Franck Ribery nickt schon. Der Übersetzer sucht noch nach dem passenden Wort, Ribery hilft. "Geschenke" - "cadeaux". Genau. Ob er noch einigermaßen unbehelligt in München einkaufen könne, will der Reporter wissen.

Ribery nickt, die Leute hier seien sehr respektvoll und freundlich. Kein Geschubse, kein Gedränge. Autogramme zu geben, störe ihn nicht. Ihm sei wichtig, dass ihn die Leute mögen. Und das tun sie.

Der Liebling der Fans

Kaum ein Spieler wird regelmäßig so inbrünstig in der Münchner Allianz Arena begrüßt wie der kleine Franzose mit den zauberhaften Tricks. Es ist seine zweite Saison in München, und nach einer etwas mühsamen Rückkehr nach langwieriger Verletzung geht es nun steil bergauf.

Seit seinem Comeback vor sechs Wochen hat Ribery neun Spiele bestritten, in den zurückliegenden vier Partien war er immer an Toren beteiligt. "Ich fühle mich sehr wohl - in meinem Körper, im Kopf und auf dem Platz. Ich finde mich immer besser zurecht." Die Verletzung liegt hinter ihm.

Markenzeichen Spaß

Auch die Tatsache, dass er sich nicht mehr mit "wilden Gesten" verständigen muss, sondern immer besser Deutsch versteht, hilft im Zusammenspiel mit den Teamkollegen. "Ich komme mit der Sprache besser zurecht, auch wenn es noch nicht perfekt ist." Doch die Fortschritte sind unverkennbar.

Wenn Ribery Fragen beantwortet, kommt ein Wort eigentlich immer irgendwann vor: "Spaß". Kein anderes Wort könnte ihn auch besser charakterisieren. Er schüttet schon mal kaltes Wasser vom Dach des Trainingsgeländes auf überraschte Mannschaftskollegen. Aber vor allem ist Spaß sein Markenzeichen auf dem Platz. "Fußball ist Spaß, das ist meine Stärke", sagt er.

Der Mann für die überraschenden Momente

Auch deshalb ist er so wichtig für den Rekordmeister. Er sorgt für die Überraschungsmomente, die Unberechenbarkeit. "Er ist ein Spieler, der mit seinen Stärken im Eins gegen Eins Löcher reißen kann - gerade gegen sehr defensive Mannschaften", erklärt Andreas Ottl.

Am Mittwoch gegen Florenz werden Riberys Dribblings auch wieder gefragt sein - auch wenn die Fiorentina sicher nicht mauern wird.

Ribery warnt vor Florenz

"Wir nehmen das Spiel sehr ernst. Florenz wird mit viel Aggressivität und Energie in das Spiel gehen - das müssen wir auch tun", fordert Ribery.

"Ein Punkt würde reichen", angesichts der guten Ausgangsposition der Münchner in der Champions-League-Gruppe , "aber wir wollen gewinnen."

Erfolgsgeheimnis am Arm

Ein kleines Erfolgsgeheimnis gibt es übrigens auch noch: Seit drei Spielen trägt Ribery ein weißes Stück Stoff als Armband am Handgelenk. Darauf steht der Name seiner Frau Wahiba.

Es handle sich dabei um ein Stück des Verbandes, den er am Sprunggelenk hatte, erzählt der Franzose. "Meine Frau hat mir gesagt: Wenn du das trägst, wirst du gut spielen und Tore schießen. Bisher funktioniert das ganz gut." In der Tat.

Michael Gerhäußer