Kaiserslautern - Nach dem 1:2 beim 1. FC Kaiserslautern müssen selbst die größten Optimisten im Breisgau einsehen, dass der SC Freiburg nicht mehr vom Europapokal träumen kann. Aber einfach so ausklingen lassen, wollen die Mannschaft und ihr Trainer Robin Dutt die Saison deshalb nicht.

"Zu den Plätzen, von denen einige träumten, ist so viel Abstand, die sind weg", erklärte SC-Trainer Robin Dutt und gab sich für die letzten acht Spiele der Saison kämpferisch: "Wir werden aus der Saison machen, was sie für Freiburg ist: eine hervorragende."

Cisse vergibt zwei Großchancen

Mit 37 Punkten steht der SC auf Platz sieben der Tabelle, mit dem Abstieg wird die Mannschaft nichts mehr zu tun haben, und um das Saisonziel "40 Punkte" macht sich Robin Dutt auch keine Sorgen: "Die fehlenden drei Punkte werden wir schon noch holen."

In Lautern sah Dutt seine Mannschaft gegenüber der Heimniederlage gegen Werder Bremen "spielerisch verbessert". Angesichts des späten Gegentores zum 1:2 durch Erwin Hoffer in der letzten Minute der Nachspielzeit war die Niederlage etwas unglücklich für die Freiburger.

Nachdem der Lauterer Angreifer Adam Nemec mit einem Eigentor zunächst die Freiburger unfreiwillig in Führung gebracht hatte (21.), sorgte der Slowake in der 34. Minute dann für den 1:1-Ausgleich für den FCK. In der zweiten Halbzeit scheiterte SC-Torjäger Papis Cisse zwei Mal an Lauterns Torwartdebütant Kevin Trapp (47.; 70.) und verpasste damit die mögliche Freiburger Führung.

Binde kein Kriterium für die Aufstellung

Doch am Ende fehlte dann die letzte Konzentration, um wenigstens einen Punkt mit nach Südbaden zu nehmen. "Wir haben ordentlich gespielt und hätten mit dem einen Punkt leben können. Aber am Ende haben wir als Mannschaft schlecht verteidigt", gab Außenverteidiger Felix Bastians zu. Trotz einer konzentrierten taktischen Leistung in der Defensive, ist aber bei den Freiburgern schon seit geraumer Zeit die Leichtigkeit der Vorrunde verschwunden.

"Bei Ballbesitz ist uns nicht viel eingefallen", gab Bastians zu, der für den Rest der Saison fordert: "Wir müssen wieder diese Geilheit entwickeln, die Spiele wirklich gewinnen zu wollen." Der Konkurrenzkampf ist da, das hat sich beim Spiel in Lautern gezeigt: Kapitän Heiko Butscher saß nur auf der Bank, Oliver Barth und Ömer Toprak bildeten die Innenverteidigung. "Toprak ist in einer Top-Verfassung und weil Barth seit Monaten sehr stabil spielt, entschied ich mich für ihn", erklärte SC-Trainer Robin Dutt, der diesen Konkurrenzkampf ein "Luxusproblem" nennt. Ohnehin sei die Binde kein Kriterium für die Aufstellung.

Bastians: "Die Saison darf nicht so austrudeln"

Angst, dass die Saison nun einfach so austrudle, hat Dutt nicht. "Wie ich meine Spieler kenne, wollen sie das bestimmt nicht zulassen", erklärte der Trainer. Verteidiger Bastians jedenfalls kündigte an: "Wir müssen uns gegenseitig puschen, die Saison darf nicht so austrudeln."

Robin Dutt hingegen konnte der Frage sogar etwas Positives abgewinnen. Er sagte: "Es wäre doch vor der Saison ein Traum gewesen, zum jetzigen Zeitpunkt der Saison eine solche Frage gestellt zu kriegen." Wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen, haben die Freiburger am nächsten Wochenende, wenn der FC Bayern in den Breisgau kommt. Robin Dutt jedenfalls freut sich schon: "Gegen Bayern ist wenigstens die Erwartungshaltung nicht so groß."

Tobias Schächter