"Bergfest" in der Bundesliga. 17 Spieltage der Saison 2009/10 sind Geschichte. 306 Partien sind absolviert. Dabei fielen 419 Tore. Es gab große Überraschungen und atem(be)raubende Spiele. Es gab tragische Momente und glücklose Trainer. Es gab Neuverpflichtungen auf dem Spielfeld und an der Seitenlinie, die bleibende Eindrücke hinterlassen haben. Es gab grandiose aber auch kuriose Treffer.

Und es gab Begegnungen, die in Erinnerung bleiben. Ein Kurzabriss der fünf besten Spiele der Hinrunde 2009/10 legt bundesliga.de Ihnen, den Usern, unter den Weihnachtsbaum. Denn nur weil Winterpause ist, heißt das noch lange nicht, dass es eine Bundesliga-freie Zeit gibt…

Die Geschichte zweier Halbzeiten

Zwei Halbzeiten, zwei völlig unterschiedliche Welten. So kann man die Partie zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach am 1. Spieltag der Saison 2009/10 sicherlich betiteln. 3:3 endete das Spiel, in dem die Gastgeber noch zur Halbzeit mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen.

Gladbach spielte in Durchgang eins wie aus einem Guss: aggressiv, frech und mit schönem Kombinationsfußball. Zwischen der 19. und der 40. Minute trafen die Gäste drei Mal und dominierten die Partie nach Belieben.

Doch nach dem Seitenwechsel geschah das Unmögliche. Bochum kam zurück. Mimoun Azaouagh markierte innerhalb von 60 Sekunden zwei beinahe identische Traumtore, ehe keine zehn Minuten später Stanislav Sestak die rund 30.000 Fans im rewirpowerSTADION in kollektiven Freudentaumel versetzte.

Das Ende einer Serie

20 Spiele in Folge war der VfL Wolfsburg in der Bundesliga daheim ungeschlagen geblieben. Auch dank dieser beeindruckenden Serie konnten die "Wölfe" in der Vorsaison erstmals die Meisterschaft feiern. Doch am 3. Spieltag der laufenden Spielzeit war der Hamburger SV einfach besser als der VfL.

In einem Spiel, in dem beide Seiten mit offenem Visier antraten, gingen die Hanseaten durch ein kurioses Tor in Führung. Nach einem Schuss von Paolo Guerrero prallte der Ball an den Pfosten, dann traf er "Wölfe"-Keeper Diego Benaglio und rollte anschließend ins leere Tor. Der HSV legte noch vor der Pause nach.

Doch die Hausherren entsannen sich ihrer Heimstärke und glichen nach dem Seitenwechsel aus. Aber kaum holten die "Wölfe" einmal Luft, war Mladen Petric mit einem sehenswerten Treffer zur Stelle. In der Nachspielzeit fiel sogar noch das 4:2 in einem erstklassigen Spiel.

Ein Spitzenspiel, das den Namen verdient hat

Der Tabellen-Zweite war zu Gast beim direkten Tabellennachbarn. Dies war die Ausgangsposition vor dem Auftritt des Hamburger SV beim FC Schalke 04 am 10. Spieltag. Und es entwickelte sich ein Spiel auf höchstem Niveau - dem Tabellenbild entsprechend.

Die Hamburger begannen druckvoll und gingen durch das zweite Bundesliga-Tor von Marcus Berg in Führung. Quasi mit dem Pausenpfiff erhöhte Piotr Trochowski per sehenswertem Freistoß. Doch Schalke schlug zurück und glich aus.

Hamburg spielte mittlerweile in Unterzahl und steckte dennoch nicht den Kopf in den Sand. Im Gegenteil: Nach einem tollen Dribbling legte Zé Roberto quer auf Berg, der den HSV erneut in Führung brachte. Doch in der 90. Minute verwandelte Kevin Kuranyi mit seinem zweiten Tor des Abends die Veltins-Arena in ein Tollhaus. 3:3 endete ein echtes Spitzenspiel auf Schalke.

Werder wie im Rausch

Am 13. Spieltag sorgte Werder Bremen für den bislang höchsten Sieg einer Bundesliga-Mannschaft in der laufenden Saison - sehr zum Unwohlsein des SC Freiburg. Der Aufsteiger hielt eine Halbzeit lang wacker dagegen, ehe Werders Sturmlauf die Breisgauer überrannte.

6:0 siegten die Hanseaten, die nach dieser Begegnung 20 Pflichtspiele in Folge unbesiegt waren. Doch aller Anfang fiel schwer. Erst in Minute 33 erzielte Hugo Almeida nach toller Hereingabe von Mesut Özil das 1:0.

Was zur Pause noch nach einem passablen Ergebnis für die Hausherren aussah, entwickelte sich schnell zu einer mehr als einseitigen Angelegenheit. Spätestens Almeidas zweiter Streich zum 3:0 - ein Schuss wie ein Strich aus spitzem Winkel - besiegelte das Freiburger Schicksal. Doch Werder hatte noch nicht genug und traf noch drei weitere Male.

Sechs Treffer erzielt - und doch verloren…

Hannover 96 erlebte am 16. Spieltag den Albtraum einer jeden Profimannschaft. Sechs Mal zappelte der Ball dank eines Spielers der Niedersachsen in der Begegnung bei Borussia Mönchengladbach im Netz. Jedoch wurde die Hälfte dieser Treffer auf der Anzeigentafel für den Gegner gewertet.

Drei Eigentore! Dank des "unbändigen Torhungers" der 96er siegte Gladbach in einem aufregenden Spiel mit 5:3. Drei Eigentore in einer Partie gab es zuvor erst ein Mal in der Bundesliga-Geschichte: In der Debütspielzeit 1963/64 beim 3:1-Auswärtssieg des VfB Stuttgart in Kaiserslautern.

Jedoch fielen dort Eigentore auf beiden Seiten. Dass eine Mannschaft in einer Partie drei Mal ins eigene Netz trifft, gab es vor dem Pechspiel Hannovers noch nie. Karim Haggui hatte die Hausherren unfreiwillig in Führung gebracht. Auch das 3:1 für die "Fohlen" erzielte Hannover. Und in der Nachspielzeit war erneut Haggui der Pechvogel auf Seiten der 96er.