Schalke 04, Eintracht Frankfurt, 1.FC Köln, Karlsruher SC, Hannover 96, Hansa Rostock, Alemannia Aachen, Fortuna Düsseldorf, FC Basel, Bursaspor und Co.

Nein, das sind die nicht Tipps für den nächsten Spieltag, sondern ein Auszug von Jörg Bergers Lebenslauf. Der 64-Jährige hat wie kaum ein anderer Erfahrung in der Welt des Fußballs.

Alle Antworten...

Im Interview mit bundesliga.de spricht der heutige TV-Experte über die Lage der Bundesliga. Was sagt er zum Höhenflug Hoffenheims? Warum läuft es nicht bei den Bayern? Was hält er von Bruno Labbadia? Hier gibt es alle Antworten.

bundesliga.de:: Herr Berger, ist Ihnen an den bisherigen Spieltagen der Bundesliga allgemein eine offensivere Spielweise aufgefallen?

Jörg Berger: Ja, das ist mir sofort aufgefallen. Es gibt nun mehr Trainer, die eine offensive Philosophie vertreten. Dahingehend haben die Clubs auch Spieler verpflichtet. Die Probleme kommen dann natürlich in der Defensive. Und so kommt es dann zu hohen Ergebnissen wie 3:2 oder 5:4. Für die Bundesliga und die Fans ist das schöner als ein 1:0, für die Nerven der Trainer sicherlich weniger.

bundesliga.de:: Liegt das auch daran, dass nach Luca Toni, Franck Ribery oder Diego mit Jefferson Farfan oder Petit weitere Top-Spieler in die Bundesliga gekommen sind?

Berger: Spieler mit Stärken in der Offensive und individueller Klasse heben natürlich das Niveau. Man hat während Riberys Verletzung ja gesehen, wie sehr die Kreativität im Spiel der Bayern gelitten hat. Und ob das nun ein Diego, Ribery oder Petit ist - das sind alles Spieler, die das Spiel attraktiver machen und davon können wir nicht genügend haben.

bundesliga.de:: Hat die Maxime "eine starke Defensive gewinnt Meisterschaften" da noch bestand?

Berger: Es gab und gibt Trainer, wie zum Beispiel Huub Stevens, die mit einer defensiven Taktik Erfolg haben. Solche Trainer sind nur schnell in der Schusslinie, wenn es mal nicht so läuft. Aber in der Bundesliga legt die Mehrheit der Trainer derzeit das Augenmerk auf den Angriff. Am Ende sind aber immer noch die Punkte entscheidend.

bundesliga.de:: Besonders Hoffenheim und Leverkusen sind durch ihre offensive Spielweise aufgefallen. War mit der guten Leistung beider Teams zu rechnen?

Berger: Hoffenheim hat schon in der Regionalliga und auch in der 2. Bundesliga offensiv gespielt. Sie haben ihre Neuzugänge nach diesen Gesichtspunkten verpflichtet. Das ist ein langer Prozess, denn sie mit Trainer Ralf Rangnick bestreiten. Ein ähnliches Beispiel ist Thomas Schaaf in Bremen. Der hat diese Richtung schon seit Jahren vorgegeben und sich dementsprechend orientiert, was die Kaderzusammenstellung betrifft.

bundesliga.de:: Und in Leverkusen?

Berger: Bei Leverkusen ist das eher eine Momentaufnahme. Das hängt mit Bruno Labbadia zusammen, den ich noch aus meiner Zeit meiner ersten Trainerstation bei Darmstadt 98 kenne. Er ist einen sehr spannenden Weg gegangen. Er hat sich als Trainer nach oben gearbeitet, hat dabei an Profil gewonnen und so seine ideale Taktik gefunden. Ein Trainer-Neuling hat da noch seine Probleme.

bundesliga.de:: Wie beurteilen Sie die Situation bei Bayern mit Jürgen Klinsmann?

Berger: Eines mal vorweg: Ich finde es positiv, dass die Bayern in dieser misslichen Situation Jürgen Klinsmann den Rücken stärken. Ich stelle Klinsmanns Fähigkeiten nicht in Frage, aber auch er muss in der Bundesliga noch dazulernen. Nationaltrainer zu sein, ist nicht vergleichbar mit dem Tagesgeschäft eines Bundesliga-Trainers. Da muss er sich durchbeißen. Der FC Bayern ist aber stark genug, um früher oder später wieder oben mitzuspielen.

bundesliga.de:: Welches Team ist denn bisher ihr Überraschungsteam der Saison?

Berger: Ganz klar Hoffenheim. Deren Abschneiden ist richtig spektakulär. Das Überraschende ist, dass sie mit ihrem offensiven Fußball auch in der Bundesliga Erfolg haben. Das spricht für die Arbeit und die Kontinuität in Hoffenheim. Diese Entwicklung ist schon toll. Ich sage immer: 'Glaube an deine Stärken und tue alles dafür, diese hervorzuheben.' Und das ist den Hoffenheimern gelungen.

Das Gespräch führte Gregor Nentwig