München - So viele torhungrige deutsche Akteure wie lange nicht mehr, historisch viele Auswärtssiege, die wenigsten Fouls seit Beginn der Datenerfassung und eine höhere Torquote als die englische Premier League: Die Bundesliga hatte auch in ihrer Jubiläumssaison wieder einiges zu bieten.



Mit dem einen oder anderen Fakt hätten wohl auch viele Fußball-Insider nicht gerechnet. bundesliga.de blickt auf die Ereignisse der 34 Spieltage der Spielzeit 2012/2013 zurück und präsentiert die Trends der abgelaufenen Saison.

Jeder Schuss ein Treffer - viele Tore aber kaum Schüsse

Mit 898 Treffern war die Saison 2012/2013 die torreichste seit langem. Umso verwunderlicher erscheint es, dass die Zahl der Torschüsse in der abgelaufenen Spielzeit mit 7.980 so gering war wie seit 20 Jahren nicht mehr. Zwischen den Spielzeiten 1993/1994 und 2001/2002 gaben die 18 Teams an den 34 Spieltagen insgesamt noch über 9.000 Schüsse ab. Auch in der letzten Saison lag die Zahl der Torschüsse unter 8.000, Tore wurden allerdings 875 erzielt. Die Spieler scheinen in den letzten Jahren eben deutlich mehr "Zielwasser" getrunken zu haben.

Deutschland, deine Torhüter

So wenige Torschüsse aber viele Tore - das wirft kein gutes Licht auf die Torhüter der Bundesliga. Der Schein trügt jedoch: Den Keepern unterliefen in der vergangenen Spielzeit so wenige Fehlgriffe wie noch nie. Lediglich 38 Treffer (4,2 Prozent der Gesamtzahl) resultierten aus schweren Torwartfehlern. Aus deutscher Sicht ist es zudem toll zu beobachten, dass fast alle Bundesligateams (bis auf Wolfsburg, Augsburg und Hoffenheim) auf Torhüter aus dem eigenen Land setzten, von denen viele zudem noch sehr jung sind. Am Mythos, dass die besten Torhüter aus Deutschland kommen, scheint also etwas Wahres dran zu sein. Rene Adler und Co. wird's freuen.

Eckbälle - wie geht das nochmal?

Fast 3.000 Eckbälle führten die 18 Teams in der Bundesliga-Jubiläums-Saison aus - nur jeder 46. führte im Schnitt aber zu einem Tor. Die insgesamt 65 erzielten Eckball-Tore waren die wenigesten der letzten zehn Jahre. Im Mittel erzielte jede Mannschaft 2012/2013 nur vier Tore nach einer Ecke - also etwa alle drei Monate eines. Spitzenreiter in dieser Kategorie sind Bayern, Nürnberg und Gladbach mit je sechs Treffern. 1899 Hoffenheim hingegen traf nur ein einziges Mal nach einer Flanke aus dem Viertelkreis.

"In dubio pro reo" oder "Das Aus der Abseitsfalle"

Über diesen Fakt beschweren sich wohl die wenigsten Fußballfans: In keiner Saison seit Beginn der Datenerfassung wurden so wenige Abseitsstellungen registriert wie in der vergangenen. Lediglich 1.712 Mal hoben die Schiedsrichterassistenten 2012/2013 die Fahne - in den letzten 20 Spielzeiten mussten sie das immer mindestens 1.900 Mal tun. Ob dieser Trend nun darauf zurückzuführen ist, dass die Referees die Stürmer im Zweifel laufen lassen oder die Abwehrreihen häufiger auf die einst so moderne Abseitsfalle verzichten, lässt sich statistisch nicht belegen. Dem Fan ist das aber wohl auch egal, denn dem Spielfluss kommt der Trend auf jeden Fall zu Gute.

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Sebastian Dirschl