewechselten Ex-Gladbacher Nando Rafael nach einer schönen Kombination der sehenswerte Siegtreffer gelang.

Nach zuvor drei Niederlagen in Folge reist der Aufsteiger nun mit neuem Selbstvertrauen zum nächsten rheinischen Derby am Sonntag nach Leverkusen. Vorher stellte sich der 28-jährige Schütze des goldenen Tores zum Interview.

Frage: Flutlicht an, Stadion voll, Ex-Verein vor der Brust, eingewechselt und Siegtor geschossen. Schöner kann man sich das nicht träumen?

Nando Rafael: Das stimmt. Ich war motiviert und habe gehofft, zum Einsatz zu kommen. Wir haben in bestimmten Momenten gut gespielt, in anderen nicht. Wir haben viel zugelassen, aber die Gladbacher haben ihre Chancen nicht genutzt. Wir dagegen haben unsere Chance genutzt. Wir wussten, dass dies im Pokal eine einmalige Chance ist. Es gibt kein Rückspiel. Wir haben es geschafft. Das ist ein geiles Gefühl. Wir genießen das jetzt, und ab Freitag gilt die Konzentration dann dem Spiel in Leverkusen.

Frage: Sie haben sich Ihr erstes Tor für Fortuna für einen optimalen Moment aufgehoben.

Rafael: Wenn man eine solche Gelegenheit bekommt, muss man cool bleiben. Es ist gut gelaufen. Es ist überragend, vor so einer vollen Hütte zu spielen. Als kleiner Junge träumt man immer davon, Profifußballer zu werden. Ich muss das jetzt erstmal auf mich wirken lassen. Ich genieße das einfach.

Frage: Glauben Sie, dass bei Ihnen nun nach Ihrem ersten Tor der Knoten geplatzt ist?

Rafael: Für einen Stürmer ist es wichtig, dass er die Dinger reinmacht, wenn er eingewechselt wird. Heute habe ich die Chance bekommen und das Tor erzielt.

Frage: Sehen Sie sich jetzt als Matchwinner?

Rafael: Nein. Wir haben viel Moral gezeigt. Es war nicht einfach nach drei Niederlagen in der Bundesliga. Es war ein ganz besonderes Spiel, besonders für uns drei Ex-Gladbacher (Johannes van den Bergh, Tobias Levels und ihn, die Red.). Dieser Sieg gibt Selbstvertrauen für das kommende Spiel in Leverkusen.

Frage: Nach diesem Tor haben Sie nicht gerade ausgelassen gejubelt. Warum waren Sie eher zurückhaltend?

Rafael: Ich habe gegen meinen Ex-Verein gespielt. Da wollte ich mich nicht groß feiern lassen. Deswegen habe ich ruhig gejubelt. Der Jubel war übrigens ein bisschen mit Tobias Levels abgesprochen. Den machen wir öfter in der Kabine, dieses "Stare Down", dieser kämpferische Blick.

Frage: Erwarten Sie, dass Sie Jens Langeneke, der kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit einen Elfmeter verschoss, zum Essen einlädt?

Rafael: Nein. Es ist geil, dass wir heute wie gesagt Moral gezeigt haben. Wir sind danach gut und stark zurückgekommen.

Frage: Jetzt kommt das nächste Derby gegen Bayer Leverkusen.

Rafael: Wir haben uns im Pokalspiel Selbstvertrauen geholt und Moral gezeigt. Wir können uns wieder auf uns verlassen. Und im Tor steht bei uns der Fabian Giefer, der eine überragende Saison spielt.

Frage: Sie sprechen den Keeper an. Was zeichnet Fabian Giefer aus?

Rafael:Fabian Giefer hat vom ersten Tag bis zum heutigen Spiel immer gute Leistungen gezeigt. Wir erleben ihn jeden Tag im Training, dass er ein super Torwart ist. Er strahlt Ruhe aus und gibt uns Vetrauen. Wir wissen, dass wir uns auf ihn verlassen können.

Frage: Rechnen Sie sich jetzt größere Chancen auf einen Einsatz in der Startelf aus?

Rafael: Das entscheidet der Trainer. Für einen Stürmer ist es natürlich gut, wenn er dann nach der Einwechslung ein Tor macht. Das Spiel war ein guter Schritt für mich, um in die Mannschaft zu kommen. Ich muss mich nun weiter in jedem Training anbieten und Gas geben.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski