Die Bundesliga biegt auf die Zielgerade ein. In der Rückrunde sind nur noch fünf Spiele zu absolvieren - dann ist Schluss, Sommerpause.

Wirft man einen genauen Blick auf die Partien der Rückrunde, so fällt auf, dass einige Teams und Spieler zu Hochform aufgelaufen sind, andere dagegen konnten das Niveau aus der Hinserie nicht halten.

bundesliga.de hat einen Blick in die Statistiken geworfen und hat Gewinner, aber auch Verlierer der Rückrunde gefunden.

Wolfsburg lässt alle hinter sich

Zweifelsfrei gehört der VfL Wolfsburg zu den Gipfelstürmern der Rückrunde - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit 26 Punkten aus den ersten 17 Saisonspielen hatte Wolfsburg zur Winterpause lediglich auf Platz 9 gestanden. In der Rückrunde trumpften die Niedersachsen dann groß auf und sammelten bereits 31 Punkte. Damit ist der VfL die beste Mannschaft der zweiten Saisonhälfte. Der verdiente Lohn: Die "Wölfe" grüßen die Konkurrenz von der Tabellenspitze.

Vor dem Tor wurden die "Wölfe" besonders kaltschnäuzig: Die Niedersachsen münzten 21,6 Prozent der nicht geblockten Schüsse in Tore um - Höchstwert in der zweiten Saisonhälfte. In der Hinrunde hatte die Chancenverwertung noch 17,5 Prozent betragen.

Bissige "Wölfe"-Stürmer

Zwei Spieler zeigten sich dabei besonders torhungrig: Mit Grafite und Dzeko stellt Wolfsburg das beste Sturm-Duo der Bundesliga (38 Tore). In der Rückrunde erzielten beide jeweils elf Treffer. Mit zwölf Torbeteilligungen ist Dzeko sogar der drittbeste Scorer der Rückrunde. Besonders seine Torquote konnte er verbessern: Brauchte er in der Hinrunde noch rund 219 Minuten im Schnitt für seine fünf Tore, waren es nach der Winterpause nur noch 98 (für elf Treffer)

Aber auch das Defensivverhalten der Magath-Truppe hat sich stark verbessert. Der Gegentor-Schnitt sank im Jahr 2009 beträchtlich: Waren es in der Hinrunde noch 1,5 Gegentreffer, sind es in der Rückrunde nur 0,9 Tore pro Partie.

Babbel haucht VfB Leben ein

Auch der VfB Stuttgart sorgt im Jahr 2009 mächtig für Furore und befindet sich auf der Überholspur. Die Schwaben holten jetzt schon mehr Punkte (29) als in der gesamten Hinrunde (25). Der VfB ist nach dem VfL Wolfsburg das zweitbeste Rückrundenteam.

Die Babbel-Elf traf genauso oft wie vor der Winterpause (26 Mal) - nur brauchte sie jetzt fünf Spiele weniger dafür. Der Torgarant des VfB heißt Mario Gomez. Der deutsche Nationalstürmer derzeit trifft, wie er will: In der Rückrunde ist "Super-Mario" mit zwölf Toren bester Schütze der Bundesliga. Vor der Winterpause hatte er "nur" sieben Mal eingenetzt.

Ein weiterer Grund für den Aufschwung ist Markus Babbel. Der Teamchef, der am 15. Spieltag die Mannschaft übernommen hat, verlor nur eine seiner 15 Partien und holte im Schnitt 2,4 Punkte. Zuvor waren es lediglich 1,3 Zähler pro Spiel gewesen.

Faden gerissen

Aber wo es bergauf geht, da geht's auch bergab: Diese bittere Erfahrung mussten vor allem Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim machen. Für diese Teams läuft es in der Rückrunde nicht nach Wunsch.

Nachdem Bayer Leverkusen am 12. und 13. Spieltag sogar Tabellenführer gewesen war, beendete die Labbadia-Elf die Hinrunde auf Rang 5. Nach der Winterpause holte jedoch nur der KSC weniger Punkte (9) als Bayer (10). Der aktuelle Platz 9 ist der schlechteste der Leverkusener seit dem 1. Spieltag.

Bayer lässt viele Chancen liegen

Leverkusen gab in der Rückrunde pro Spiel genauso viele Schüsse ab wie vor der Winterpause (16,4). Doch zielte die Werkself deutlich schlechter: Mit 52,6 Prozent Schussgenauigkeit hatte Bayer die höchste der Hinrunde, 2009 sind es nur noch 31,4 Prozent - schwächster Wert ligaweit!

Auch der vorläufige Umzug in die LTU arena tat den Rheinländern nicht gut: In Düsseldorf gewann Bayer in der Bundesliga noch kein "Heimspiel" (je drei Niederlagen und Remis), holte im Schnitt also nur 0,5 Punkte pro Partie - in der Hinrunde waren es 1,77!

Flaute vor dem gegnerischen Tor

Auch Herbstmeister 1899 Hoffenheim holte in der Rückrunde bisher nur zehn Zähler. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick gewann nur noch ein Spiel nach der Winterpause.

Einer der Gründe liegt auf der Hand: 42 Tore hatte der Aufsteiger in der Hinrunde erzielt. Das machte einen Schnitt von 2,5 Treffern pro Partie. Ohne den verletzten Top-Stürmer Vedad Ibisevic sind es nur noch zwölf (im Schnitt eins pro Spiel).

Entsprechend sank auch die Chancenverwertung: Von 18,7 Prozent vor der Winterpause (Ligahöchstwert!) auf aktuell 14,5 Prozent. Kurios: 1899 verlor genauso viele Spiele wie in der Hinrunde (vier), doch teilte deutlich öfter die Punkte (sieben Mal) als zuvor (zwei Mal).