Kaiserslautern - Trotz eines Zählers gegen den Hamburger SV am vergangenen Spieltag ist beim 1. FC Kaiserslautern derzeit der Wurm drin. Im Jahr 2011 sind die Pfälzer noch sieglos und haben erst drei Punkte eingefahren, wodurch sie mittlerweile auf den Relegationsplatz abgerutscht sind.

Um solche Negativ-Läufe zu beenden, helfen manchmal Veränderungen. Gegen die Hamburger hatte FCK-Trainer Marco Kurz seine Startelf modifiziert und zur allgemeinen Verwunderung seinen Kapitän, Martin Amedick, auf die Bank gesetzt.

Bei bundesliga.de spricht der 28-Jährige über die ungewohnte Situation, nicht mehr zur Stammformation zu gehören. Außerdem erklärt er, wie Stürmer Srdjan Lakic seine Torflaute beenden kann. Auch auf das richtungsweisende Spiel bei Eintracht Frankfurt blickt Amedick voraus und sagt, wie der FCK in der Commerzbank Arena auftreten muss, um in diesem Duell erfolgreich zu sein (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

bundesliga.de: Der 1. FC Kaiserslautern hat gegen den Hamburger SV 1:1-unentschieden gespielt. Werten Sie das Ergebnis als Punktgewinn oder als Verlust zweier Zähler? Wieso?

Martin Amedick: Der Punkt bringt uns sicherlich ein kleines Stück weiter und es wäre mehr drin gewesen, denn wir haben gegen Ende nochmal richtig Druck gemacht. Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung und darauf wollen wir aufbauen.

bundesliga.de: Die Tatsache, dass Sie auf der Bank saßen, kam überraschend. Wie sehen Sie die Maßnahme von Marco Kurz, Sie als Mannschaftskapitän auf die Bank zu setzen?

Amedick: Natürlich ist das erst einmal ein bitterer Moment, aber ich muss das akzeptieren und sofort wieder angreifen. Ich werde mich als Kapitän weiterhin in den Dienst der Mannschaft stellen und dem Coach im Training keine Chance geben, an mir vorbeizukommen. Letztlich zählt aber: Wenn die Mannschaft erfolgreich ist, ist jede Entscheidung die richtige.

bundesliga.de: Bei Srdjan Lakic hingegen hapert es derzeit, obwohl er - wie in Hannover - gute Möglichkeiten hat. Fehlt da einfach das nötige Glück oder wie erklären Sie sich die Flaute Ihres Goalgetters?

Amedick: Das kommt bei jedem Spieler mal vor und bei einem Stürmer fällt es dann halt besonders auf. Für ihn ist es umso bitterer, weil diese Phase mit der Bekanntgabe seines Wechsels zusammentrifft. Aber wer ihn im Training und im Spiel erlebt, der wird keinen Zweifel daran haben, dass er sich absolut für den FCK reinhaut. Wenn er die Ruhe bewahrt und weiter an sich glaubt, dann kommen auch die Tore wieder.

bundesliga.de: Der FCK wartet in der Rückrunde noch immer auf den ersten Sieg. Woran hapert es derzeit, dass es nicht mit einem "Dreier" klappt?

Amedick: Wir spielen eigentlich immer sehr gut mit und kommen auch gut in die gegnerische Zone. Doch vor dem Tor sind wir nicht konsequent genug und haben es zudem dem Gegner zu einfach gemacht, gegen uns Tore zu schießen. Gegen Dortmund oder Hamburg hatten wir das ganz gut im Griff. An diese Spiele müssen wir anknüpfen und vorne einfach mehr Torgefahr entwickeln.

bundesliga.de: Seit drei Spieltagen steht Ihr Team auf dem Relegationsplatz. Wie geht die Mannschaft mit der Situation "Abstiegskampf" um?

Amedick: Wir wussten von Anfang an und haben es auch immer wieder deutlich gemacht, dass es in dieser Saison einzig und allein um den Klassenerhalt geht. Wir sind darauf vorbereitet und werden die Ruhe bewahren.

bundesliga.de: Kommenden Samstag steht das Spiel bei Eintracht Frankfurt an. Ist das bereits ein richtungsweisendes Spiel?

Amedick: Für uns ist jedes Spiel von besonderer Bedeutung. Natürlich ist Frankfurt mehr oder weniger ein direkter Konkurrent. Wenn wir gewinnen, haben wir die Eintracht unten mit reingezogen. Aber auch danach ist die Saison noch lange nicht zu Ende und wir haben noch jede Menge Herausforderungen vor uns.

bundesliga.de: Die Eintracht ist das schlechteste Rückrundenteam und hat noch kein einziges Tor nach der Winterpause erzielt. Fürchten Sie, dass die Hessen ausgerechnet gegen Sie den Befreiungsschlag landen werden?

Amedick: Es liegt an uns, dies nicht zuzulassen.

bundesliga.de: Michael Skibbe hat seine Mannschaft zum Trainingslager abkommandiert. Wie beurteilen Sie eine solche Maßnahme?

Amedick: Das kann ich nicht beurteilen. Es gibt sicherlich Phasen, in denen das sinnvoll ist und der Mannschaft hilft. Ich schlafe aber in jedem Fall lieber zuhause…

bundesliga.de: Auch der FCK wartet noch immer auf den ersten Sieg in der Rückrunde. Wäre ein Trainingslager eine sinnvolle Maßnahme, die auch Marco Kurz einmal in Betracht ziehen sollte?

Amedick: Wenn der Trainer es für sinnvoll oder nötig halten würde, dann wäre diese Maßnahme sicher schon umgesetzt worden. Ich denke, dass wir sehr konzentriert arbeiten und der Zusammenhalt in der Truppe großartig ist. Es herrscht keine Unruhe im Team, die ein solches Trainingslager vielleicht beruhigen könnte.

bundesliga.de: Wie muss Ihr Team auftreten und was muss es beachten, um in Frankfurt erfolgreich zu sein?

Amedick: Es wird sicher kein Spiel mit offenem Visier. Wir müssen kompakt auftreten und konsequent unsere Möglichkeiten suchen. Es werden um die 8.000 FCK-Fans oder mehr in Frankfurt erwartet und denen wollen wir ein gutes und erfolgreiches Spiel bieten.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig