Köln - Mit dem Topspiel VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München wird am 30. Januar die Bundesliga-Rückrunde eröffnet. 17 Spieltage sind noch zu spielen, bis alle Fragen geklärt sind.

Welche tabellarischen Sprünge in der Vergangenheit noch möglich waren, wie die Aussichten von Borussia Dortmund statistisch stehen, doch noch den internationalen Wettbewerb zu erreichen, und vieles mehr hat bundesliga.de zusammengestellt.

Raus aus dem Tabellenkeller

BVB müsste sich um elf Plätze verbessern

Nach 17 Spieltagen finden sich einige große Traditionsvereine teils mehr als überraschend im Tabellenkeller wieder. Allen voran Borussia Dortmund auf Platz 17. Für den BVB geht es jetzt erst Mal nur um den Klassenerhalt. Denn um das ursprünglich ausgerufene Ziel Champions League zu erreichen, müssten die Schwarz-Gelben schon eine überragende Rückrunde spielen und sogar einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellen. Schließlich konnte sich in 51 Jahren Bundesliga noch nie ein Club in der Rückrunde um mehr als zehn Plätze verbessern.

Ein Sprung um zehn Tabellenplätze war bislang in der Bundesliga-Geschichte die größte tabellarische Verbesserung einer Mannschaft. Zwei Clubs gelang dieses Kunststück: vor acht Jahren kletterte der Hamburger SV unter Coach Huub Stevens noch von Platz 17 auf Position sieben, gleiches gelang dem FC Schalke 04 in der Saison 1968/69.  Drei Mannschaften verbesserten sich im Vergleich zur Hinrunde um neun Plätze und qualifizierten sich dadurch noch für den Europapokal, Werder Bremen wurde so 1967/68 nach Platz elf in der Hinrunde sogar Vizemeister.

Sprung nach vorne leichter als sonst

Dabei erscheint ein Sprung um mehrere Plätze nach vorne für die abstiegsbedrohten Clubs in dieser Saison deutlich leichter als in den vergangenen Jahren. Denn den Sport-Club Freiburg und Dortmund als die Inhaber der aktuellen Abstiegsplätze trennen derzeit lediglich vier Punkte von Platz 10 (seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 war es nur 2000/01 genauso eng nach der Hinrunde). Und sogar nur 12 Zähler vom vierten Rang. Der BVB braucht also vier Siege mehr als Borussia Mönchengladbach, um den Qualifikationsplatz zur Champions League doch noch zu erobern.

Tatsächlich schafften es schon viele Tabellenletzte in der Vergangenheit, den Abstieg noch zu vermeiden. Gerade die Freiburger wissen, wie es geht: Sie schafften in der Saison 2011/12 den Sprung von Platz 18 nach der Hinrunde auf Platz zwölf am Saisonende – unter Trainer Christian Streich. Statistisch liegt die Chance des Sport-Clubs auf den Klassenerhalt bei immerhin 35 Prozent. Auf der anderen Seite stehen Clubs wie der SC Paderborn (10.) oder der punktgleiche 1. FC Köln (11.) mit 19 Zählern noch voll im Abstiegskampf.

Kampf um die Champions League

62 Punkte reichen immer für Platz 4

Und auch im Rennen um die Europacup-Plätze ist noch alles offen. 62 Punkte haben seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 immer gereicht, um einen Platz unter den ersten vier der Tabelle einzunehmen. In den vergangenen zehn Spielzeiten genügten im Schnitt sogar nur 59 Punkte für Platz vier am Saisonende. Doch diese Marke würde nicht einmal der aktuelle Dritte Bayer 04 Leverkusen erreichen, wenn die Rheinländer in der Rückrunde genauso viele Punkte holen wie in der Hinserie (28).

Der FC Augsburg als Überraschungsteam der Hinrunde bräuchte gar 32 Punkte und müsste damit den eigenen Clubrekord für eine Halbserie noch einmal deutlich steigern. Und was ist mit Gladbach? In den vergangenen drei Jahren sackten die Borussen im zweiten Saisonabschnitt stets ab.

Hoffnung macht den Verfolgern im Rennen um Europa indes eine andere Statistik: nur in drei Spielzeiten bildeten die ersten Vier der Hinrundentabelle auch am Ende der Saison das Spitzenquartett. Da ist noch Bewegung drin.

 

Spannung im Rennen um Platz 1?

Wolfsburg braucht eine Rückserie wie 2008/09

An der Tabellenspitze scheint die aktuell nicht möglich zu sein. Denn den Bayern reicht statistisch gesehen sogar eine mäßige Rückrunde, um Deutscher Meister zu werden. Denn seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 waren 74 Punkte immer genug für den Titelgewinn. Demnach benötigen die Bayern also nur noch 29 Zähler für ihren 24. Deutschen Meistertitel in der Bundesliga.

Einzig Wolfsburg (elf Punkte Rückstand) könnte vielleicht noch in den Titelkampf eingreifen, dazu müssten die Wölfe die Bayern zum Rückrundenauftakt jedoch definitiv schlagen. Mit dann nur noch acht Punkten Rückstand müssten sie einfach ihr Kunststück aus der Saison 2008/09 wiederholen, als sie nach der Winterpause 43 Punkte holten und sensationell als Hinrunden-Neunter noch Deutscher Meister wurden. Mit dann 77 Punkten am Ende der laufenden Saison könnten sie den FCB vielleicht aufhalten.

Von Tobias Gonscherowksi und Tobias Schild / Daten: Tobias Anding